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Noten in einer Geldbörse.

Die Woche in der Schweiz 

Liebe Leserinnen und Leser 

Wie in vielen anderen europäischen Ländern stehen auch in der Schweiz die zunehmend knappen Haushaltsbudgets im Mittelpunkt. Das Thema Geld zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Auswahl der Schweizer Nachrichten der vergangenen Woche. 

Im Alpenland gibt es jedoch eine originelle Lösung, wenn es hart auf hart kommt: Man kann im Garten nach Gold graben. Das ist kein Witz, wie Sie in unserer Rubrik «Ungewöhnliche Schweiz” erfahren. 

Viel Vergnügen beim Lesen! 

DIE SCHWERPUNKTE DER WOCHE

Einkaufswagen.
Keystone / Goran Basic

Eine grosse Umfrage der SRG weist darauf hin, dass die finanzielle Situation der Schweizer Haushalte Anlass zur Sorge gibt. Ein Drittel der Befragten bezeichnet sie als “schwierig”.  

Die Umfrage “Wie geht’s, Schweiz?” zeigt, dass finanzielle Sorgen die Menschen heute stärker belasten als noch vor einem Jahr, als die Befragung erstmals durchgeführt wurde. Insgesamt 35 Prozent der Befragten empfinden ihre eigene Situation als sehr oder ziemlich belastend, das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Fast die Hälfte der Befragten macht sich “etwas” Sorgen um ihr Haushaltsbudget, nur 18% sind überhaupt nicht besorgt. 

Besonders problematisch scheint die Situation im italienischsprachigen Landesteil zu sein, wo 59% der Befragten ihre finanzielle Situation als “sehr oder eher sehr schwierig” bezeichnen. In allen Landesteilen gilt jedoch: Die Preise steigen deutlich schneller als die Löhne, was zu einem Verlust der Kaufkraft führt.   

Die Umfrage zeigt zudem, dass eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer findet, dass die Kluft zwischen Arm und Reich zu gross ist (44,38%) und Reichtum stärker besteuert werden sollte (41,73%). Das kann politische Folgen haben. Die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung erkläre zum Teil, warum die Mitte-Rechts-Mehrheit im Parlament bei den letzten Abstimmungen Rückschläge erlitten hat, insbesondere bei der 3ten AHV-Rente, so die SRG-Analyse. 

Einkaufen bei der Migros
Keystone / Michael Buholzer

Die Migros hat diese Woche eine grundlegende Neuausrichtung ihrer Strategie angekündigt. Mit günstigeren Produkten und neuen Filialen will der Schweizer Einzelhandelsriese auf die Konkurrenz der Discounter reagieren.   

Es ist eine Art “Rückkehr zu den Wurzeln” für den orangen Riesen. Im Jahr 1925 hatte Gründer Gottlieb Duttweiler den stark kartellierten Schweizer Markt mit einem Preissturz aufgemischt. Fast genau ein Jahrhundert später will die Migros an dieses Erfolgsrezept anknüpfen. Dafür will sie bis 2030 2,5 Milliarden Franken investieren, 350 Supermärkte modernisieren, 140 neue eröffnen und die Preise von tausend Produkten senken.   

Die strategische Neuausrichtung findet in einem für die Migros besonderen Kontext statt. Der Detailhandelsriese befindet sich seit 2019 in einer umfassenden Reorganisation und will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. So hatte das Unternehmen bereits im Februar angekündigt, sich von spezialisierten Marken beispielsweise in den Bereichen Möbel (Micasa), Elektronik (Melectronics), Sport (SportX) oder Reisen (Hotelplan) trennen zu wollen.  

Ob die neue Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Kritische Stimmen halten sie für riskant, insbesondere weil die Migros ihr Markenimage beschädigen und den eigenen Discounter (Denner) untergehen lassen könnte. Für die Schweizer Haushalte ist es jedenfalls eine gute Nachricht: Nach der Ankündigung der Migros haben die Discounter Aldi und Denner sofort mit Vergünstigungen reagiert. Der Preiskampf könnte begonnen haben. 

Zwei Männer an einer Medienkonferenz.
Keystone / Peter Klaunzer

Die Schlankheitskur bei der Schweizerischen Post geht weiter. Am Dienstag kündigte die Spitze des gelben Riesen an einer Medienkonferenz zur Strategie “Post von morgen” den Abbau von weiteren 170 Filialen an. Die Massnahme hatte sich seit dem Frühjahr abgezeichnet.  

Der Grund bleibt immer derselbe: “Ein drastischer Rückgang des Schaltergeschäfts“, wie die Post erklärt. Besonders stark sei der Rückgang bei den Einzahlungen, die seit 2010 um 68 Prozent zurückgegangen sind, aber auch bei den Briefen. Die Direktion der Post geht davon aus, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren fortsetzen wird.   

Für die Filialen, die von einer Schliessung bedroht sind, werden derzeit alternative Lösungen geprüft. Der Kundenservice könnte durch Kooperationen mit Partnergeschäften oder direkt bei den Kundinnen und Kunden, während der Rundgänge der Briefträger, aufrechterhalten werden.  

Seit Juli steht die Post nach eigenen Angaben in Kontakt mit den Kantonen und Gemeinden, die von den Anpassungen betroffen sind, um gemeinsam Lösungen zu finden. Ziel der Post ist es, schweizweit 2000 Standorte zu erhalten – 600 davon als eigene Filialen (statt aktuell 770) und 1400 in Zusammenarbeit mit Partnern. 

