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St. Galler Polizei nimmt seit Jahresbeginn 28 junge Autodiebe fest

Keystone-SDA

Die Polizei hat seit Anfang dieses Jahres 28 Männer festgenommen, die im Kanton St. Gallen in eine Autogarage eingebrochen sind und Luxusfahrzeuge stehlen wollten. Junge Männer aus Frankreich werden über soziale Medien dafür angeworben. Nun spricht die Polizei mögliche Täter mit Plakaten an.

(Keystone-SDA) Das Vorgehen der Täter ist gemäss Polizei immer dasselbe: Sie reisen aus Frankreich in die Schweiz ein, suchen gezielt Garagenbetriebe auf, brechen dort ein und entwenden mit den vorgefundenen Schlüsseln hochpreisige Autos. Danach flüchten sie mit den gestohlenen Fahrzeugen nach Frankreich zurück. Dort würden ihnen Geldbeträge als Belohnung winken.

Allein seit Jahresbeginn ereigneten sich im Kanton St. Gallen im Zusammenhang mit diesem «Deliktsphänomen» 36 Einbruchdiebstähle, teilte die Polizei mit. Dabei sei es zu 28 Festnahmen gekommen. Die meisten Verhaftungen seien durch die Kantonspolizei St. Gallen direkt nach der Tat erfolgt. In einigen Fällen konnten Verdächtige durch Polizeikorps anderer Kantone oder in Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden festgenommen werden.

Das Vorgehen lasse sich im ganzen Land beobachten. Zwei- bis viermal pro Woche werde aktuell in der Schweiz im Durchschnitt in eine Autogarage eingebrochen, teilte eine Sprecherin des Bundesamtes für Polizei (fedpol) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Zumindest über die Osterfeiertage lagen die Werte über dem vom Fedpol genannten Wert, wie aus verschiedenen Polizeibulletins hervorgeht.

Polizei spricht Täter über Plakate an

Die Kantonspolizei St. Gallen startete nun eine Präventionskampagne. Dafür nahm sie mit mehreren hundert Garagen im Kanton Kontakt auf, wie sie weiter mitteilt. Ihre Botschaft: «Nur wenn Fahrzeugschlüssel und Wertsachen konsequent gesichert aufbewahrt werden, kann das Risiko erfolgreicher Fahrzeugdiebstähle wirksam reduziert werden.» Ausserhalb der Öffnungszeiten sollen die Schlüssel somit nicht in der Garage sein.

Bei jenen Autobetrieben, die ihre Autoschlüssel nun sicher aufbewahren, bringt die St. Galler Polizei Plakate an. Diese orientieren sich in ihrer Gestaltung an Beiträgen in sozialen Medien, mit welchen die jungen Männer für die Diebstähle angeworben werden. «Die Plakate sprechen die Täter direkt in französischer Sprache an und setzen der Botschaft der Hintermänner gezielt eine Botschaft der Kantonspolizei St. Gallen entgegen», schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung.

Diese soll den potenziellen Einbrechern direkt ins Auge stechen: «Es hat zwar schöne Autos im Betrieb, aber keine Autoschlüssel und keine Wertsachen. Ein Einbruch lohnt sich nicht.» Mit dieser Präventionsoffensive erhofft sich die Polizei, die Zahl der Autodiebstähle zu senken.

Kriminelle Gruppen aus den Banlieues

Das Fedpol hat Kenntnis von schweizweit 360 Einbrüchen oder Einbruchsversuchen in Autogaragen seit Anfang 2025. Dafür würden gezielt Minderjährige rekrutiert.

Bei den Auftraggebern könne eine Verlagerung weg von Einzeltätern hin zu organisierten kriminellen Gruppen aus den Banlieues französischer Grossstädte beobachtet werden, heisst es beim Fedpol.

Anfang Dezember etwa konnten die Polizeibehörden in Lyon fünf Personen festnehmen, denen vorgeworfen wird, Luxusfahrzeuge in Frankreich und der Schweiz gestohlen und nach Afrika verschifft zu haben.

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