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Staatsratspräsident Reynard trifft Italiens Botschafter im Wallis

Staatsratspräsident Reynard trifft den italienischen Botschafter im Wallis
Staatsratspräsident Reynard trifft den italienischen Botschafter im Wallis Keystone-SDA

Italienische Patienten, die nach dem Brand in Crans-Montana im Spital Wallis unterkamen, müssen dafür nichts bezahlen. Das bekräftigte Staatsratspräsident Mathias Reynard am Freitag nach einem Treffen mit dem italienischen Botschafter im Wallis.

(Keystone-SDA) Bereits am Montag hatte der Walliser Regierungspräsident in einem Telefongespräch mit Botschafter Gian Lorenzo Cornado diesen Punkt klargestellt. Das schon vor Wochen vereinbarte Arbeitstreffen am Freitag in Martigny diente nun dazu, eine Bestandesaufnahme in der Angelegenheit Crans-Montana vorzunehmen.

Das Gespräch, das am Freitagnachmittag stattfand, dauerte weniger als eine Stunde. Kurz darauf teilte der Botschafter den italienischen Nachrichtenagenturen mit, dass es bei den Gesprächen um die Rechnungskopien gegangen sei, die das Spital Wallis letzte Woche an italienische Familien verschickt hatte.

Verunsicherung und Empörung in Italien

Die Beträge für die Behandlung von drei Verletzten am 1. Januar liegen zwischen 17’000 und 66’800 Franken. Sie sorgten bei den Betroffenen für grosse Verunsicherung und in Italien für Empörung.

Konkret wurden die drei Rechnungen an die Gemeinsame Einrichtung KVG weitergeleitet. Diese klärt zusammen mit den italienischen Versicherungen und den zuständigen Verbindungsstellen ab, welche Kosten von welcher Versicherung übernommen werden.

Die italienischen Familien seien bereits Ende Februar bis Anfang März schriftlich über das Vorgehen informiert worden, falls sie entsprechende, für sie nicht zahlungspflichtige Rechnungen erhalten, stellte am Dienstag die Walliser Dienststelle für Gesundheitswesen klar. Zudem handle es sich bei den zugestellten Dokumenten lediglich um Kopien zur Information der Betroffenen

Ganze Reihe von Verstimmungen

Die Angelegenheit mit den Rechnungskopien ist nicht die erste Verstimmung zwischen der Schweiz und Italien.

Rom hatte am 24. Januar seinen Botschafter zurückgerufen, um seine Missbilligung gegenüber den Ermittlungen der Walliser Behörden zur Brandkatastrophe in Crans-Montana und insbesondere zur Freilassung des Besitzers der Bar, wo das Feuer ausgebrochen war, Jacques Moretti, am 23. Januar zum Ausdruck zu bringen.

Mitte Februar einigten sich die italienischen und die Walliser Strafverfolgungsbehörden schliesslich auf eine verstärkte Zusammenarbeit, um die Details der Tragödie aufzuklären.

Am 25. März reiste ein italienischer Staatsanwalt in Begleitung von Ermittlern für zwei Tage ins Wallis, um sich mit den Ermittlungsakten vertraut zu machen.

Der italienische Botschafter kehrte schliesslich am 6. April in die Schweiz zurück – mit dem erklärten Ziel, die Wirksamkeit der Zusammenarbeit aus nächster Nähe zu überprüfen.

Bei der Brandkatastrophe in der Silvesternacht in der Bar «Le Constellation» starben 41 Menschen, 115 wurden teils schwer verletzt. Sechs der Todesopfer sind aus Italien und zehn der Verletzten.

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