Dienstag
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Heute geht es ums Geld: Geld für politische Parteien, von dem man nicht weiss, woher es kommt. Geld für Verdingkinder, um diese für begangenes Unrecht zu entschädigen. Und Bargeld, das heute auf der 100er-Note ein neues Sinnbild bekommt.
Herzliche Grüsse aus Bern
Wie viel Geld sie in ihre Kampagnen für die Parlamentswahlen stecken, machen nicht alle Parteien bekannt, und noch weniger, von wem sie es haben. Geld habe keine grosse Bedeutung, sagen Exponenten der wirtschaftsnahen Parteien oft. Dabei gilt doch vor allem in der Wirtschaft: Wer zahlt, befiehlt.
Köpfe auf Plakaten und Inseraten prägen wieder die Schweizer (Medien-)Landschaft. Das geht ins Geld. Unsere Recherchen zeigen, dass die im Parlament am stärksten vertretenen Parteien auch jene sind, welche die grössten Summen investieren. Die SVP will ihr Budget nicht offenlegen, obwohl sie zweifellos über eine grosse Kampagnenkasse verfügt.
Unter den anderen Parteien hat die FDP. Die Liberalen mit 3 bis 3,5 Millionen Franken das grösste Budget, gefolgt von der CVP mit 2 Millionen und der SP mit 1,4 Millionen. Insgesamt nehmen die Ausgaben für die Eidgenössischen Wahlen seit 2003 deutlich zu. Dieses Jahr dürften es mehr als 50 Millionen sein.
- Was Politiker sagen, weshalb sie nichts sagen über die Herkunft der Parteispenden, finden Sie im Bericht meines Kollegen Samuel Jaberg.
- Welche Parteien welche Beträge offenlegen und verstecken, erfahren Sie von unseren Kollegen vom Radio RTS und SRF.
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Die neue 100er-Note ist da. Ab dem 12. September wird sie in Umlauf gebracht. Es ist der sechste und letzte Schein der neuen Banknotenserie. Damit sind alle sechs Banknoten von der 10er- bis zur 1000er-Note ersetzt. Die Noten der vorherigen Banknotenserie behalten vorerst ihre Gültigkeit.
Die Themen der 100-Franken-Note sind einerseits die humanitäre Seite der Schweiz und andererseits das Wasser oder konkreter eine Suone (Wasserleitung) in der Walliser-Region Ayent. Suonen werden zum Teil heute noch genutzt, um Wasser aus entfernten Bergbächen oder Quellen auf tieferliegende Weiden zu leiten.
Alle Noten der neuen Serie haben moderne Sicherheitsmerkmale, um sie vor Fälschungen zu schützen. Neben dem Sicherheitsstreifen gehören etwa ein transparentes Schweizerkreuz und ein Globus dazu, der sich im Licht verfärbt.
- Das Bild der Suone von Ayent wird jetzt in vielen Portemonnaies stecken. Was das für den Tourismus in der Wallisser-Region bedeutet, hören Sie auf SRFExterner Link. (Walliser-Dialekt)
- Was man über die neue 100er-Note wissen müsse, weiss die NZZExterner Link. (Paywall)
- Wie die 100er-Noten früher aussahen, sehen Sie bei 20minExterner Link.
Mehr Geld für «Wiedergutmachung». Einige wurden auf Bauernhöfe verdingt. Andere wurden unschuldig interniert. Ein Expertenbericht zu diesem düsteren Kapitel sorgt für Schlagzeilen und Kommentare.
In der Schweiz galten die Menschenrechte bis weit ins 20. Jahrhundert nicht für alle. Bis 1981 wurden Menschen interniert, die sich nichts zu Schulden kommen liessen, sondern lediglich von der Norm abwichen. Sie galten als «liederlich» oder «trunksüchtig«.
Erst seit 2013 ist dieses Unrecht offiziell anerkannt. Später bekamen Betroffene vom Bund einen Solidaritätsbeitrag von 25’000 Franken. Nun hat eine Expertenkommission ihren Bericht vorgestellt. Zuhanden der Regierung schlägt sie verschiedene Finanzhilfen für die Opfer vor, zum Beispiel den Anspruch auf eine lebenslange Rente oder ein Generalabonnement für die SBB.
- Was Justizministerin Karin Keller-Sutter zu dem traurigen Kapitel der Schweizer Geschichte sagte, hören Sie bei SRFExterner Link.
