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Zwei Menschen am Sonnenbaden

Die Woche in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Nachrichten der vergangenen Woche waren recht ruhig. Und das aus gutem Grund: Die Schweiz fiel in den Ostermodus und genoss den Frühling in vollen Zügen.

Doch Ferien bedeuten nicht unbedingt Ruhe: Zwischen Unfällen, Staus und explodierenden Benzinpreisen mangelt es dieser wöchentlichen Auswahl nicht an Würze.

Viel Spass beim Lesen

Kirschblüten
Nicht nur in Japan blühen die Kirschbäume, sondern auch in Zürich. Keystone / Michael Buholzer

In den letzten Tagen wurde in der Schweiz viel über das Wetter gesprochen. Nicht, weil es an Gesprächsthemen mangeln würde, sondern weil der Frühling voll Einzug gehalten hat. MeteoSchweiz hat darauf hingewiesen, dass diese Werte ungewöhnlich hoch sind und deutlich über den Durchschnittswerten für Anfang April liegen.

Doch ebenso auffällig ist der Temperaturkontrast: Auf die milde Welle soll eine Kaltluftmasse folgen, mit einem Temperaturrückgang von mehr als 10 Grad innerhalb von 48 Stunden und stellenweise sogar Schneefall bis in mittlere Höhenlagen. Diese Schwankungen verstärken das Gefühl eines «aus den Fugen geratenen» Wetters und wurden in den Medien ausführlich kommentiert.

Die Natur ist früher als erwartet aus ihrer winterlichen Trägheit erwacht, damit sind die Pflanzen in der Entwicklung voraus und die Obstbäume blühen bereits. Das könnte eine gute Nachricht sein, doch die erwartete Rückkehr der Kälte birgt nun die Gefahr von Frost. Grund genug für Sorgen in der Landwirtschaft.

Die hohen Temperaturen haben eine weitere, für diese Jahreszeit eher ungewöhnliche Folge: ein erhöhtes Risiko für Waldbrände. Im Val Poschiavo, im äussersten Osten der Schweiz, ist ein Grossbrand ausgebrochen. Dank des Einsatzes mehrerer Armeehubschrauber und ziviler Unternehmen konnte er am Mittwoch schliesslich unter Kontrolle gebracht werden. Angesichts der Wetterlage ist es nun verboten, im Tessin und im italienischsprachigen Teil Graubündens Feuer zu entfachen.

Flughafenlogo in Genf
Laut der Fluggesellschaft Easyjet ist der Mittelmeerraum im April bei Schweizer Touristen sehr beliebt. Keystone / Martial Trezzini

Das milde Wetter der letzten Tage hat jedenfalls viele Urlauber glücklich gemacht. Die Schweiz läuft derzeit aufgrund der Osterferien auf Sparflamme – für viele eine Gelegenheit zu verreisen.

Der Konflikt im Nahen Osten hat jedoch die Wahl der Reiseziele etwas verändert. Es versteht sich von selbst, dass etwa Dubai nicht mehr beliebt ist. Laut einer von RTS zitierten Umfrage bevorzugen die Schweizer:innen nahegelegene Reiseziele, die mit dem Auto oder dem Zug erreichbar sind.

Dieser Umfrage zufolge stechen drei Länder besonders hervor: die Schweiz (42% der Nennungen), Italien (19%) und Frankreich (11%). Im Inland bleiben das Tessin und das Wallis die beliebtesten Reiseziele. Bei den etwas weiter entfernten Zielen ist der Mittelmeerraum besonders beliebt. Laut einer Analyse der Fluggesellschaft Easyjet zählen Spanien, Tunesien und Griechenland zu den beliebtesten Reisezielen der Schweizer:innen für diesen April.

Doch Ferien sind nicht immer gleichbedeutend mit Entspannung. Wie üblich berichteten die Medien über zwei wiederkehrende Probleme, die dieses Jahr besonders ausgeprägt waren: Zum einen der Osterstau am Gotthard. Die Wartezeit für die Durchfahrt in Richtung Süden betrug bis zu 3 Stunden und 20 Minuten. Zum anderen die Unfälle in den Bergen, die nach wie vor häufig vorkommen. Die drei Luftrettungsgesellschaften führten allein am Osterwochenende insgesamt 311 Einsätze durch, meist wegen Skiunfällen.

Eine Tankstelle
Auch in der Schweiz geben die Treibstoffpreise Anlass zur Sorge. Keystone / Salvatore Di Nolfi

Die Schweizer Medien haben sich in der vergangenen Woche ebenfalls intensiv mit den Transportkosten befasst. Denn ob Auto oder Flugzeug: Der Konflikt im Nahen Osten hat die Treibstoffpreise auch in der Schweiz stark in die Höhe getrieben. Nach Angaben des Touring Club Suisse sind die Benzinpreise seit Beginn des Konflikts um 10% und die Dieselpreise um 22% gestiegen.