Die Ankündigung sorgte in den betroffenen Regionen für erheblichen Unmut. Die Gewerkschaft Syndicom fordert, dass die Post ihr bestehendes Netz beibehält, und ruft alle politischen Akteure dazu auf, sich aktiv gegen die Abbaupläne einzusetzen. 

Ein Ausfuhrschein samt Einkaufswagen.
Keystone

In seiner Sitzung vom 16. Oktober gab der Bundesrat bekannt, dass die Freigrenze für die Besteuerung von Auslandseinkäufen ab dem 1. Januar 2025 gesenkt wird. Diese Ankündigung sorgte in der vergangenen Woche erneut für zahlreiche Berichte in den Schweizer Medien. 

Aktuell wird die Mehrwertsteuer (MWST) bei Einkäufen im grenznahen Ausland erst ab einem Gesamtwert von 300 Franken pro Tag und Person erhoben. Der Bundesrat hat beschlossen, diese Freigrenze ab nächstem Jahr auf 150 Franken zu senken. Damit will die Landesregierung die Auswirkungen des “Einkaufstourismus” auf die Schweizer Geschäfte in den grenznahen Kantonen begrenzen. 

Der grenznahe Einkauf ist weit verbreitet, da die meisten Lebensmittel im benachbarten Ausland günstiger sind. Daran dürfte auch der Entscheid des Bundesrats wenig ändern. Die meisten Personen, die in den Medien befragt wurden oder Artikel kommentierten, künden an, dass sie künftiger einfach häufiger ins Ausland fahren würden, um die 150-Franken-Grenze nicht zu überschreiten. 

Auch die Geschäfte jenseits der Grenze scheinen von der Änderung wenig beunruhigt. “Für uns ändert sich nichts. Für die Schweizer Kundschaft allerdings schon, denn sie wird künftig öfter kommen. «Statt einmal vielleicht zweimal pro Woche“, meinte etwa der Geschäftsführer eines elsässischen Supermarktes gegenüber France Bleu und France 3. 

Zwei Männer an einer Medienkonferenz der SNB.
Keystone / Anthony Anex

Bald sollen neue Banknoten in die Portemonnaies der Schweizer Einzug halten. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am Mittwoch einen Gestaltungswettbewerb für in der Schweiz tätige Grafikerinnen und Grafiker lanciert.   

Die künftigen Nötli sollen sich dem Thema “Die Schweiz und ihre Höhenlagen” widmen. Gemäss Mitteilung der SNB wird die neue Serie „unser Land von den tiefsten Tälern bis hinauf zu den höchsten Gipfeln” darstellen und das “vielfältige Leben in der Schweiz wiedergeben, welches sich auf den unterschiedlichen Höhenlagen abspielt”.  

Nach Eingang der Bewerbungen werden zwölf Grafikdesigner für den Wettbewerb ausgewählt. Beginnen soll dieser dann im Februar 2025. Die Entwürfe für die verschiedenen Banknoten sollen im Herbst veröffentlicht werden.   

Es wird die zehnte Banknotenserie in der Geschichte der Schweizer Währung sein. Die letzte wurde zwischen 2016 und 2019 schrittweise in Umlauf gebracht.  

Die Nationalbank ist überzeugt, dass Bargeld auch in Zukunft eine wichtige Rolle als Zahlungsmittel und zur Wertaufbewahrung behalten wird. Derzeit werden in der Schweiz noch rund ein Drittel aller Zahlungen mit Bargeld abgewickelt.   

UNGEWÖHNLICHE SCHWEIZ

Die Schweiz ist traditionell das Land der Banken und Versicherungen. Kein Wunder also, dass viele Schweizer ein wenig Gold – in Form von Münzen oder Barren – aufbewahren, um sich gegen Schicksalsschläge zu wappnen. Laut einer neuen Umfrage sind das insgesamt 200 Tonnen im Wert von 14,9 Milliarden Franken.  

Viel ungewöhnlicher ist jedoch die Art und Weise, wie dieses Gold aufbewahrt wird. Man könnte meinen, dass der grösste Teil des Edelmetalls sicher in den Tresoren der Banken schlummert. In vielen Fällen aber ziehen es die Schweizer vor, ihr Geld in Reichweite oder sogar unter ihren Füssen zu hörten…  

Mehr darüber erfahren Sie in unserem Artikel:

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Eine Hand hält Münzen.

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Warum manche ihr Gold im Garten vergraben

Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht Gemäss einer Studie der Universität St. Gallen sind in Schweizer Gärten10 Tonnen des Edelmetalls vergraben.

Mehr Warum manche ihr Gold im Garten vergraben

DAS BILD DER WOCHE

Nebel über dem Bundeshaus.
Keystone / Anthony Anex

Der Herbst ist nun wirklich in der Schweiz angekommen. Täglich sind weite Teile des Landes, besonders das Mittelland, in dichten Nebel gehüllt – so auch das Bundeshaus in Bern.

Je nach persönlichen Vorlieben wirkt dies romantisch oder ein wenig unheimlich. 

NÄCHSTE WOCHE

Die Agenda für die kommende Woche ist recht überschaubar. Keine Highlights springen sofort ins Auge. Wir legen unseren Fokus daher auf ein internationales Ereignis, das niemanden kalt lassen wird: den Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA. Der Urnengang wird zweifellos auch in der Schweiz aufmerksam verfolgt und lebhaft kommentiert werden. 

Übersetzt mit DeepL/ck 

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