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Doris Leuthard für schwarze Pädophilen-Liste

Bundespräsidentin Doris Leuthard plädiert für eine schwarze Liste für pädophile Priester. Sexuell fehlbare Priester dürften ihrer Ansicht nach nicht mehr in Kontakt mit Kindern kommen. Eine zentrale Erfassung solcher Geistlicher wie bei Lehrern müsse geprüft werden.

Sexuelle Übergriffe an Kindern und Jugendlichen seien schockierend, schreibt Leuthard in einer Stellungnahme in der SonntagsZeitung und in Le Matin Dimanche.

«Wenn Priester, Lehrer oder andere Betreuungspersonen ihre Position und das damit verbundene Vertrauen ausnutzen, um Kinder und Jugendliche zu missbrauchen, ist das besonders verwerflich.»

Bei der Beurteilung solcher Taten macht es für Leuthard keinen Unterschied, ob die Täter aus der zivilen oder der geistlichen Welt kommen: «Beide unterstehen dem schweizerischen Strafrecht, ohne Wenn und Aber.»

In der Pflicht sieht die Bundespräsidentin auch die Kirche. Sie habe «Mitwirkungspflicht», wenn es um die Einrichtung von Anlaufstellen für Opfer und um die konsequente Aufarbeitung der Fälle gehe.

Gemäss einer Umfrage möchte offenbar auch ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung, dass die Katholische Kirche sexuell fehlbare Priester auf einer schwarzen Liste vermerkt.

Das Meinungsforschungsinstitut Demoscope machte die Befragung im Auftrag des SonntagsBlick und der Tessiner Wochenzeitung Il Caffé.

80% der Befragten möchten demnach eine schwarze Liste, 14% sagten dazu «Nein». 6% der Befragten konnte keine Angabe machen. Die Antworten seien unabhängig davon, ob die Befragten katholisch seien oder nicht, betonte der SonntagsBlick.

Weiter sprachen sich 92% der Befragten gegen das Zölibat aus. Nur 5% halten die Verpflichtung der katholischen Priester zur Ehelosigkeit nach wie vor für richtig.

Einer schwarzen Liste skeptisch gegenüber steht die Schweizerische Bischofskonferenz. Er sei zwar nicht explizit gegen eine solche Liste, sagte Norbert Brunner am Donnerstag gegenüber Schweizer Radio DRS. «Ich sehe nur ihren Sinn nicht.»

Es sei nötig, dass eine lückenlose Information über Priester stattfinde, die sich sexuelle Übergriffe zu Schulden kommen liessen. Die gegenseitige Information von Bistümern über diese Priester sollte seiner Ansicht nach vorerst aber reichen.

swissinfo.ch und Agentur

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