The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Debatten
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast
Frauenfiguren in der Farbe pink werden auf die Drei Eidgenossen projeziert, waehrend einer Veranstaltung zum Internationalen Tag der Frau, am Freitag, 8. Maerz 2024, im Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizer:innen

Am heutigen Weltfrauentag demonstrieren Frauen weltweit für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. In einigen Ländern wie etwa in Vietnam oder Georgien gilt der Tag gar als gesetzlicher Feiertag. In Ihrem Wohnland auch?

Herzliche Grüsse aus Bern

Des personnes participent a une manifestation organisee par le collectif genevois de la Greve feministe a l'occasion de la Journee internationale de luttes pour les droits des femmes, ce mercredi 8 mars 2023 a Geneve. (KEYSTONE/Martial Trezzini)
KEYSTONE / MARTIAL TREZZINI

Quelle surprise: Frauen verdienen bei gleicher Arbeit immer noch weniger als Männer.

Seit bald vier Jahren müssen gemäss dem Gleichstellungsgesetz Unternehmen mit mehr als hundert Mitarbeiter:innen eine Lohnanalyse erstellen und extern prüfen lassen. Jedoch sind die Unternehmen gegenüber den Behörden keine Rechenschaft schuldig, das Gesetz sieht keine Strafe vor, wenn keine Analysen durchgeführt werden.

Um Arbeitgeber:innen «positiv zu bestärken», sich an das Gleichstellungsgesetz zu halten, rief der Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse eine Liste ins Leben. Dort drauf kommen nur Unternehmen, welche die Lohnanalyse nachweislich durchgeführt und mitgeteilt haben.

Heute hat Travailsuisse die Auswertung der gesammelten Daten veröffentlicht: Bei den 200 Unternehmen auf der Liste verdienen Männer mit gleichen Voraussetzungen im Schnitt 2,9% mehr als Frauen, in jedem zwanzigsten Unternehmen besteht ein Lohnunterschied von mehr al 7,5% zwischen den Geschlechtern.

Da es sich bei diesen Zahlen allerdings um Unternehmen handelt, die sich ohnehin um Lohngleichheit bemühen, können diese Zahlen nicht auf die ganze Schweiz übertragen werden. Beispielsweise kam das Bundesamt für Statistik für das Jahr 2020 zu einem deutlich höheren unerklärbaren Lohnunterschied.

Mehr

Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Benjamin von Wyl

Woher schöpfen Sie Optimismus für die Demokratie?

2024 sind so viele Menschen zur Wahl aufgerufen, wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. In dieser Situation fragen wir, aus welchen Gründen Sie doch noch Hoffnung schöpfen für die Demokratie in Ihrem Wohnland und in der Welt?

88 Likes
103 Kommentare
Diskussion anzeigen
Bundesrat Ignazio Cassis, links, und Christine Schraner Burgener, Staatssekretaerin für Migration (SEM, EJPD) sprechen an einer Medienkonferenz ueber das Verhandlungsmandat mit der Europaeischen Union, am Freitag, 8. Maerz 2024, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
KEYSTONE / PETER SCHNEIDER

Die neuen Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU sollen noch im März starten.

Der Bundesrat will mit Brüssel über die künftigen Beziehungen der Schweiz mit der EU verhandeln und hat heute das definitive Verhandlungsmandat dazu verabschiedet. Die Verhandlungen starten voraussichtlich diesen Monat. Gesamtleitung für die Verhandlungen auf Schweizer Seite hat Chefunterhändler Patric Franzen – er ist stellvertretender EDA-Staatssekretär.

Im Zentrum der Verhandlungen dürfte erneut die Frage des Lohnschutzes stehen. Der Bundesrat will Lohn- und Arbeitsbedingungen garantieren. Für die Spesenregelung strebt er eine Lösung an, die Rechtsgleichheit gewährleistet, aber auch das Schweizer Preisniveau berücksichtigt.

Bei Streitigkeiten soll es laut Aussenminister Ignazio Cassis «Rechtssicherheit anstelle von Willkür» geben. Das bedeutet, zuerst solle nach einer politischen Lösung gesucht werden, im Anschluss würde ein paritätisch zusammengesetztes Schiedsgericht befinden. Die Auslegung und Anwendung des Schweizer, beziehungsweise EU-Rechts bleibe weiterhin in der Eigenständigkeit des jeweiligen Staats und dessen Gerichten.

Um zu verhindern, dass EU-Bürger:innen nur in die Schweiz kommen, um von Sozialversicherungen zu profitieren, hat der Bundesrat die entsprechende Formulierung zum Aufenthaltsrecht präzisiert.

