Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie mit Einbussen im 2009
Bern (awp/sda) – Die globale Wirtschaftskrise hat Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie hart getroffen. Im vergangenen Jahr musste die Branche erneut herbe Einbussen hinnehmen. Die Folge war ein Aderlass beim Personal.
Die Exporte sackten um 18,5% auf 3,41 Mrd CHF ab, wie der Präsident des Textilverbandes Schweiz (TVS), Max Hungerbühler, am Mittwoch vor den Medien in Zürich bekannt gab. Besonders gelitten hätten die Ausfuhren in die Hauptabsatzmärkte Deutschland, Italien und Frankreich, die um gut 20% eingebrochen seien.
Dabei musste die Textilindustrie bei den Exporten einen Rückschlag von 21,6% auf noch 1,61 Mrd CHF hinnehmen. In der Bekleidungsindustrie schrumpften die Ausfuhren um 15,5% auf 1,8 Mrd CHF.
Auch die Importe hätten sich weiter vermindert, sagte Hungerbühler. Die Einfuhren gaben um 10,7% auf 7,79 Mrd CHF nach. Während die Bekleidungsimporte um 8,9% auf 5,72 Mrd CHF sanken, gingen sie bei den Textilien um 15,6% auf 2,07 Mrd CHF zurück.
Umsatzzahlen gab der Verband nicht mehr bekannt. Angesichts der Krise sei die Bereitschaft bei immer mehr Unternehmen gesunken, ihre Umsatzzahlen offenzulegen, hiess es am Rande der Medienkonferenz. Im Jahre 2008 war der Umsatz um 3,2% auf 4,19 Mrd CHF gesunken. Stattdessen veröffentlichte der TVS nun die Wertschöpfung der Branche, die um 4,1% auf 1,29 Mrd CHF zurückging.
Der Rückgang bei der Wertschöpfung widerspiegele sich in der Kapazitätsauslastung, die auf 73% sank. Dies hatte Folgen fürs Personal. «War der Mitarbeiterbestand 2008 noch um 1,8% gewachsen, folgte nun ein Rückgang von 13,2% auf noch 14’500 Stellen», sagte Hungerbühler.
Trotz einer leichten Stabilisierung des Exportgeschäfts und eines Anstiegs der Auftragseingänge im dritten Quartal 2009 sei im laufenden Jahr nicht mit einer raschen Erholung zu rechnen, erklärte der TVS-Präsident: «Das berühmte Licht am Ende des Tunnels ist nicht in Sicht.»
In der Schweiz dürfte die Kauflust der Leute zurückhaltend bleiben. Und das moderate Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone lasse lediglich auf eine langsame Stabilisierung hoffen.
Dabei seien der schwache Euro und der starke Franken für den Export nicht hilfreich. Es sei zu hoffen, dass die Krise um Griechenland und Portugal keinen Strich durch die Rechnung machen werde, sagte Hungerbühler.