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Stadtzürcher Parlament fordert ein Freibad für Witikon

Keystone-SDA

Das höchstgelegene Quartier Zürichs soll ein eigenes Freibad erhalten: Das Stadtzürcher Parlament hat am Mittwoch ein Postulat für ein Naturfreibad in Witikon überwiesen. Der Stadtrat zeigte sich wohlwollend, wollte aber nichts versprechen.

(Keystone-SDA) Die Witiker Bevölkerung träume seit Jahrzehnten von einem Freibad im Quartier, heisst es in der Motion von Urs Riklin und Ex-Gemeinderat Balz Bürgisser (beide Grüne). In den 1970er-Jahren sei dieser Traum fast in Erfüllung gegangen: 1976 wurde ein Projektwettbewerb für ein Freibad durchgeführt. 1977 wurde das Siegerprojekt erkoren. 1979 liess der Stadtrat das Projekt aber im Zuge allgemeiner Sparmassnahmen fallen.

Nun soll ein Wasserspeicher in der Nähe des Sportzentrums erstellt werden, «welcher als Naturfreibad angelegt wird und der von der Bevölkerung zum Baden genutzt werden kann». Das darin gespeicherte Wasser soll zugleich zur Bewässerung der Rasenspielfelder des Sportzentrums dienen. Das Naturfreibad soll überwiegend mit Regenwasser und mit Quellwasser gespiesen werden.

Die Badedichte in Zürich sei zwar hoch, sagte Urs Riklin am Mittwoch. Doch in Witikon soll die Bevölkerung stark wachsen. «Da wir mit weiteren Hitzetagen rechnen müssen, wäre ein Bad dort sinnvoll», sagte er.

Nicht auf Kosten anderer Sportarten

Eine Badi brauche viel Platz, sagte Sabine Koch (FDP). Diese solle nicht auf Kosten anderer Sportarten entstehen. Leidtragende wären in dem Fall Fussball und American Football, sagte sie.

Einigen war die Forderung zu konkret. Mischa Schiwow (AL) wollte nur ein Freibad im Text des Vorstosses haben. Wie genau dieses gespiesen werden soll und wo es hinkommt, sollte offen bleiben.

Stadtrat Balthasar Glättli (Grüne) fand das Anliegen sinnvoll. Um 21 Prozent soll die Bevölkerung in Witikon bis 2050 wachsen. Die Bäder seien beliebt, 2 Millionen Besuche zählten die Zürcher Freibäder pro Jahr, sagte er. Aber er wolle ehrlich sein: «Wir können in zwei Jahren keinen Kredit dafür vorlegen». Es gebe einfach genug andere Projekte, die derzeit geplant werden müssen. Aber der Stadtrat wäre bereit das Bad umsetzen, ein Postulat statt der verbindlichen Motion fand er jedoch sinnvoller.

Riklin lehnte die Textänderung ab, es sollte keinen «weiteren Chemietümpel» geben. Er akzeptierte aber «schweren Herzens» die Umwandlung in ein Postulat. Der Rat nahm dieses schliesslich mit 77 zu 38 Stimmen an.

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