Gotthard: Dosiersystem bleibt
Am Tag nach dem Lastwagenchaos am Gotthard hat sich die Situation auf der Strasse normalisiert - nicht so in der Politik. Die Regierung hält trotz Kritik am Dosiersystem fest.
Die Misere im alpenquerenden Schwerverkehr habe eine untragbare Dimension erreicht, teilte der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG am Freitag mit. Er fordert, das Dosiersystem am Gotthard bis spätestens am 1. Mai aufzuheben.
Doch der Bundesrat denkt nicht daran, das heutige Verkehrsregime zu ändern. In seiner Antwort auf vier dringliche Interpellationen hält er am Dosiersystem mit dem Einspurverkehr für die Camions fest.
A2 an Kapazitätsgrenze
Aus Sicherheitsgründen seien der Einspurverkehr und der Mindestabstand von 150 Metern für den Schwerverkehr gerechtfertigt, begründet die Landesregierung ihre Haltung. Den gleichzeitigen Brand zweier Lastwagen könnten selbst die neuen Brandlüfter im Gotthardtunnel nicht verkraften.
Auch die Zahl von 3500 Lastwagen im Tag verteidigt die Regierung. Der Gotthardtunnel vermöge so eine Million Camions im Jahr aufzunehmen. Deren Zahl sei seit 1980 – dem Jahr der Tunneleröffnung – auf 1,2 Millionen angestiegen. Diese Zahl bringe die ganze A2 samt Grenzübergängen an die Kapazitätsgrenze.
Engpass Ostern
Laut Bundesrat werden zurzeit die Stau- und Warteräume optimiert. Mit Blick auf die Oster- und Sommerferien prüften die zuständigen Stellen, wie unter Beibehaltung des Dosiersystems ein optimaler Verkehrsfluss zu gewährleisten sei.
Keine Entlastung durch Montblanc-Tunnel
Bei einer Wiedereröffnung des Montblanc-Tunnels für den Transitverkehr rechnet das Bundesamt für Strassen (ASTRA) nicht mit einer Entlastung des Gotthards. Wann die ersten Camions wieder durch den 11,6 Kilometer langen Tunnel fahren dürfen, ist noch offen. Die französischen Behörden nannten noch kein Datum.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch