Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Es weihnachtet schon etwas in unserem heutigen Briefing. Aber statt über Lichterketten sprechen wir über Lieferketten – die unterbrochen sind, was einigen die Weihnachtsfreuden etwas vergällen wird.
Herzliche Grüsse aus Bern, und Ihnen allen ganz schöne Festtage!
Nicht nur Schweizer Skifabrikanten leiden unter der Lieferketten-Krise.
«Artikel derzeit nicht lieferbar.» Konnten Sie alle Ihre Weihnachtsgeschenke wie geplant besorgen? Oder machte Ihnen die globale Unterbrechung der Lieferketten einen Strich durch die Rechnung?
Nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten leiden derzeit unter den grösseren Engpässen in den weltweiten Lieferketten. Auch Produktionsbetriebe bekundeten Mühe, ihre Waren rechtzeitig fürs Weihnachtsgeschäft zu produzieren und bereitzustellen.
So zum Beispiel dieSchweizer Skihersteller. Wir haben beim Fabrikanten Stöckli einen Augenschein genommen. Schon allein der Klebstoff für dessen Skis wird aus Rohstoffen hergestellt, die aus England und Japan angeliefert werden müssen. Lieferprobleme hat Stöckli bereits seit dem Frühjahr 2021 zu beklagen.
Unter den zusammengebrochenen Warenflüssen leiden zahlreiche Schweizer Firmen. Geschuldet ist das nicht allein der extrem hohen Nachfrage nach Microchips, sondern auch der Pandemie und dem gestrandeten Containerschiff im Suezkanal im März 2021. Deshalb hat der Bundesrat die Wachstumsprognose für die Schweiz im Jahr 2022 bereits reduziert: von 3,4% auf 3,0%.
- Die umfangreiche Recherche von Dominique Soguel-dit-Picard und Anand Chandrasekhar finden Sie hier.
- Dieses Video der Neuen Zürcher Zeitung illustriert das Problem der unterbrochenen LieferkettenExterner Link anschaulich.
- SRF News nahm das Problem der LieferengpässeExterner Link im Oktober unter die Lupe.
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Schlagabtausch zwischen Uhrenhändlern und Spekulanten.
Nicht alle können es sich leisten. Aber in einigen Kreisen macht es sich gut, den Liebsten eine Luxusuhr unter den Weihnachtsbaum zu legen. Nun wurden diese während der Pandemie wegen verringertem Angebot zu Spekulationsobjekten.
Laut Tages-Anzeiger bestehen bei einigen der begehrtesten Marken Wartezeiten von bis zu einigen Jahren. Das nutzen Spekulanten aus. So wird beispielsweise ein bestimmtes Rolex-Modell, das im Laden 9200 Franken kostet, im Internet für über 20’000 Franken angeboten. Die Rede ist sogar von drei- bis viermal so hohen Preisen.
Nun ergreifen die Uhrenhändler Massnahmen gegen solche Auswüchse: Entweder durch eine enge Beobachtung der Verkäufe im Internet und der Sperrung gewisser Online-Verkäuferinnen und Verkäufer in der Schweiz. Oder durch eine Befristung und die Einbehaltung der Garantie beim Juwelier – womit ein rascher Wiederverkauf verhindert werden kann.
- Die Recherche des Tages-AnzeigersExterner Link über Luxusuhren in Zeiten der Pandemie (Paywall).
- Was ist das ideale Weihnachtsgeschenk?Externer Link SRF News versuchte eine Annäherung.
- Immer wieder lesenswert: Unser Fokus zur Schweizer Uhrenindustrie.
Nun zu Fälschungen. Nicht von Uhren, sondern von Impfzertifikaten.
Kein Pappenstiel: Wer ein Covid-Zertifikat fälscht oder ein solches benutzt, kann wegen Urkundenfälschung verurteilt werden. Heute gab etwa der Kanton St. Gallen bekannt, über 8000 gefälschte Impfzertifikate gelöscht zu haben.
Der Zertifikat-Verantwortliche eines Ostschweizer Kantons sagte gegenüber SRF News, viel zu viele Leute hätten vollen Zugriff auf die Software des Bundes und könnten ungehindert alle Arten von Zertifikaten ausstellen. Ein Freipass für Betrügerinnen und Betrüger! In fast allen Kantonen seien unterdessen Fälle von Fälschungen bekanntgeworden.
Wie breit gestreut die Fälle sind, hat gestern Abend die SRF-Sendung «Rundschau» aufgedeckt. Der Verantwortliche beim Bundesamt für Gesundheit sagte in der Sendung, die Frage sei «bei uns vielleicht zu kurz gekommen». Die Zuständigen seien mit den ständigen Anpassungen am Zertifikat stark ausgelastet gewesen. Er versprach Besserung.
- Die Sicherheitslücken seien seit langem bekannt gewesenExterner Link, schreibt SRF News.
- SRF News: Die Fälscher haben leichtes SpielExterner Link.
- Einen interessanten Einblick in die Arbeit der RettungssanitätExterner Link bietet heute der Tages-Anzeiger (Paywall).
- Unser Service zur Corona-Pandemie in der Schweiz: Die Situation in der Schweiz.
- Hier die neusten Meldungen und Berichte von SRF News zum Thema CoronavirusExterner Link.
- In diesem Artikel haben wir die Corona-Krise für Sie grafisch dargestellt.
Schliesslich noch eine Information zur Abstimmung über die Medienförderung.
Am 13. Februar 2022 steht die nächste Abstimmung in der Schweiz an. Eine der Vorlagen betrifft die finanzielle Unterstützung der Medien durch die Eidgenossenschaft. Zeitungen, Online-Medien und lokale Radio- und Fernsehsender leiden unter sinkenden Werbeeinnahmen und Abonnements-Zahlen sowie der Konkurrenz durch die globalen Internet-Giganten. Sie sollen neu direkt mit rund 150 Millionen Franken pro Jahr gefördert werden (Gratisangebote ausgenommen).
Warum stimmen wir darüber ab? Ein bürgerliches Komitee hat das Referendum gegen die Vorlage eingereicht. Sie befürchten eine Finanzierung von reichen Verlegern und den Verlust der Unabhängigkeit der Medien. Bundesrat und Parlament hingegen empfehlen die Annahme der erweiterten Medienförderung.
Um zum Schluss noch etwas klarzustellen: SWI swissinfo.ch wäre von dieser Förderung nicht betroffen, da wir zur SRG SSR gehören und durch die Radio- und Fernsehgebühren finanziert werden.
- Mehr Details zur Vorlage und die Pro- und Kontra-Argumente kurz zusammengefasst finden Sie in unserer Abstimmungsvorschau.
- Ein Dossier zur MedienförderungExterner Link hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zusammengestellt.
- Die Grundsatzdebatte im Parlament über das MedienpaketExterner Link fasste SRF News zusammen.
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