Leuenberger für Reformation der Werte
Bundesrat Moritz Leuenberger hat am Sonntag in seiner Rede zum 500. Geburtstag von Johannes Calvin eine Reformation der Werte gefordert. Ethik müsse in jedem Beruf eine Rolle spielen, sagte er am Festakt in Genf.
Der Genfer Reformator Calvin habe erfahren, was Anmassung der Macht bedeute, erklärte Leuenberger. In den vergangenen Jahrzehnten habe Masslosigkeit nicht nur die Welt der Banker geprägt. Die natürlichen Ressourcen seien übernutzt, das Klima überhitzt und die Solidarität zu den Ärmsten verdrängt worden.
«Wir müssen unseren Lebensstil gegenüber der Natur reformieren, wir müssen die Marktwirtschaft reformieren, wir müssen weltweit Armut verhindern und wir müssen uns zu neuen Werten bekennen, an denen wir uns orientieren». Ohne solche Werte könnten Staaten nicht funktionieren, so Leuenberger.
Reformation sei keine Revolution, die eine neue definitive Ordnung etablieren wolle. «Reformation ist die ewige Unrast, welche das Gewissen befragt und sich neu orientiert.» Gerade dies sei eine Chance zur kreativen Gestaltung der Welt. «Wir stehen mitten in der Reformation.» Dies sei eine Hoffnung, die nicht nur dem Andenken Calvins diene, schloss Leuenberger.
swissinfo.ch und Agenturen
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