Verhandlungsmandate werden in der Regel nicht veröffentlicht. Der Bundesrat habe sich laut Cassis zu diesem Schritt entschieden, damit «jeder Otto-Normalbürger» im Internet genau lesen könne, was die Schweiz anstrebe. Auch die EU werde ihr Verhandlungsmandat veröffentlichen.

Ein Pharmazeut arbeitet in einem Labor, in dem Medikamente in einer Produktionsstätte von Cipla am Stadtrand von Mumbai, Indien, hergestellt werde.
KEYSTONE

Ändert Indien seine Haltung zu Pharmapatenten?

16 Jahre nach Beginn der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Indien und den Mitgliedern der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) – Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein – scheint es einen Durchbruch in den Gesprächen zu geben. Zentraler Aspekt ist dabei der Schutz des geistigen Eigentums, denn die Schweiz und Indien haben unterschiedliche Ansichten, was und wie lange Erfindungen vor dem Wettbewerb geschützt werden können.

Für die Schweizer Pharmaindustrie ist klar: Ein stärkerer Patentschutz sei erforderlich, damit die Einnahmen nicht durch Nachahmerprodukte indischer Arzneimittelhersteller geschmälert werden. Genügend Einnahmen wiederum seien wichtig, um beispielsweise die Kosten für die Entwicklung von Medikamenten auszugleichen.

Indien ist der grösste Generikahersteller der Welt und liefert 20% der weltweiten Generikaprodukte. Das Land wehrt sich schon lange gegen eine Verstärkung des Patentschutzes für neue Medikamente. Wenn Generika erst später auf den Markt gebracht werden könnten, würde dies den Zugang zu erschwinglichen Medikamenten nicht nur in Indien, sondern auch in anderen Entwicklungsländern gefährden, sagt K.M. Gopakumar, Rechtsberater des Third World Network in Neu Delhi gegenüber SWI swissinfo.ch.

Nun gibt es Anzeichen für Änderungen in Indien. Laut Philippe Reich, Präsident der Schweizerisch-Indischen Handelskammer, will das Land in der Wertschöpfungskette für Arzneimittel aufsteigen. «Die Generika-Industrie bleibt wichtig, aber Indien will auch ein eigenes Innovations-Ökosystem aufbauen», sagt Reich. Dazu gehört der Schutz indischer Startups, die teilweise auf Patentschutz drängen.

Ein kuenstliches Hueftgelenk: Das weltweit bekannteste Produkt des Unternehmens Sulzer Medica (Archivbild vom November 1993). Der Winterthurer Sulzer-Konzern will sein Medizinaltechnik-Unternehmen Sulzer Medica ab Mitte Juli 1997 an die Schweizer und an die New Yorker Boerse bringen, wie am 16. Juni 1997 bekannt wurde. Fuer den Boersengang werden 2,3 Millionen neue Aktien ausgegeben. Damit werden 24 Prozent des Aktienkapitals im Publikum plaziert. Den heutigen Aktionaeren der Sulzer AG wird dabei ein Vorwegzeichnungsrecht eingeraeumt. (KEYSTONE/Archive)
KEYSTONE

Ein Schweizer Arzt hat die Entwicklung des künstlichen Hüftgelenks massgeblich mitgeprägt.

Das künstliche Hüftgelenk, heute ein Routineeingriff, geht unter anderem auf einen Schweizer zurück. Ende 1960 klopfte der Orthopäde Maurice E. Müller bei der Firma Mathys an und fragte, ob sie mit ihm künstliche Hüftgelenke entwickeln würde.

Bereits im darauffolgenden Februar setzte Müller einer Patientin die erste selbst entworfene Endoprothese aus rostfreiem Stahl und einer Kunststoffpfanne ein – das erste Kunstgelenk dieser Art, das auf dem europäischen Festland einer Patientin implantiert wurde.

Laut Hubert Steinke, Professor für Medizingeschichte an der Universität Bern und Leiter Medizinsammlung des Inselspitals, habe Müller über «trial and error», über Ausprobieren und Verwerfen, einen «weltweiten Standard mit vielen Varianten» entwickelt.

Um seine Kunstgelenke zu vermarkten, gründete Müller in den 60er-Jahren eine eigene Vertriebsfirma. «Zwischen 1960 und 1990 war die Entwicklung der Hüftprothese primär von den Ärzten geleitet», sagt Steinke gegenüber SRF. Allerdings verloren die Ärzt:innen an Einfluss, als ab den späten 80er-Jahren Hüft-Operationen und dementsprechend die Produktion von Hüftprothesen exponentiell zunahmen. Von da an wurde das Geschäft zunehmend von grossen Konzernen dominiert.

Und Maurice E. Müller? Er verkaufte seine Vertriebsfirma und stiftete mit seinem Gewinn in Bern das Zentrum Paul Klee und ein Kindermuseum.

Meistgelesen
Swiss Abroad

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft