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Sunrise 9Mte: Auf Wachstumskurs – «Tal der Tränen durchschritten» (AF)

(Ergänzt um Aussagen des Sunrise-Finanzchefs)
Zürich (awp/sda) – Der jahrelange Schrumpfkurs von Sunrise ist offenbar zu Ende. Der zweitgrösste Telekomanbieter der Schweiz hat in den ersten neun Monaten deutlich mehr umgesetzt und verdient. Nach Ansicht des Unternehmens ist die Talfahrt vorüber.
Der Umsatz kletterte zwischen Januar und Ende September um 7,9% auf 1,487 Mrd CHF, wie die Tochter des dänischen Telekomkonzerns TDC am Freitag bekannt gab. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) legte um 11,9% auf 368 Mio CHF zu. Die Betriebsgewinnmarge habe sich von 23,9 auf 24,8% verbessert.
Unter dem Strich verdiente Sunrise 111 Mio CHF. Das sind 0,9% weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Grund sei, dass Sunrise in diesem Jahr erstmals Gewinnsteuern bezahlen müsse, nachdem die Verlustvorträge aus den früheren Perioden bis 2008 aufgebraucht seien.
Vor Steuern sei der Gewinn um 28,5% auf 144 Mio CHF gestiegen. Für Schub sorgte auch die Übernahme von Konkurrentin Tele2 im vergangenen Jahr. Wieviel dies zum Ergebnis beitrug, gab Sunrise nicht bekannt.
Der Turnaround sei geschafft mit einem EBITDA-Wachstum von fast 12%, sagte Sunrise-Finanzchef Christian Hütwohl im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA: «Wir haben das Tal der Tränen 2008 erfolgreich durchschritten.»
Um wieder mehr Kunden anzulocken, hatte Sunrise im Jahre 2008 die Preise deutlich gesenkt. Dies habe den EBITDA im Gesamtjahr 2008 auf 459 Mio CHF gedrückt.
«Jetzt sind wir wieder auf einer sehr schönen Wachstumskurve. Wir erwarten, dass wir das Wachstum in den kommenden Jahren über das Betriebsgewinn-Niveau von 2007 in Höhe von 518 Mio CHF hinaustreiben können», sagte Hütwohl. Sunrise sei sehr zufrieden mit den Ergebnissen der ersten neun Monate.
Da Tele2 vor allem im Festnetz stark war, profitierte Sunrise durch die Übernahme stark bei der Festnetztelefonie und dem Breitbandinternet. Der Umsatz im Festnetz kletterte um 15,9% auf 489 Mio CHF. Beim Internet legten die Umsätze gar um 28% auf 137 Mio CHF zu.
Dank den über 400’000 Kunden von Tele2 hat Sunrise mit 2,85 Mio zwar gut ein Fünftel mehr Kunden als vor einem Jahr. Davon ist allerdings bereits wieder ein Teil abgewandert. Ende 2008 hatte Sunrise noch 2,86 Mio Kunden.
Der Löwenanteil der Kunden entfällt auf den Mobilfunk, wo Sunrise in den ersten neun Monaten die Zahl der Handynutzer von 1,78 auf 1,85 Mio steigern konnte. «Mit 22,5% haben wir den höchsten Marktanteil in der Geschichte von Sunrise erreicht», sagte Hütwohl.
Die Telekomanbieterin habe die Investitionen um 38,2% auf 134 Mio CHF erhöht. Davon gehe der grösste Teil in die Entbündelung der so genannten «letzten Meile» der Swisscom von der Telefonzentrale bis zum Hausanschluss und den Ausbau des UMTS-Handynetzes, sagte Hütwohl.
Derzeit seien 118’000 Hausanschlüsse entbündelt. Diese kann Sunrise direkt mit eigenen Telefonie- und Internetangeboten beliefern, die unabhängig von der Swisscom sind. Ein Drittel davon sind Neukunden, die vorher noch nicht mit Sunrise telefoniert oder gesurft haben. Geht die bisherige Wachstumsrate weiter, dürfte Sunrise Ende Jahr etwa 130’000 entbündelte Anschlüsse haben.
cc

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