- Der Staat müsse aus seinen Fehlern Lehren ziehen, fordert die Kommentatorin im Tages-Anzeiger (Paywall).Externer Link
- Weshalb der NZZ-Kommentator gewisse Empfehlungen der Expertenkommission als erneute Diskriminierung der Opfer empfindet, lesen Sie hierExterner Link (Paywall).
Diskriminierung erfahren auch heute noch Angehörige anderer Rassen, besonders unter Jugendlichen. Verbreitet sind Hassreden auf Social Media und Diffamierungen am Arbeitsplatz. Das zeigt eine neue Studie des Bundes.
In ihrem Bericht zur rassistischen Diskriminierung in der Schweiz im Zeitraum von 2017 bis 2018 spricht die Fachstelle für Rassismus-Bekämpfung von «zunehmendem Rassismus unter Jugendlichen«.
38% der 15- bis 24-Jährigen geben an, dass sie sich in der Schweiz Diskriminierung ausgesetzt fühlten. Im Jahr 2016 waren es noch 28% der befragten Jugendlichen. Besonders häufig werde Diskriminierung bei der Stellensuche und im beruflichen Alltag gemeldet, so der Bericht. Es sei aber auch eine Zunahme von Hassreden zu beobachten, die sich insbesondere gegen jüngere Menschen, Frauen und Angehörige von Minderheiten richteten.
- Den umfassenden Bericht der Fachstelle für Rassismus-Bekämpfung finden Sie hierExterner Link.
- Im Grossraum Brig hatten zwei Oberwalliser Neonazis zu Hass und Diskriminierung aufgerufen. Nun wurden sie in erster Instanz zu Geldstrafen verurteilt. Die Anklageschrift nehme einem mit auf eine gespenstische Reise in eine Welt voller Hass, schreibt der Walliser BoteExterner Link.
- Unter Fussballfans ist Rassismus besonders verbreitet. «Hinschauen und melden», rät ein Experte am Radio SRFExterner Link.
Wieso organisieren sich Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in Clubs? Wir haben ein paar Auslandschweizer-Clubs besucht und uns mit den Mitgliedern vor allem zu den anstehenden Parlaments-Wahlen unterhalten.
Die Schweiz wählt im Herbst ein neues Parlament. Der Wahlkampf ist schon fast in der heissen Phase. Wie sehen die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer die politische Auseinandersetzung in ihrer Heimat? Was ist der Fünften Schweiz wichtig, wenn sie wählt?
Wir besuchten vor dem Sommer sechs Auslandschweizer-Clubs in Europa und Übersee und luden vor Ort zum Roundtable über die Schweizer Wahlen.
Am swissinfo.ch-Wahlstammtisch diskutierten wir die Themen, welche die Schweizer Politik beschäftigen. Wir redeten über Kampfjets und Gesundheitskosten, über die EU und die Klimapolitik. Das heisst, wir bringen die Schweizer Themen nicht nur mit dieser App zu Ihnen, liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, sondern gelegentlich auch physisch.
- Unseren Bericht vom Schweizer-Club in Achen finden Sie auf swissinfo.ch.
- Falls Sie Französisch verstehen: Hier finden Sie unsere Diskussion in der Société suisse de Bordeaux.
- Engagieren Sie sich in einem Schweizer-Club? Ihre Antwort interessiert uns!
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Und noch zur Erinnerung: Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. Ihre Stimme ist schon hart umkämpft.
Dabei geht es um die 200 Volksvertreterinnen und -vertreter im Nationalrat und die 46 Mitglieder des Ständerats (Genau genommen sind es deren 45: Der Kanton Appenzell Innerrhoden wählte seinen Standesvertreter bereits an der Landsgemeinde vom 28. April 2019).
Favoriten sind die Grünen, die Sozialdemokraten und die Grünliberalen – sie waren die Gewinner der letzten kantonalen Wahlen. Die Schweizerische Volkspartei dagegen, landesweit die stärkste Partei, musste auf Kantonsebene stark Federn lassen.
- Wir erklären in einem kurzen Video wie die Parlamentswahlen ablaufen.
- Hier zeigen wir Ihnen die Wahlergebnisse seit 1971 auf einen Blick.
- Was sind die fünf wichtigsten Probleme der Schweiz? Diese Frage wird jedes Jahr rund tausend Stimmberechtigten gestellt. Hier sind die Ergebnisse.
- Noch mehr unserer vielseitigen Berichterstattung finden Sie hier.
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