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Pierin Vincenz

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Das Urteil ist gefällt: Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz wurde heute erstinstanzlich zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Ein herber Schlag für den einst beliebtesten Banker der Schweiz.

Herzliche Grüsse

Pierin Vincenz umgeben von Journalist:innen
© Keystone / Ennio Leanza

Mehrfache Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung: Das Bezirksgericht Zürich spricht den Banker Pierin Vincenz schuldig.

Es ist die klassische Geschichte von Aufstieg und Fall: Vincenz war als Raiffeisen-Chef bei Medien und Volk beliebt und geschäftete erfolgreich. Unter ihm stieg die Genossenschafts-Bank nach UBS und Credit Suisse zur drittgrössten Bank der Schweiz auf – Grössenordnung «systemrelevant».

Während seinem Höhenflug hat sich Vincenz ungeniert bereichert: So beteiligten sich er und sein nun ebenfalls verurteilter Geschäftspartner Beat Stocker heimlich an Firmen, um dann bei Raiffeisen dafür zu sorgen, diese Firmen zu kaufen. Damit strichen sie unrechtmässige Gewinne ein.

Ausserdem rechnete er Aktivitäten sehr grosszügig über die Spesen ab – etwa ein Tinder-Date, Stripclub-Besuche und Auslandreisen.

Neben der Gefängnisstrafe müssen Vincenz und Stocker ihren Arbeitgebern Schadenersatz in noch nicht bekannter Millionenhöhe bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Vincenz Anwalt hat bereits Berufung angekündigt. Der Prozess wird die Schweizer Öffentlichkeit wohl noch eine Weile begleiten.

Ursula von der Leyen und Volodimir Selenski begrüssen sich
Keystone / Ukranian Presidential Press Serv

Während dem Ukraine-Krieg rückt die EU enger zusammen. Wo steht die Schweiz?

«Bis jetzt haben Krisen die Zusammenarbeit der EU langfristig immer gestärkt«, pflegte ein Dozent während meiner Zeit als Politikwissenschaftsstudent vor wenigen Jahren zu sagen. Die Entwicklung während der Pandemie und dem Ukraine-Krieg geben ihm recht.

Die Pandemie brachte der EU einen wirtschaftlichen wie logistischen Integrationsschub. Nun folgt der Bündnisschub in den Bereichen Verteidigung, Energie und Aussenpolitik, stellen meine Kollegen Giannis Mavris und Balz Rigendinger in ihrer Analyse fest.

Während die EU koordiniert und entschieden auf die Krisen reagiert, wirkt die Schweiz zunehmend orientierungs- und führungslos. Sie muss sich in der neuen geopolitischen Grosswetterlage erst noch zurechtfinden – ob sie das rechtzeitig schafft, bleibt fraglich.

  • Hier geht es zur Analyse von Giannis und Balz.
  • Und hier geht es zu unserem Fokus zum angeschlagenen Verhältnis Schweiz-EU
Calmy-Rey
Keystone / Salvatore Di Nolfi

Seit Beginn des Ukrainekrieges flammt die Neutralitätsdebatte in der Schweiz wieder auf. Alt-Bundesrat Christoph Blocher und Alt-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey illustrieren im Streitgespräch die unterschiedlichen Interpretinnen des Begriffs.

Sind die Sanktionen der Schweiz gegen Russland neutral oder nicht? Darüber streitet die Schweizer Politik seit Wochen, und auch die ausländischen Medien fragen sich, ob die Schweiz ihre Neutralität aufgegeben hat.

Die Tamedia-Zeitungen lassen nun zwei darüber streiten, die darin bestens geübt sind: Christoph Blocher und Micheline Calmy-Rey, die in den Nullerjahren gemeinsam im Bundesrat sassen – und häufig andere Ansichten vertraten.

Calmy-Rey trieb als Bundesrätin die «aktive Neutralität» voran. Heute sagt sie: «Neutralität bedeutet nicht Gleichgültigkeit. Unparteiisch zu sein meint, dass die Schweiz in einem Konflikt keine Kriegspartei unterstützt, sondern dass sie auf der Seite des Völkerrechts steht.» Blocher sieht mit den Sanktionen dagegen die Neutralität verletzt: «Glaubwürdig ist die schweizerische Neutralität nur dann, wenn sie dauernd, bewaffnet und integral ist. Dieses Konzept ist jetzt beschädigt

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Bruno Kaufmann

Wie kann Neutralität in Zukunft aussehen?

Die Neutralität steht auf dem Prüfstand der Weltgeschichte. Hat sie eine Zukunft? Und wie sollte sie definiert werden?

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Roger Federer
© Keystone / Peter Schneider

Roger Federer macht wieder einmal Werbung – zusammen mit einem Hollywoodstar.

Bevor Roger Federer in der zweiten Jahreshälfte wieder in den Tournierbetrieb zurückkehren will, macht er wieder einmal, was er neben Tennisspielen am besten kann: Werbung.

An sich nichts aussergewöhnliches. Nachdem er vor einem Jahr mit Hollywoodlegende Robert De Niro für Ferien in der Schweiz warb, spannt er diesmal mit der Schauspielerin Anne Hathaway zusammen – und landet erneut einen viralen Hit.

Das Rezept: Viel Selbstironie. Beworben wird damit die «Grand Tour of Switzerland», ein von Tourismus Schweiz entwickelter Roadtrip. Weshalb mein Heimatkanton Aargau, der Autokanton schlechthin, im Video nicht auftaucht, bleibt ein Rätsel. Imposante Berglandschaften hat er zwar nicht zu bieten, dafür aber gleich zwei der drei Schweizer Atomkraftwerke.

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