Türkischer Botschafter protestiert wegen Armenier
Der türkische Botschafter hat Nationalratspräsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi einen Protestbrief geschickt. Darin kritisiert er eine Rede der höchsten Schweizerin zum Völkermord an den Armeniern.
Im Brief wirft die Türkei Simoneschi vor, ihr Auftritt vor der Gesellschaft Schweiz-Armenien am 24. April in Genf habe der offiziellen Haltung der Schweiz widersprochen, wie Simoneschi am Sonntag einen Bericht der NZZ am Sonntag bestätigte.
Die Nationalratspräsidentin widerspricht dem Vorwurf der Türkei: «Das stimmt nicht, ich habe die Haltung des Nationalrats vertreten.»
2003 hatte das Parlament des Kantons Waadt ein Postulat an die Kantonsregierung überwiesen, in dem die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich von 1915 als Genozid bezeichnet wurden.
Der Nationalrat zog in der Dezember-Session 2003 nach und bezeichnete die Massaker ebenfalls als Völkermord.
In der Schweiz leben 80’000 türkische Staatsangehörige und rund 6000 Personen mit armenischem Ursprung.
swissinfo.ch und Agenturen
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