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Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Vermutlich wird bei Ihnen meistens über Löhne debattiert, weil sie zu niedrig sind. In der Schweiz sorgen oft hohe Gehälter für Schlagzeilen; derzeit im Kanton Zürich, wo gewisse Staatsangestellte ein Vielfaches von einem Regierungsrats-Gehalt beziehen. Zu reden geben hier zudem das Wachstum der Bevölkerung, deren Vertretung im Parlament und Migration.

Herzliche Grüsse aus Bern

Keystone / Martin Ruetschi

Finden Sie Löhne in Millionenhöhe ungerecht? Sind Sie neidisch? Ist es populistisch, wenn Politiker den Managerlöhnen zu Leibe rücken wollen?

Im Kanton Zürich will die Sozialdemokratische Partei (SP) den Maximallohn in den kantonseigenen Betrieben auf eine Million Franken pro Jahr beschränken.

Vom Lohndeckel betroffen wären die Zürcher Kantonalbank (ZKB), ein Kantonsspital und ein Universitätsspital. Laut Geschäftsbericht bezog der Geschäftsleiter der ZKB 2018 einen Lohn von 2,3 Millionen Franken. Im Vergleich dazu ist das Gehalt der Regierungsräte mit 325’000 Franken geradezu bescheiden. Auch die Löhne der anderen Geschäftsleitungs-Mitglieder der kantonseigenen Bank belaufen sich auf durchschnittlich mehr als 1,5 Millionen Franken pro Person.

Wenn Angestellte sogar viel mehr verdienten als ein Mitglied der Regierung, sei dies nicht nur staatspolitisch problematisch, sondern erschüttere auch das Vertrauen in die Institutionen, begründet die SP ihren Vorstoss.

Dass der Staat in die Lohngestaltung seiner Unternehmen eingreifen soll, kommt bei den Bürgerlichen schlecht an. Die Löhne der ZKB-Manager sei im Branchenvergleich moderat, wird argumentiert. Es sei falsch, in diesem Bereich zu sparen. Wenn das Management schlecht sei, seien die Folgekosten für die öffentliche Hand viel höher als die anvisierte Senkung der Löhne.

  • Die Zürcher SP belebe einen populistischen Klassiker, kommentiert die Neue Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
  • Ärzte gehören auch in der Schweiz nach wie vor zu den Berufsleuten, die am besten verdienen, zeigt ein SRF-BerichtExterner Link.
  • In der Schweiz gibt es auch Löhne, mit denen man nicht über die Runden kommt. Coiffeusen zum Beispiel haben laut 20 MinutenExterner Link Ende Monat zu wenig im Portemonnaie.
sda-ats

Die Fünfte Schweiz wächst und wächst. Hier ist die Bevölkerung 2018 langsamer gewachsen als in den Jahren zuvor, auf über 8,5 Millionen Einwohner. Das geht aus den neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik hervor.

Während die Zahl der Auswanderungen im letzten Jahr mit 4,2% stark zunahm, gingen die Einwanderungen im Vergleich zu 2017 um 0,5% zurück. Damit sank der Wanderungssaldo (Differenz zwischen Ein- und Auswanderungen) um 13,2%.

Das Bevölkerungswachstum auf nationaler Ebene – das schwächste der letzten zehn Jahre – sei auf die internationalen Migrationsströme und den Geburtenüberschuss zurückzuführen, meldet das Statistikamt. Die Einwohnerzahl stieg in allen Kantonen ausser im Tessin und Neuenburg.

Stabil geblieben ist mit 25,1% der Ausländeranteil.

  • In den letzten 60 Jahren ist die Einwohnerzahl der Eidgenossenschaft um 3 Millionen gestiegen, allein in den letzten 13 Jahren um eine Million. Wie sich die Bevölkerungszahl seit 1800 veränderte, ist hier aufgelistetExterner Link.
  • Weitere und detaillierte Angaben und Grafiken zur Schweizer Bevölkerung finden Sie hierExterner Link.
Junge Leute sitzen und liegen auf einem asphaltierten Platz
SRF

Und wie repräsentativ ist die Bevölkerung im Parlament vertreten, zum Beispiel in Bezug auf Geschlecht, Alter, Bildung oder Religion? Das Resultat ist ernüchternd: zu viele Männer, zu viele Alte. Immerhin, in Bezug aufs Wohnen, bildet das Parlament die Bevölkerung gut ab.

