The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast
Schneeschuhwandern

Heute in der Schweiz

Es ist nicht zu fassen: Eine Bergstation in den Bündner Bergen weigert sich, Wintersportausrüstung wie Schlitten, Skis und Boards an jüdische Gäste zu vermieten. Jetzt ermittelt die Polizei. Es ist nicht die erste antisemitische Eskalation in der Region.

Aushang an einer Glasscheibe auf Hebräisch
privat

Nach dem WEF vom Januar macht Davos erneut Schlagzeilen.

Doch diesmal nicht als weltoffene Destination für das Jahrestreffen der Mächtigen dieser Welt. Sondern als Urheberin eines aboluten No-gos: Die Bergbahn im Pischagebiet weigert sich, jüdischen Gästen Wintersportgeräte zu vermieten.

«Aufgrund verschiedener sehr ärgerlicher Vorfälle, darunter der Diebstahl eines Schlittens, vermieten wir keine Sportgeräte mehr an unsere jüdischen Brüder. Dies betrifft alle Sportgeräte wie Schlitten, Airboards, Skis und Schneeschuhe», hiess es in einem Anschlag bei der Bergbahn.

Der jüdische Zürcher Politiker Jehuda Spielman hat den skandalösen Ausschluss am Sonntag auf X (vormals Twitter) publik gemacht. Das Mitglied der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich ist als begeisterter Wanderer und Naturliebhaber selber oft in den Bündner Bergen unterwegs.

Der Schweizerisch Israelitische Gemeindebund hat rechtliche Schritte angekündigt. Am Montag hat die Bündner Polizei eine Ermittlung wegen Verdachts auf Diskriminierung und Aufruf zu Hass angekündigt.

Parag Khanna
Keystone

Die Schweiz könne zur Türöffnerin für indische Produkte in ganz Europa werden.

So lautet die Einschätzung des amerikanischen Geostrategie-Spezialisten Parag Khanna zum Freihandelsabkommen, das die Schweiz Ende Januar mit Indien auf die Zielgeraden brachte.

Khanna kennt die viertgrösste Volkswirtschaft der Welt bestens, stammt er doch selbst aus dem Land mit der grössten Bevölkerung der Welt, nämlich 1,4 Milliarden Menschen.

Die Einigung, die der Schweizer Wirtschaftsminister nach dem WEF erreicht hat, wertet Khanna als grossen Erfolg der Schweizer Aussenwirtschaftspolitik. Dies, weil sie gegenüber den ebenfalls sehr bemühten EU und Grossbritannien die Nase vorn habe.

Weiterer Effekt eines intensiveren Transfers von Gütern und Technologie-Knowhow: verstärkte persönliche oder gar familiäre Bande. Und dies wiederum kann laut Khanna zu einem tieferen Vertrauensverhältnis der beiden Länder führen.

Soldaten an der DMZ
AP

Was genau tun die aktuell noch fünf Schweizer Militärs der Friedensmission im Niemandsland zwischen Nord- und Südkorea?

Einst zählte die Schweizer Friedensmission in Panmunjom knapp 100 Angehörige der Schweizer Armee.

Seit der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un den Ton gegenüber Südkorea massiv verschärft hat, ist die Mission der Schweizer Delegation in dieser Pufferzone komplizierter geworden. Die Schweiz ist Teil der sogenannten Neutral Nations Supervisory Commission (NNSC).

«Das Risiko steigt, dass sich eine Seite nicht nur provoziert, sondern direkt angegriffen fühlt», sagt Divisionär Ivo Burgener. «Die Folge könnte ein ungewollter Zwischenfall sein.»

Aber macht eine Friedensförderung überhaupt Sinn, wenn die eine Konfliktpartei das gar nicht wolle, fragt die NZZ in ihrem Report aus dem Grenzgebiet. Einzig ein Friedensabkommen könne eine solche beenden, lautet die lakonische Antwort Burgeners.

Es könnte also sein, dass Schweizer Armeeangehörige dort noch für viele Jahre im Einsatz stehen. Denn faktisch befinden sich die verfeindeten Nachbarn noch immer im Kriegszustand.

Grosse Menschenmenge
Keystone / Urs Flüeler

Die Schweiz ist gross genug für 16 Mio. Menschen.

Eine Forscherin der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat ein Konzept für gut eineinhalb Mal so viele Einwohner:innen entwickelt, wie die Schweiz aktuell zählt.

Die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) dagegen will die Bevölkerung auf zehn Millionen Menschen begrenzen. Für ihre Volksinitiative mit diesem Ziel hat die Partei gemäss eigenen Angaben mehr als die geforderten 100’000 Unterschriften beisammen.

Avenir Suisse, die Denkfabrik der Schweizer Wirtschaft, bezweifelt, dass die Schweiz je zehn Millionen Einwohner:innen zählen wird. Falls doch, könne das kleine Land dankbar sein, dass es wirtschaftlich so attraktiv sei.

Gemäss dem Konzept «10-Minuten-Nachbarschaft» der Architektin und Raumplanungsforscherin Sibylle Wälty könnten gar 16 Mio. Menschen im Land leben.

Dabei geht sie in Städten von einer Dichte von 15’000 Menschen innerhalb eines Radius von 500 Metern aus. In Genf leben in einem solchen Perimeter bereits 30’000 Personen. Dort ist die Zukunft, wie sie die SVP bekämpft, bereits Realität.

Meistgelesen
Swiss Abroad

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft