Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Die Schweiz will einen Friedensgipfel durchführen, um den Krieg in der Ukraine friedlich zu beenden. Vor genau diesem Krieg ist Alexander Euler geflohen. Der Russe ist Nachfahre des Schweizer Mathematikers Leonhard Euler und will nicht in die Armee eingezogen werden.
Herzliche Grüsse aus Bern
Ukraine-Krieg: Was kann ein Friedensgipfel in der Schweiz bewirken? Und soll er überhaupt hier stattfinden?
Vor gut 100 Jahren fand in Lausanne eine Friedenskonferenz statt, die das Ende des Osmanischen Reiches besiegelte. Nun wird die Schweiz erneut Schauplatz eines viel beachteten Friedensgipfels: Bundespräsidentin Viola Amherd hat eine internationale Konferenz zur friedlichen Beilegung des Kriegs in der Ukraine angekündigt. Er soll in Genf stattfinden.
Das sorgt für Spekulation – und Ärger. Zeitplan, Agenda und Teilnehmende sind noch nicht bekannt. Nimmt Russland am Gipfel teil? Die Frage, ob es auch dabei sind wird, erübrigt sich: Russland wird vermutlich nicht mal eingeladen. Das sorgt für Kritik aus dem bürgerlichen Lager.
Die Ankündigung des Gipfels lässt auch die Gretchenfrage wieder hochkommen. «Selenski und die Schweiz – ist das noch neutral?», fragt der Tages-Anzeiger. Und was könnte eine solche Konferenz erreichen? Mein Kollege Matthew Allen schreibt in seinem Artikel: «Die Genfer Friedenskonferenz würde wahrscheinlich nicht ausreichen, um den Frieden herbeizuführen, sondern eher, um einen engeren internationalen Konsens über die Beendigung des Krieges zu erreichen.»
- Bringt die Schweiz den Friedensgipfel überhaupt zustande? Lesen Sie die Antwort hier in unserem Artikel.
- Der Artikel des Tages-AnzeigersExterner Link über die Uneinigkeit, die in der Schweiz bezüglich des Gipfels herrscht.
- Und so ging es 1923 nach dem Ersten Weltkrieg an der Friedenskonferenz in Lausanne zu und her – Artikel von SWI swissinfo.ch.
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SRG-Generaldirektor Gilles Marchand tritt vorzeitig zurück.
Die Halbierungsinitiative hat ihr erstes Opfer gefordert, noch bevor sie überhaupt zur Abstimmung gekommen ist: SRG-Generaldirektor Gilles Marchand tritt vorzeitig zurück. Seine Amtszeit hätte bis 2027 gedauert, dann würde er regulär pensioniert.
Grund dafür ist der Zeitplan für die «200 Franken sind genug»-Initiative. Die Abstimmung ist für 2026 geplant, würde Marchand 2027 abtreten, würde die Suche nach einer Nachfolge mitten in die Abstimmungszeit fallen. In einer Zeit, in der die SRG gemäss ihrer Medienmitteilung «auf eine stabile und langfristige orientierte Generaldirektion» zählen können müsse.
Dank des vorzeitigen Rücktritts von Marchand kann in diesem Jahr eine Nachfolge gesucht werden, die dann spätestens Anfang 2025 den Posten antreten soll. Falls Sie gerade auf der Suche sind: Die Stelle wird öffentlich ausgeschrieben.
- Der Rücktritt von Gilles Marchand – Artikel von SRFExterner Link.
- Im Interview in der NZZExterner Link streiten Jacqueline Badran (SP) und Thomas Matter (SVP) über die Initiative und ihre Folgen.
- Was wären die Folgen, wenn die Initiative angenommen wird? Fernseh-Direktorin Nathalie Wappler im Interview mit CH MediaExterner Link.
- So funktioniert Albert Röstis Plan für tiefere SRG-Gebühren – Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link.
Kriegsdienstverweigerer: Nachfahre von Mathematiker Leonhard Euler sucht Asyl in der Schweiz.
Vielleicht haben Sie im Mathematik-Unterricht mal von ihm gehört oder vielleicht hatten Sie sein Gesicht schon in der Hand: Der in Basel geborene Leonhard Euler war einer der berühmtesten Mathematiker überhaupt und zierte von 1984 bis 1995 das Gesicht der 10er-Note. Euler hat lange in Russland gearbeitet, wo er auch starb.
Dort lebte auch einer seiner Nachfahren, Alexander Euler, bis vor kurzem. Nach der Mobilisierung der russischen Truppen ist er in die Schweiz geflohen und hat hier Asyl beantragt. Euler möchte nicht eingezogen werden, will nicht im Krieg kämpfen.
Doch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SEM) hat sein Asylgesuch abgelehnt. Euler hofft, dass er über das Bürgerrecht in der Schweiz bleiben darf. Doch weil seine Eltern oder er bis zu seinem 22. Geburtstag sich nicht um die schweizerische Staatsbürgerschaft bemüht haben, stehen seine Chancen auf einen roten Pass schlecht.
- Lesen Sie hier bei uns die Geschichte über den Kriegsdienstverweigerer Alexander Euler.
- Auch auf der ukrainischen Seite weigern sich Bürger, in den Krieg zu ziehen – Artikel von NauExterner Link.
- Im indischen Goa leben die Militärdienstverweigerer aus Russland und Goa nebeneinander am Strand – Artikel der NZZExterner Link. (Paywall)
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Beziehungen Schweiz-EU: Was bedeutet das neue Verhandlungspaket für die Fünfte Schweiz?
Sie haben es bei uns schon im Briefing gelesen, die Schweiz und die EU nehmen einen neuen Anlauf. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Bundespräsidentin Viola Amherd haben im Rahmen des WEF vereinbart, vorwärtszumachen und direkt zu kommunizieren.
Damit man sich einig wird, muss sich die Schweiz der EU annähern. Und damit hatte sie bis jetzt Mühe. Themen wie Lohnschutz, Zuwanderung und Energie polarisieren. Die NZZ hat heute einen grossen Überblick über mögliche Knackpunkte und Auswirkungen veröffentlicht.
Darin ist auch von Auslandschweizer:innen die Rede. Gemäss der Zeitung wären Handelshürden oder Nachteile für Auslandschweizer:innendenkbar, wenn die Schweiz das neue EU-Recht ablehnt. Konkreter wird es jedoch nicht. Wir werden natürlich alle Entwicklungen in diesem Dossier für Sie verfolgen und halten Sie auf dem Laufenden.
- Europäische Richter, dynamische Rechtsübernahme, Zuwanderung, Lohnschutz: Das müssen Sie über den Neuanlauf mit der EU wissen – Artikel der NZZExterner Link. (Paywall)
- Das Treffen von Ursula von der Leyen und Viola Amherd am WEF – Artikel bei uns.
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