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Viele Männer an einem Tisch, dahinter die Flaggen der Schweiz, der USA, der Ukraine und Russlands

Die Woche in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Genf, das Wallis, Milano Cortina und Bern. Sie produzierten diese Woche Schlagzeilen in der Schweiz. International sorgten die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den USA zum Ukrainekrieg sowie die Atomverhandlungen zwischen den USA und Iran, die beide in Genf stattfanden, für das grösste Echo.

Lawinenniedergänge und starker Schneefall sorgten im Wallis dafür, dass mehrere Ortschaften für einige Tage von der Aussenwelt abgeschnitten waren oder zeitweise sogar evakuiert werden mussten. Welche beiden anderen Themen wichtig waren, erfahren Sie in diesem Wochenbriefing.

Herzliche Grüsse aus Bern

Viele Kameras und einige Presseleute mit Mikrofonen
Gleich zwei hochrangige Treffen in Genf: Das Medieninteresse war diese Woche entsprechend gross. Keystone / Martial Trezzini

Genf stand diese Woche im Zentrum des internationalen Interesses, mit den Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland wie auch den Atomverhandlungen zwischen den USA und Iran. Auch wenn kaum Ergebnisse erzielt wurden, werteten die Medien die Treffen als bedeutende Erfolge für die Schweizer Diplomatie.

Am Dienstag und Mittwoch trafen sich Vertretende der Ukraine, Russlands und der USA in Genf zu Verhandlungen über einen Frieden im Ukrainekrieg. Sie gingen am zweiten Verhandlungstag bereits nach knapp zwei Stunden zu Ende und brachten wenig Fortschritte. Bereits jetzt ist aber klar, dass die Schweiz gefragt bleibt. «Ich möchte unterstreichen, dass das nächste Treffen ebenfalls in der Schweiz stattfindet», zitierten verschiedene Medien den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski.

Bei den Atomgesprächen zwischen den USA und Iran in Genf sprechen die Medien von einer ersten diplomatischen Annäherung. Man habe sich am Dienstag auf grundlegende «Leitprinzipien» für das weitere Vorgehen geeinigt. Man wolle nun Textentwürfe für ein mögliches Abkommen austauschen und einen Termin für eine dritte Runde festlegen, hiess es.

Mit diesen beiden Treffen konnte die Schweiz wieder auf die internationale Bühne der Diplomatie zurückkehren, wie mein Kollege Dorian Burkhalter schreibt. Sie war zuvor von Istanbul und Abu Dhabi in den Schatten gestellt worden.

Eine Frau
Für Finanzministerin Karin Keller-Sutter bedeutet der Überschuss keine Verschnaufpause auf ihrem Sparkurs. Keystone / Peter Schneider

Bundesbern meldet für das Jahr 2025 einen Überschuss in der Rechnung. Statt der budgetierten 800 Millionen Franken im Minus meldete der Bundesrat diese Woche ein Plus von 300 Millionen Franken. Dies ist vor allem auf den Kanton Genf zurückzuführen.

Die Schweiz hat plötzlich eine Milliarde Franken mehr in der Kasse als gedacht. Dieser Umstand ist jedoch keinem generellen Spartrend zu verdanken, sondern primär temporären Mehreinnahmen aus Genf: Der Kanton hatte es über Jahre hinweg versäumt, provisorische Steuerrechnungen an grosse Unternehmen zu stellen, namentlich an solche aus dem Energie- und Rohstoffsektor.

Zum Vergleich: Das Gesamtbudget des Bundes beträgt fast 90 Milliarden Franken. Finanzministerin Karin Keller-Sutter sprach am Mittwoch in Bern von einer «Punktlandung». Sie gab aber zu bedenken, dass ohne Sparpakete bis 2029 Defizite von zwei bis vier Milliarden Franken drohen würden. «Das ausgeglichene Rechnungsergebnis 2025 ändert an der Notwendigkeit des Entlastungspakets 27 leider nichts», zitiert der Tages-Anzeiger die Bundesrätin.

Während die Linke von «Fehlprognosen» spricht, hält der Bundesrat am harten Sparkurs fest. Die Atempause ist kurz, da massive Ausgaben für die Armee und die 13. AHV-Rente bevorstehen. Selbst eine Mehrwertsteuererhöhung würde das Budget nur vorübergehend stabilisieren, hiess es.

Eine eingeschneite und vollständig gesperrte Strasse in den Bergen
Im Wallis mussten zahlreiche Strassen für eine gewisse Zeit vollständig gesperrt werden. Keystone / Laura Juliano

Das Wallis musste am Dienstag vorübergehend die höchste Lawinenwarnstufe 5 melden. Diese wird in der Schweiz nur sehr selten ausgerufen. Lawinenniedergänge sorgten im Südschweizer Kanton für Zugentgleisungen, Verletzte und gesperrte Täler.

