Streit zwischen Sforza und Trossero entbrannt

Sforza (li) ist sauer, weil Trossero (re) ihn über seine Absetzung als Captain nicht informiert hatte. Keystone Archive

Trotz dem knappen 1:0-Zittersieg am Samstag auf den Färöer-Inseln herrscht vor dem Verfolgerduell am Mittwoch in Basel gegen Slowenien in der Schweizer Nationalmannschaft nicht nur Freude. Ciriaco Sforza zeigte sich verärgert über seine stillose Entmachtung als langjähriger Captain durch Trainer Enzo Trossero.

Dieser Inhalt wurde am 04. Juni 2001 - 17:29 publiziert

Bayern-Söldner Sforza hatte am Sonntagmorgen (04.06.) nach einer kurzen, vorwiegend schlaflosen Nacht das Gespräch mit Trossero gesucht. Nach fünf Jahren als Schweizer Captain hatte er am Samstag fünf Minuten vor Spielbeginn zur Kenntnis nehmen müssen, dass Stéphane Henchoz statt seiner die Captain-Binde überstreifte, ohne dass er vom Trainer darüber informiert worden wäre.

"Ich ging davon aus, nach meiner Rückkehr wieder Captain zu sein. So, wie das überall üblich ist. Schliesslich habe ich dieses Amt vor meiner dreimonatigen Verletzung jahrelang innegehabt. Und ich denke, dass ich viel für diese Mannschaft getan habe. Auch während meiner Verletzung, als ich immer Kontakt zum Team hatte", sagte Sforza.

Im persönlichen Gespräch hatte Trossero dann jegliche Probleme mit Sforza verneint. "Ich sagte Trossero dann,", so Sforza, "dass es für mich eine Frage des Respektes sei. Für mich ist das Captain-Amt eine wichtige Funktion. Auf diesem Niveau sollte man wenigstens informiert werden, wenn ein anderer die Binde bekommt. Zumindest habe ich das in Deutschland und Italien so erlebt."

Trossero seinerseits sagt zur Captain-Frage nur: "Die letzten vier Spiele war Stéphane Henchoz unser Captain. Logisch also, dass er es auch gegen Färöer war. Aber das ist doch nur eine Kleinigkeit, die ich nicht weiter kommentieren will." Was allerdings nur zum Teil stimmt: Im letzten Spiel gegen Schweden war Johann Vogel Captain, weil Henchoz nicht mittat, um sich für seinen Verein zu schonen.

Sforza ging es nicht um seine Auswechslung gegen Färöer: "Ich weiss selber, dass es mir nicht gut lief. Nach meiner langen Pausewaren aber auch keine Wunderdinge zu erwarten. Kämpferisch jedoch konnte mir niemand etwas vorwerfen." Nach den Vorfällen rund um das Spiel in Toftir rechnet Sforza nicht mehr mit einem Einsatz am Mittwoch gegen Slowenien: "Es ist für mich klar, dass Fournier für mich in die Mannschaft rückt. Das ist jedoch kein Problem für mich. Der Trainer macht die Aufstellung, nicht ich."

Auch der mitgereiste Nationalmannschafts-Delegierte Ernst Lämmli hatte die Unzufriedenheit des ehemaligen Captains mitbekommen. Vergeblich versuchte der Aargauer noch am Samstagabend, die beiden Exponenten zu einem Gespräch zusammenzubringen. "Es war jedoch eine schwierige Aufgabe ohne zufriedenstellendes Ergebnis. Enzo Trossero hat eine Aussprache abgelehnt, er spricht nicht mit mir", sagte Lämmli, der einiges Verständnis für Sforzas Ärger aufbringt.

Die Schweizer Delegation war am Sonntag wieder in die Schweiz zurückgereist. Siebeneinhalb Stunden dauerte die Reise, und sie ging gleich weiter von Kloten nach Liestal, wo sich das Team auf das Spiel vom Mittwoch im Basler St.-Jakob-Park vorbereitet.

swissinfo und Agenturen

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