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Eisbrecher

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Russlands Krieg gegen die Ukraine bringt nicht nur viel menschliches Leid und Nahrungsknappheit mit sich. Die Arktisforschung, an der sich auch die Schweiz beteiligt, wird möglicherweise um Jahre zurückgeworfen. Das ist schlecht für unser Klima.

Herzliche Grüsse aus Bern.

Forschende machen Eisbohrungen
Keystone / Esther Horvath/alfred-wegener-in

Der Ukrainekrieg gefährdet auch die Klimaforschung.

Was hat die Schweiz mit der Arktis zu tun? Sie hat Beobachterstatus im Arktischen Rat. Sie wird dort vor allem wegen ihrer wissenschaftlichen Kompetenzen im Bereich der alpinen und polaren Regionen geschätzt.

In der Arktis forschen auch Schweizerinnen und Schweizer. Sie untersuchen die dauerhaft gefrorene Bodenschicht, die grosse Mengen an Kohlenstoff enthält. Zwei Drittel des arktischen Permafrosts liegen in Russland. Wird es wärmer, setzen diese Böden die Treibhausgase CO2 und Methan in Massen frei. Das ist schlecht für das Weltklima.

Nun ist diese Forschung gefährdet: Die Forschenden haben den Zugang zu ihren Messgeräten und Mitarbeitenden verloren. Und sie können diesen wegen den Sanktionen auch kein Geld zukommen lassen, damit sie die Projekte weiterführen können. «Ich werde dieses Jahr nichts mehr für das Projekt tun können, und das könnte die bisher geleistete Arbeit zunichtemachen», sagt eine Forscherin.

Viele Zeitungen
Keystone / Gaetan Bally

Ein Einblick in russische Medien in der Schweiz.

Wir bei swissinfo.ch haben den Vorteil, eine eigene russische Redaktion zu haben. Unser Redaktionsleiter Igor Petrov hat für Sie die russischsprachigen Medien in der Schweiz unter die Lupe genommen. Eine aufschlussreiche Recherche.

Bezeichnend ist, dass von vier angefragten Medien jene drei geantwortet haben, die eine klare Haltung gegen Russlands Krieg in der Ukraine einnehmen. Sowohl «Nascha Gaseta» wie auch «RS / Alles über die Schweiz auf Russisch» und «Schwingen.net: die Schweiz für alle» machten von Anfang des Kriegs an klar, auf welcher Seite sie stehen.

Die Internetseite «Swiss Afischa» hingegen reagierte nicht auf unsere Anfragen. Sie scheint klar auf Linie des Kremls zu sein. Laut Igor verbreitet sie zum Teil haarsträubende Nachrichten aus Russland – ungefiltert.

Mann mit Messer (Symbolbild)
Keystone / Jean-Christophe Bott

Ein beunruhigender Trend in der Schweiz: Mehr Waffenscheine und Jugendgewalt.

Von einem «Run auf Waffen» in der Schweiz schreibt SRF News. Im Vergleich zu 2021 hätten die Gesuche um Waffenerwerbscheine in den ersten drei Monaten im Aargau um 25 und in St. Gallen sogar um 60 Prozent zugenommen.

Beunruhigend daran: Ein Experte sagt gegenüber SRF News, dass die Nachfrage besonders in Verschwörungskreisen zugenommen habe. Aber auch unter jungen Männern, die sich bisher mit einem Messer bewaffneten und jetzt möglicherweise auf Schusswaffen umsteigen würden.

In diesem Zusammenhang zeigt die Statistik, dass etwa im Kanton Zürich die Jugendgewalt das sechste Jahr in Folge zugenommen hat. Und immer Jüngere werden gewalttätig. Eine breite Debatte über die Jugendgewalt in der Schweiz sei bisher aber ausgeblieben, bemängelt die Neue Zürcher Zeitung in einem Kommentar. Eine solche sei aber dringend nötig.

Abstimmungs-Urne
Keystone / Urs Flueeler

Zum Schluss möchten wir noch etwas von Ihnen wissen: Wie werden Sie, falls stimmberechtigt, am 15. Mai abstimmen?

Zur Abstimmung kommen Mitte Mai drei Vorlagen:

Streaming-Plattformen wie Netflix sollen verpflichtet werden, die Realisierung von Schweizer Filmen und TV-Serien mit 4% ihres Umsatzes zu finanzieren («Lex Netflix»).

Dann geht es um den Beitrag der Schweiz an Frontex, die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache (Frontex-Referendum).

Dritte Vorlage ist eine neue Definition der Zustimmung zur Organspende, die mehr lebensrettende Transplantationen ermöglichen soll (Transplantationsgesetz).

Haben Sie Ihre Meinung schon gemacht, ob Sie ein Ja oder ein Nein in die Urne werfen werden? Ihre Meinung ist uns wichtig – herzlichen Dank fürs Mitmachen an der Umfrage der SRG SSR!

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