Viel Schnee und ein Sturm sorgten diese Woche in verschiedenen Berggegenden der Schweiz für eine kritische Lawinensituation. Am Dienstag galt in mehreren Kantonen zwischenzeitlich die höchste Warnstufe 5.

In der Walliser Gemeinde Orsières mussten rund 50 Einwohnerinnen und Einwohner sicherheitshalber aus einer Gefahrenzone evakuiert werden. Zudem kam es im Kanton zu erheblichen Verkehrsbehinderungen; bei Goppenstein entgleiste ein Zug, wobei eine Lawine als mögliche Ursache untersucht wurde. Fünf Personen wurden verletzt. Und bei Randa erwischte eine Staublawine einen Zug der Matterhorn Gotthard Bahn. Personen kamen dabei nicht zu Schaden.

Inzwischen konnten die meisten Sperrungen wieder aufgehoben oder Umfahrungen eingerichtet werden. Im Bahnverkehr im Wallis muss allerdings immer mit Störungen gerechnet werden.

Eine Frau im Skidress, die sich freut
Überlegen fuhr Marianne Fatton bei der Olympiapremiere des Ski Mountaineering als erste ins Ziel und holte sensationell das sechste Gold für die Schweizer Delegation. EPA / Anna Szilagyi

Milano Cortina sorgte diese Woche ebenfalls für einige Schlagzeilen, die meisten davon positiv für Schweizer Athletinnen und Athleten. Bei den Olympischen Winterspielen lieferten nach dem Medaillenregen der Männer in der Vorwoche – Stichworte von Allmen, Odermatt, Meillard – nun auch die Frauen erfreuliche Ergebnisse – darunter auch eine Walliserin.

Am Montag machte Loïc Meillard seinen Medaillensatz bei Olympia komplett: Nach Silber in der Team-Kombination und Bronze im Riesenslalom holte er sich die Goldmedaille im Slalom. Damit ist er nach Franjo von Allmen und Marco Odermatt der dritte Alpine, der an diesen Spielen drei Medaillen gewonnen hat.

Und diese Woche sorgten endlich auch die Schweizer Frauen für Medaillenfreuden. Die folgende Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – sie steht jedoch exemplarisch für eine aussergewöhnlich erfolgreiche Schweizer Woche in Milano Cortina.

Im Sprint-Rennen im Skibergsteigen, das erstmals olympisch ist, schrieb Marianne Fatton (Neuenburg) am Donnerstag mit der Goldmedaille Sportgeschichte. Am Mittwochmorgen hatten bereits Nadine Fähndrich (Luzern) und Nadja Kälin (Graubünden) im olympischen Teamsprint die Silbermedaille geholt. Am Nachmittag machte es ihnen die Walliserin Camille Rast nach und gewann Silber im Slalom. Für weiteren Jubel sorgte auch Fanny Smith, die am Freitag im Skicross die Silbermedaille gewann.

Im Eishockey gewannen die Frauen am Donnerstag mit einem späten Sieg gegen Schweden die Bronzemedaille. Pech hatten die Schweizer Hockeyspieler. Die Nationalmannschaft scheiterte am Mittwochabend im Viertelfinal knapp an Finnland.

Eine Maske mit blauen Haaren, breitem Grinsen und riesiger, roter Nase
Die so genannten Waggis sind beliebte Figuren am Cortege der Basler Fasnacht. Keystone / Georgios Kefalas

Die kommende Woche

Am Montagmorgen beginnt um 4 Uhr früh mit dem traditionellen Morgestraich die Basler Fasnacht. Der grösste Fasnachtsumzug Schweiz gehört unterdessen zum immateriellen Unesco-Weltkulturerbe. Für Baslerinnen und Basler fangen damit die «drei schönsten Tage» an.

Am Dienstag wird in Bern bekanntgegeben, wer den diesjährigen Ehrenpreis des Schweizer Filmpreises erhalten wird. Der mit 30’000 Franken dotierte Preis würdigt herausragende Persönlichkeiten, deren Gesamtwerk oder ausserordentliches Engagement die Schweizer Filmkultur massgeblich geprägt hat.

Ebenfalls am Dienstag findet in Zürich ein Ereignis statt, auf das sich Literaturfans freuen dürften: Erstmals wird nämlich der Matura-Aufsatz von Max Frisch aus dem Jahr 1930 publiziert – in einem Büchlein zum 175. Geburtstag des Lehrmittelverlags Zürich.

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