Die Lebensrealitäten der Geschlechter unterscheiden sich voneinander. Und wenn mehr Frauen im Parlament sässen, würden auch neue Themen behandelt und an Wichtigkeit gewinnen.

Generationenfragen haben politische Sprengkraft. Umso wichtiger wäre es, dass sich alle Altersgruppen im Parlament Gehör verschaffen können.

Unsere Kolleginnen und Kollegen von SRF haben die Daten der Parlamentarierinnen und Parlamentarier mit jenen der ständigen Wohnbevölkerung verglichen.

Capacity - Teilnehmende und Mentoren
Die Mentoren von Capacity unterstützen Flüchtlinge und Migranten dabei, ihre Gründungsideen zu entwickeln. swissinfo.ch/Dominique Soguel

Ist das Boot halb voll oder halb leer? Sind Flüchtlinge und andere Migranten eine Belastung, weil sie Hilfe brauchen, oder eine Bereicherung, weil sie spezielle Fähigkeiten haben? Ein Schweizer Startup-Zentrum will deren Talente fördern.

Henri Nestlé, der Gründer des gleichnamigen Nahrungsmittel-Giganten, ist bei weitem nicht der einzige Schweizer Unternehmer mit ausländischer Herkunft. Die Schweiz hat den Ideenreichtum von Einwanderern seit eh und je zu nutzen verstanden.

Aber die Migrationspolitik und manche Vorurteile verhindern in vielen Fällen, dass Einwanderer ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und dem Einwanderungsland etwas bieten können. Sie sind dann häufig von Sozialhilfe abhängig.

In Zürich setzt sich nun ein Verein dafür ein, dass die Talente von Migrantinnen und Migranten nicht brachliegen.

  • Meine Kollegin Dominique Soguel-dit-Picard hat den Verein besucht und einige Talente angetroffen, die von diesem gefördert werden.
  • Um eine Ghettoisierung zu verhindern, werden Asylsuchende in der Schweiz verteilt. Das reduziert die Chancen, einen Job zu finden, schreibt die NZZExterner Link (Paywall).
  • Obwohl sich die Schweizer Wirtschaft über einen Mangel an Fachkräften beklagt, finden nur wenige hochqualifizierte Migrantinnen und Migranten eine Stelle. Eine Ausnahme ist die Bauingenieurin Abir Awad. swissinfo.ch hat sie und ihren Arbeitgeber vorgestellt.
  • Im Unterschied zu früheren Einwanderern, die vorwiegend in niedrig qualifizierten Berufen arbeiten, haben neu Zugewanderte oft ein Diplom in der Tasche. Das hat mein Kollege Samuel Jaberg recherchiert.
Handy
swissinfo.ch

Auswanderung der Liebe wegen: David Schaffner ist seiner Frau nach Deutschland gefolgt. Er ist nicht der einzige, der der Liebe wegen die Schweiz verlassen hat.

Am Leben in der Kleinstadt in Nordhessen mag David Schaffner die Gemächlichkeit. Umso eingespannter ist er im Alltag. Neben seiner Arbeit im Vertrieb von Lebensmitteln studiert er auch noch Betriebswirtschaftslehre (BWL).

Die Beziehung zu seiner Frau, und dadurch auch zu deren Familie, helfe ihm bei der Integration in Deutschland, so Schaffner. Er möge auch die direktere Art der Deutschen und knüpfe auch Kontakte an der Arbeitsstelle, in der Uni und bei Vereinsaktivitäten.

Auch wenn er global gesehen nicht weit von der Schweiz entfernt wohne, sei sie trotzdem sehr klein geworden. Das Interesse sei dadurch jedoch nicht geschwunden. So beteiligt er sich beispielsweise an Abstimmungen und Wahlen in der Schweiz und engagiert sich im lokalen Schweizer Club.

swissinfo.ch

Und noch zur Erinnerung: Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. Ihre Stimme ist schon hart umkämpft. 

Dabei geht es um die 200 Volksvertreterinnen und -vertreter im Nationalrat und die 46 Mitglieder des Ständerats (Genau genommen sind es deren 45: Der Kanton Appenzell Innerrhoden wählte seinen Standesvertreter bereits an der Landsgemeinde vom 28. April 2019).

Favoriten sind die Grünen, die Sozialdemokraten und die Grünliberalen – sie waren die Gewinner der letzten kantonalen Wahlen. Die Schweizerische Volkspartei dagegen, landesweit die stärkste Partei, musste auf Kantonsebene stark Federn lassen.

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