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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland,

Ist bei Ihnen das Klima auch DAS Thema der Stunde? Am Wochenende wurde in den Schweizer Alpen ein Gletscher beerdigt, und heute diskutiert das Parlament die Verschärfung der Klimapolitik. Mein Briefing bietet Ihnen aber auch klimaneutrale Themen.

Liebe Grüsse aus Bern

Demonstranten tragen einen Banner.
sda-ats

Jetzt zeigt sich, ob die Appelle von Greta & Co. in der Schweizer Politik ankommen: Das Parlament diskutiert über eine Totalrevision des CO2-Gesetzes.

Letzten Winter ist das CO2-Gesetz im Nationalrat (grosse Kammer) gescheitert. Nun ist es Thema im Ständerat (kleine Kammer). Dabei hat sich die Stimmung in den letzten Monaten verändert – auch wegen der Klimastreikbewegung.

Den jugendlichen Aktivistinnen und Aktivisten ist es gelungen, den Klimawandel zum breit diskutierten Thema zu machen. Im Wahljahr blieb das nicht ohne Auswirkungen auf die Politik: Die FDP.Die Liberalen nahm eine Kurskorrektur vor.

Gefeilscht wird, wer, wo und wie viel Emissionsprozente einsparen soll. Ein Zankapfel ist die Abgabe auf Treibstoffen. Aber auch um Grenzwerte für den CO2-Ausstoss von Gebäuden wird gestritten.

Eine Menschenmenge vor einem Gletscher.
sda-ats

Die Auswirkungen des Klimawandels haben am Wochenende zum sinnbildlichen Tod des Pizol-Gletschers im Kanton St. Gallen geführt. Er wurde als erster Gletscher aus dem Schweizer Messnetz gestrichen.

Über 100 Umweltaktivisten nahmen an einem Trauermarsch zum geschmolzenen Gletscher teil. Die Feier fand am Fuss des Gletschers statt und war nur nach einer 1,5-stündigen Wanderung zu erreichen.

Zwischen 1850 und 2010 büsste der Gletscher bis zu 85% seiner Fläche ein – ein Grossteil davon in den letzten Jahren. Nun misst er noch etwas weniger als vier Fussballfelder.

Seit 1850 verschwanden in der Schweiz mehr als 500 Gletscher, viele von ihnen trugen keinen Namen. Der Pizol-Gletscher galt als Sonderfall, weil er gut untersucht wurde.

Auf einem weissen Tuch steht Transitplatz Nein.
sda-ats

Fahrende leiden in vielen Ländern unter Vorurteilen. Vielleicht auch dort, wo Sie wohnen? Die Schweiz anerkennt zwar Sinti und Jenische als nationale Minderheit, bedroht ist deren Lebensweise dennoch.

Denn die Zahl der Stand- und Durchgangsplätze für mehrere Tausend Angehörige der Fahrenden hat in den vergangenen Jahren ständig abgenommen. Während es im Jahr 2000 noch 46 solcher Plätze waren, gab es 2015 nur noch 31.

Meine Kollegin Marie Vuilleumier hat einen Durchgangsplatz besucht. Der Platzmangel führt dazu, dass die Fahrenden viel Zeit und manchmal auch Nerven dafür verwenden müssen, einen Stellplatz zu finden.

Der Rückgang der Platzzahl hat verschiedene Gründe: Da sind beispielsweise raumplanerische Konflikte. Aber es gibt auch Studien, die zum Schluss kommen, dass in der Schweiz ein struktureller Antiziganismus existiere und es deshalb zu einer Diskriminierung komme.

Bild einer Bank am Seeufer, im Hintergrund ein Haus.
sda-ats

Vielleicht haben Sie schon von Medikamenten-Versuche an Patienten der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen gehört? Ein heute veröffentlichter Bericht zeigt nun, dass es zu mehr Versuchen kam als bisher angenommen.

Um die Wirkung von neuen Medikamenten nachzuweisen, führte der Arzt und Direktor der Klinik in Zusammenarbeit mit Schweizer Pharmafirmen zwischen 1939 und 1980 Versuche an Patienten durch – häufig ohne deren Wissen.

Bislang ging man von rund 1600 Patienten aus, die Teil von Versuchen gewesen sein könnten. Im Auftrag des Kantons Thurgau arbeiteten Historiker den «Testfall Münsterlingen» auf.

Ein fast 300-seitiges Buch zeigt nun die Ausmasse der klinischen Versuche auf. Laut den Autoren waren mindestens 2789 Personen von den Tests betroffen. Ausserdem starben 36 Personen während oder kurz nach der Verabreichung der Substanzen.

Bild von zwei Händen, die Geldnoten und ein Portemonnaie halten
Christian Beutler/Keystone

Ihr Blick von aussen interessiert uns: Sind die Löhne in der Schweiz zu hoch, grad richtig oder im Vergleich zu den hohen Lebenshaltungskosten zu niedrig? Diese Frage stellten wir Ihnen in der App und auf Facebook.

Die Antworten fallen differenziert aus – und lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Zu hoch: Die Ansicht, dass die Löhne in der Schweiz zu hoch seien, wird oft mit dem Hinweis ergänzt, dass dies vor allem auf das Management oder auf bestimmte Branchen zutreffe. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe auch in der Schweiz auseinander. Ein Facebook-Nutzer findet dennoch, dass die Schweizerinnen und Schweizer global gesehen zu viel verdienten und von ihrem Reichtum besser etwas abgeben sollten.

Grad richtig: Teils mit Vorbehalten, aber dennoch: Viele finden die Löhne in der Schweiz den Lebenshaltungskosten angepasst. Dies vor allem im Vergleich zum Land, in dem sie aktuell leben.

Zu niedrig: Hier wird spürbar, dass manche Schweizerinnen und Schweizer gerade wegen der hohen Kosten ins Ausland gezogen sind. Herausgestrichen werden dabei insbesondere die hohen Mieten und die stetig steigenden Krankenkassen-Prämien. Auch seien gewisse Arbeiten und Branchen unterbezahlt, so zum Beispiel die Pflegeberufe oder das Verkaufspersonal.

swissinfo.ch

Zur Erinnerung: Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. SRF hat einen Parteiencheck gemacht.

Bald wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger 200 Volksvertreterinnen und -vertreter in den Nationalrat und 46 Mitglieder in den Ständerat (Genau genommen sind es deren 45: Der Kanton Appenzell Innerrhoden wählte seinen Standesvertreter bereits an der Landsgemeinde vom 28. April 2019).

Favoriten sind die Grünen, die Sozialdemokraten und die Grünliberalen – sie waren die Gewinner der letzten kantonalen Wahlen. Die Schweizerische Volkspartei dagegen, landesweit die stärkste Partei, musste auf Kantonsebene stark Federn lassen.

SRF hat in einem Parteiencheck Zahlen, Ziele, Köpfe, Tops & Flops zusammengetragen und ein Profil aller Parteien erstellt.

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