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Gegen die englische Sprache sei nichts einzuwenden, hiess es im Ständerat. In der Schweiz sollte aber in einer Landessprache kommuniziert werden. (Symbolbild)

KEYSTONE/EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

(sda-ats)

Der Ständerat hat sich am Mittwoch mit der Dominanz des Englischen in der Wissenschaft befasst. Joachim Eder (FDP/ZG) wollte vom Bundesrat wissen, warum die Landessprachen vernachlässigt würden. Auch andere Ständeräte finden das problematisch.

Eder kritisierte in seiner Interpellation, dass Gesuche an den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) nur in englischer Sprache akzeptiert würden. Auch manche von Bundesämtern eingesetzte Arbeitsgruppen tauschten sich auf Englisch statt in den Landessprachen aus.

Es entstehe der Eindruck, der SNF hintertreibe die Sprachenpolitik des Bundes, sagte Eder. Dasselbe gelte für Arbeitsgruppen gewisser Departemente. Der Nationalfonds stellt sich auf den Standpunkt, Gesuche würden durch internationale Expertengruppen geprüft. Deshalb sei es erforderlich, dass der wissenschaftliche Teil in englischer Sprache abgefasst sei.

Diskriminierung von Schweizern

Das sei "sachlich falsch", sagte Eder. Es sei nämlich nicht einzusehen, wie ein Experte ein Forschungsprojekt zur Schweizer Geschichte oder Verfassung kompetent begutachten könne, wenn er keine Landessprache beherrsche.

Wer in einer Fremdsprache formulieren müsse, verliere einen Teil seiner intellektuellen Kompetenz, stellte Eder fest. Daher könne es nicht im Interesse der Schweiz sein, die Landessprachen zu marginalisieren. "Wir diskriminieren damit unsere Schweizer Wissenschaftler."

Sogar bei Verhandlungen mit Italien

Auch Didier Berberat (SP/NE) sprach von einem "beunruhigenden" Problem. Symptomatisch dafür sei, dass Verhandlungen zwischen der Schweiz und Italien zum Doppelbesteuerungsabkommen in Englisch stattgefunden hätten - der Sprache eines Landes, das die EU verlasse. Und das, obwohl Italienisch in der Schweiz eine Landessprache sei.

Beherrsche auch nur ein Mitglied einer Gruppe oder ein Experte die Landessprachen nicht, werde heute Englisch kommuniziert, stellte Berberat weiter fest. Es stelle sich die Frage, ob man nicht in den Nachbarländern qualifizierte Experten finden könnte.

Nicht nur eine Lehrplan-Frage

Thomas Hefti (FDP/GL) wies auf die Diskussionen über den Sprachunterricht in der Schule hin. Der Bund poche darauf, dass vor dem Englischen eine zweite Landessprache unterrichtet werden müsse. Mit dem SNF aber könne man nicht in einer Landessprache verkehren. "Das darf doch einfach nicht sein", befand Hefti.

Es genüge nicht, die Landessprachen einfach im Lehrplan abzuhandeln. Entscheidend sei, dass sie im Alltag gepflegt würden. Der Bund müsse das dort tun, wo er Einfluss ausüben könne. Beim SNF könne er es über die Zuteilung der Mittel tun. Wolle der Nationalfonds nicht auf Experten verzichten, welche keine Landessprache beherrschten, sollte er auf seine Kosten Übersetzungen anfertigen lassen müssen.

In internationaler Konkurrenz

Bildungsminister Johann Schneider-Ammann nahm den Nationalfonds in Schutz. Dieser müsse hochgradig kompetitiv funktionieren können. Die Wissenschaftssprache dazu sei Englisch. Daran könne man nicht schrauben, sagte Schneider-Ammann. "Alles andere ist ein 'effort quotidien de nous tous'."

Den Bundesbehörden auferlegt das Sprachengesetz, dass sie grundsätzlich in einer der Landessprachen kommunizieren müssen. Bei Arbeitssitzungen liegt es im Ermessen der Ämter, in welcher Sprache diese abgehalten werden, sofern dabei die Mehrsprachigkeitsweisungen befolgt werden. Die Verwendung des Englischen als Arbeitssprache ist dabei nicht explizit geregelt.

Sie sollte sich jedoch laut dem Bundesrat vorwiegend auf die externe Kommunikation im internationalen Bereich beschränken und dann zur Anwendung kommen, wenn externe oder auch internationale Mitglieder von Arbeitsgruppen nicht über ausreichende Kenntnisse in den Landessprachen verfügen.

SDA-ATS