Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizer:innen
Während das nationale Wahljahr mit den zweiten Wahlgängen für den Ständerat in der Schweiz diesen Sonntag zu Ende geht, nimmt in Serbien der Wahlkampf langsam Fahrt auf.
Beste Grüsse aus Bern
In einem Monat wird in Serbien gewählt
Vor wenigen Wochen hat der serbische Präsident Aleksandar Vučić die Neuwahlen auf den 17. Dezember angesetzt. Wie unantastbar ist er? Einen Monat vor den Wahlen ordnet der Politikwissenschaftler Daniel Bochsler auf SWI swissinfo.ch ein, wie gross die Chancen der Opposition im Land sind.
Die Demokratie habe sich in Serbien weiter verabschiedet, sagt Bochsler im Interview mit meinem Kollegen Benjamin von Wyl. «Staat und Verwaltungsapparat werden durch die Regierung für parteipolitische Zwecke vereinnahmt.» Und die Reichweite unabhängig berichtender Medien werde beschränkt – oder diese würden gleich ganz aufgekauft, so Bochsler.
Obwohl die Unterstützung für die Regierungspartei schwinde, schätzt der Politologe einen Wechsel als sehr unwahrscheinlich ein. Es gebe keine geeinte Opposition in Serbien. Allerdings sei ein Wechsel zumindest auf lokaler Ebene, zum Beispiel in der Hauptstadt Belgrad, möglich.
- Was ein lokaler Wechsel verändern würde und wie der Politikwissenschaftler die Stimmung in Belgrad wahrnimmt, lesen Sie im Interview auf SWI swissinfo.ch.
- Auch SRF hat über die anstehenden Neuwahlen berichtet: Serbiens Präsident Vucic führt bei den Neuwahlen RegieExterner Link.
- Was der Ausgang der Wahlen für den Konflikt im Nordkosovo bedeuten könnte, schreibt die Zeit in diesem ArtikelExterner Link.
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Wer zahlt, befiehlt?
Ist es normal, dass Banken Lehrstühle finanzieren, an denen die Wirtschaftswissenschaftler:innen und Finanzexpert:innen von morgen ausgebildet werden? Diese Frage hat mein Kollege Marc-André Miserez zwei Experten gestellt – und gegensätzliche Antworten erhalten.
François Degeorge, Professor für Finanzwesen und Direktor des Swiss Finance Institute, sieht darin kein Problem. Die Unabhängigkeit der Universitäten und Forscher:innen sei gewährleistet.
Marc Chesney, Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Zürich ist anderer Ansicht. Geld von Grossbanken könne dazu führen, dass diese beschwiegen oder deren Agenda verteidigt werde, so Chesney.
Die Experten sind sich nicht nur bei den Geldbeiträgen uneinig, sondern auch bei der Frage, wie in unserer Gesellschaft Wohlstand verteilt werden soll.
- Lesen sie die beiden Standpunkte im Artikel meines Kollegen Marc-André Miserez: Mischt sich die Finanzwelt an den Unis zu stark ein?
- Wird die Schweiz vom Geld regiert? Antworten von Expert:innen auf diese Frage hören Sie in Let’s Talk auf SWI swissinfo.ch.
#metoo in der Frauen Fussball-Nationalmanschaft
Im Schatten des Kuss-Skandals an der Fussball-Weltmeisterschaft der Frauen –wo der spanische Verbandspräsident Luis Rubiales die Spielerin Jennifer Hermoso gegen ihren Willen auf den Mund küsste – soll es auch beim Schweizerischen Fussballverband einen Fall von sexueller Belästigung gegeben haben.
Wie der Tages-Anzeiger heute schreibt, steht der Vorwurf im Raum, dass der Beschuldigte einer Spielerin ans Gesäss gefasst habe. Nicht ganz klar ist, was danach geschah. Laut Schilderungen hätten Spielerinnen während der Rückreise ein Mitglied des Betreuerteams eingeweiht.
Klar ist hingegen: Lange passierte erstmal nichts. Erst als die Spielerinnen sich Ende September wiedersahen, soll ein anonymes Schreiben den Fall wieder ins Rollen gebracht haben. Dem Beschuldigten wurde gekündigt.
Nun liegt die Aufarbeitung des Vorfalls bei der Meldestelle «Swiss Sports Integrity».
- Lese Sie den Artikel Spielerin meldet Übergriff – es folgen eine Entlassung und viele FragenExterner Link im Tages-Anzeiger (Paywall).
- Auch watsonExterner Link hat über den Fall berichtet.
- Das Schweizer Frauen-Nationalteam stand heute noch mit einer anderen Meldung im Fokus: Der Schweizerische Fussballverband hat sich von der Nati-Trainerin Inka Grings per sofort getrennt. Die Gründe lesen Sie im Artikel von SRFExterner Link.
Bundesverwaltungsgericht fällt Leitentscheid
Neben den Haushalten zahlen in der Schweiz auch Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als einer halben Million Franken Radio- und TV-Gebühren. Diese Gebühr ist für Unternehmen degressiv. Will heissen, je höher der Umsatz, desto weniger muss prozentual gezahlt werden.
Dies sei verfassungswidrig, hat heute das Bundesverwaltungsgericht in einem Leitentscheid befunden. Radio- und TV-Gebühren sollten sich wie Steuern nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit richten.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann von der Eidgenössischen Steuerverwaltung ans Bundesgericht weitergezogen werden. Der Rechtsstreit ist ein weiteres Kapital in der laufenden Diskussion um die Radio- und TV-Gebühren in der Schweiz. Letzte Woche hat Medienminister Alber Rösti als Antwort auf die Volksinitiative «200 Franken sind genug!» über eine geplante schrittweise Senkung der Haushaltsabgaben bis 2029 informiert, von heute 335 auf dann noch 300 Franken pro Jahr. Damit verbunden wäre auch eine Befreiung kleinerer Unternehmen von den Gebühren.
- Unter anderem CH-MediaExterner Link (Paywall), der Tages-AnzeigerExterner Link haben darüber berichtet.
- Wie der Bundesrat die Radio- und TV-Abgaben senken will, lesen Sie auf SRFExterner Link.
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