Die Situation führt in einigen Grenzkantonen ausserdem zu einem «Tanktourismus». Lieferengpässe in Frankreich haben viele dazu veranlasst, in der Westschweiz zu tanken. «Wir hatten einen Rekordandrang mit Rekordumsätzen», fasste es ein Tankwart aus einer Genfer Gemeinde in einem RTS-Beitrag zusammen. Im Tessin hingegen ist die Entwicklung umgekehrt. Dort stürmen Schweizer Autofahrende die Tankstellen jenseits der Grenze, um von den günstigeren Preisen zu profitieren, die auf die Preissubventionen der italienischen Regierung zurückzuführen sind.

Der kürzlich vereinbarte zweiwöchige Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran könnte die Lage etwas entspannen. Die Öl- und Gaspreise sind unmittelbar nach der Ankündigung des Waffenstillstands eingebrochen. Der Ölpreis fiel am Mittwoch wieder unter die 100-Dollar-Marke. Doch nichts deutet darauf hin, dass dieser Rückgang von Dauer sein wird, da der Waffenstillstand einhellig als fragil bezeichnet wird.

Zudem dauert es immer eine gewisse Zeit, bis sich der Rückgang des Rohölpreises an der Tankstelle bemerkbar macht, insbesondere weil zunächst die zu hohen Preisen gekauften Vorräte abverkauft werden müssen. Für den TCS ist es derzeit unmöglich, die Entwicklung des Benzinpreises in den nächsten Tagen, Wochen oder sogar Monaten vorherzusagen.

Ein Blumenkranz in Crans-Montana
Die Ermittlungen bleiben kompliziert, doch zumindest verbessern sich die Beziehungen zu Italien. Keystone / Jean-Christophe Bott

Die Woche war geprägt von erneuten Anhörungen zur Tragödie von Crans-Montana. Ein ehemaliger kommunaler Brandschutzbeauftragter machte von seinem Schweigerecht Gebrauch und erklärte, er verfüge nicht über die gesamten Akten. Diese Entscheidung löste heftige Kritik seitens der Anwälte der Zivilparteien aus, die darin ein weiteres Hindernis für die Klärung der Verantwortlichkeiten sehen.

Eine weitere wichtige Entwicklung betrifft einen Verfahrensvorfall: Die kantonale Rettungsorganisation des Wallis hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, nachdem Aufnahmen von Notrufen veröffentlicht worden waren, von denen einige keinen Bezug zu dem Unglück hatten. Diese Indiskretion wirft heikle Fragen zum Datenschutz auf und fügt einer ohnehin schon komplexen Untersuchung eine weitere heikle Dimension hinzu.

Das Walliser Kantonsgericht hat zudem einen Antrag gegen die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Das Gericht ist der Ansicht, dass kein schwerwiegendes Fehlverhalten eine Entziehung der Zuständigkeit rechtfertige, und bestätigte die Staatsanwältinnen in ihrer Rolle, trotz anhaltender Kritik an Dauer und Durchführung des Verfahrens. Eine Beschwerde beim Bundesgericht bleibt möglich.

Schliesslich entspannt sich die Lage mit Italien. Der italienische Botschafter, der von Rom als Zeichen der Missbilligung über die Ermittlungsarbeiten zurückgerufen worden war, ist in die Schweiz zurückgekehrt. In den Medien lobt Gian Lorenzo Cornado nun die justizielle Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern.

Ein Mann an einer Uhrenausstellung
Alle grossen Namen der Uhrenbranche werden in Genf zur Messe Watches and Wonders vertreten sein. Keystone / Salvatore Di Nolfi

Die kommende Woche

Der Terminkalender für die kommende Woche ist nicht besonders voll. Vor allem im Bereich der Wirtschaft ziehen mehrere Veranstaltungen die Aufmerksamkeit auf sich.

Am Dienstag wird in Genf die Uhrenmesse Watches and Wonders eröffnet. Es handelt sich um das Treffen der Schweizer und internationalen Uhrenindustrie, bei dem alle grossen Marken ihre Neuheiten präsentieren.

Am Mittwoch wird die Versicherung Helvetia Baloise ihre Ergebnisse für 2025 vorstellen. Sika, Givaudan und Sulter werden ihrerseits Quartalsergebnisse präsentieren – eine Gelegenheit, die Stimmung in der Schweizer Wirtschaft einzufangen.

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