Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
In diesem Briefing – meinem letzten in diesem Jahr – blicken wir zurück und voraus. Es geht um die neue Bundespräsidentin, die Prognosen für die Schweizer Wirtschaft, die Moral der Arbeitenden sowie die Tricks eines Karikaturisten.
Ich wünsche Ihnen schon jetzt alles Gute und viel Glück für das Neue Jahr.
Herzliche Grüsse aus Bern
Wie tickt die neue Bundespräsidentin?
Weihnachten ist vorbei, und wir befinden uns mitten in der Altjahrswoche. Laufen bei Ihnen die Uhren in diesen Tagen auch ein bisschen anders beziehungsweise langsamer? Damit Ihnen nicht langweilig wird, haben wir von SWI swissinfo.ch schöne Lesestücke vorbereitet.
Zum Beispiel ein Porträt über die nächste Bundespräsidentin der Schweiz. 2024 ist Verteidigungsministerin Viola Amherd die höchste Schweizerin. Die Politikerin aus Brig wurde 2018 für die CVP (heute die Mitte) in den Bundesrat gewählt und hat sich seither einen guten Ruf erarbeitet.
Mit dem Verteidigungsdepartement ist sie gleich zu Beginn ihrer Amtszeit auf eine harte Nuss gestossen – die sie jedoch zu knacken wusste. Von rechts bis links wird sie für ihre Genauigkeit und ihre Authentizität gelobt. Aber auch für ihre sympathische Art. «Ein warmer Fels aus Empathie», schreibt mein Kollege Balz Rigendinger.
- Aus Brig in den Bundesrat: SWI-Porträt von Viola Amherd.
- So wurde Viola Amherd nach ihrer Wahl zur Bundespräsidentin im Wallis gefeiert – Reportage von SRFExterner Link.
- Im Interview mit dem Tages-AnzeigerExterner Link bespricht Amherd ernstere Themen wie etwa das steigende Militärbudget. (Paywall)
- Auch ein sehr schöner Lesestoff aus den Schweizer Bergen: Auf einer Wiese im Juliertal werden tausende Spuren einer römischen Schlacht ausgegraben – Artikel von SWI swissinfo.ch
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Ein Blick auf die wichtigsten Entwicklungen der Schweizer Wirtschaft im Jahr 2024.
In der Altjahrswoche blicken wir zurück – und voraus. In unserem Wirtschauftsausblick halten meine Kolleg:innen fest, wie sich die Schweizer Wirtschaft in den verschiedenen Sektoren 2024 entwickelt.
Grundsätzlich wird die Wirtschaft auch im nächsten Jahr stagnieren. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) rechnet mit einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts von 1,1% gegenüber 1,3% im Vorjahr – es wäre das zweite Jahr in Folge ein deutlich unterdurchschnittliches Wachstum. Manche Branchen befinden sich trotzdem im Aufschwung, so hat zum Beispiel der Schweizer Tourismus ein Rekordjahr hinter sich und gilt bei den Tourist:innen aus aller Welt als sicherer Hafen.
Die Pharmaindustrie wird versuchen, der ausländischen Konkurrenz die Show zu stehlen. Die 2023 berühmt gewordenen Abnehm-Hilfen wie Ozempic werden das Geschäft auch im nächsten Jahr prägen. Roche hat kürzlich ein Unternehmen übernommen, das Medikamente gegen Fettleibigkeit entwickelt. Denn: Weniger Fett bedeutet mehr Geld. Dieser Markt soll in zehn Jahren gemäss Analyst:innen ein Volumen von 100 Milliarden US-Dollar erreichen.
- Lesen Sie in unserem Wirtschafts-Ausblick auch, was die Schweizer Uhrenindustrie 2024 erwartet.
- 2023 war für die Tourismus-Branche ein Rekordjahr – Artikel von CH Media via WatsonExterner Link.
Arbeiten bis zum Umfallen oder bis zum Apéro? War früher alles besser?
Ein Thema ist mir heute bei zwei verschiedenen Zeitungen aufgefallen. Es geht um die Arbeit. Der Bündner Hotelierpräsident Ernst Wyrsch ist nicht zufrieden mit dem Einsatz seiner jungen Mitarbeitenden. Er kritisiert die «heutige Jugend», sie sei verweichlicht und ohne Widerstandsfähigkeit.
Damit ist Wyrsch vermutlich nicht allein. Aber wie war es denn früher? Ich selber weiss es auch nicht, aber die NZZ gibt einen interessanten Einblick in die Arbeitswelt von früher. Das Tenue und der korrekte Umgang mit den Arbeitskolleg:innen waren demnach sehr wichtig. Es wurde viel gearbeitet, aber auch viel geraucht und getrunken.
Das Zitat einer Floristin mit Jahrgang 1957 ist mir geblieben: «Als ich aus der Schule kam, ging es wirtschaftlich aufwärts. Immer nur aufwärts.» Ich nehme an, dass dies auch zu einer anderen Arbeitsmoral geführt hat, als wenn man bestens ausgebildet nach diversen Praktika (praktisch ohne Lohn) endlich eine Festanstellung hat, die aber jedes Jahr von einer neuen Sparrunde bedroht wird.
- Weisswein um 11 Uhr und jeden Tag Krawatte: So wurde früher gearbeitet – Artikel der NZZExterner Link.
- Der Nachwuchs sei zu wenig belastbar, sagt Hotelier Wyrsch im Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link.
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Ein Karikaturist blickt auf 2023 zurück. Wie stellt man das Leid lustig dar?
Zum Schluss nochmals ein Jahresrückblick: Der Winterthurer Karikaturist Ruedi Widmer ist bekannt für seine gescheiten Zeichnungen, mit denen er humorvoll das Geschehen auf der Welt dokumentiert.
Es gehört zu seinen Aufgaben, auch schwierige Themen abzubilden. Im Interview erklärt er, wie er es schafft, den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche mit den Missbrauchsvorwürfen gegen Chocolatier Jürg Läderach in einer Karikatur festzuhalten. Das Leid des israelisch-palästinensischen Kriegs lässt auch Widmer hilflos zurück. Doch es gibt einen Weg, trotzdem Karikaturen zu machen: Er hat sich auf den Umgang der Schweiz mit dem Konflikt konzentriert und Widersprüche aufgezeigt.
Und Widmer verrät, was er mit Karikaturist:innen aus den ehemaligen Ostblockländern gemeinsam hat: Manchmal sind seine Zeichnungen verschlüsselt und diejenigen, die zuerst lachen, sind eigentlich die Zielscheibe des Witzes.
- Lesen Sie hier das mit Karikaturen garnierte Interview mit Ruedi Widmer im Tages-AnzeigerExterner Link.
- Im Jahresrückblick von SRFExterner Link finden Sie die die Highlights des Jahres in Videoform.
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