Hanfbauer Rappaz wieder im Spital
Der Walliser Hanfbauer Bernard Rappaz, der sich im Gefängnis seit Ende August in einem neuen Hungerstreik befindet, ist am Samstag erneut in ein Spital in Sitten eingeliefert worden.
Er befinde sich in einem «Zustand der Unterzuckerung», sagte sein Freund Boris Ryser am Sonntag.
Ryser bestätigte einen Bericht des Westschweizer Fernsehens TSR. Der sich seit 51 Tagen im Hungerstreik befindliche Rappaz habe Glukose-Injektionen erhalten.
«Von Zwangsernährung kann zurzeit aber nicht gesprochen werden», betonte Ryser. Das Bundesgericht hatte im August erklärt, die Behörden hätten das Recht, für Rappaz eine Zwangsernähung anzuordnen, um bleibende Schäden oder dessen Tod zu verhindern.
Gemäss Ryser hat Rappaz 9 Kilogramm abgenommen. Er habe «drastisch an Kräften verloren» und das «Gesicht eines alten Mannes». Rappaz muss eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und acht Monaten wegen Anbaus und Handels von Hanf sowie weiterer Delikte verbüssen.
2001 hatte die Walliser Polizei beim sogenannten «Hanfpionier» Rappaz 51 Tonnen Hanf im Wert von rund 40 Mio. Franken beschlagnahmt. Darauf trat Rappaz erstmals in den Hungerstreik.
Begonnen hatte die Affäre Rappaz aber schon vorher. 1996 war er wegen mit Hanf gefüllten «therapeutischen Kissen» verhaftet worden.
Im November 2008 wurde er verurteilt, im März 2010 trat er seine Strafe an. Im Mai wurde sie wegen eines ersten Hungerstreiks vorübergehend ausgesetzt, im Juli erhielt er vorübergehend Hausarrest.
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