Heute in der Schweiz
Liebe Schweizer:innen im Ausland
Stunde der Wahrheit, ich tu mich manchmal mit Entscheidungen schwer. Umso besser, gibt es Rankings und Vergleichsportale, die mir in manchen Fällen mit wenigen Klicks weiterhelfen können. Doch gerade bei Hochschulrankings wird Kritik laut.
Herzliche Grüsse aus Bern
Universitäten kehren Hochschulrankings den Rücken zu.
Soll es London sein? Oder eher Berlin? Wer für Studium oder Forschung international Universitäten vergleicht, kann sich Hochschulrankings als Orientierungshilfen hinzuziehen. Nun behauptet aber die Universität Zürich, die jährlichen Rankings der «Times Higher Education» seien das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind.
Mit ihrer Kritik an den Gutachter:innen von Universitäten steht die Universität Zürich keinesfalls allein da. Die Liste der Beschwerden über die verschiedenen Rankings ist lang: fehlerhafte Methodik, Elitedenken, mangelnde Berücksichtigung der sozialen Werte der Universitäten, um einige Punkte zu nennen.
Auch die European University Association äussert sich zum Thema und schreibt auf ihrer Website unter anderem, dass der finanzielle Anreiz, ein hohes Ranking zu erreichen «einige Einrichtungen dazu veranlasst, nach allen – legitimen oder illegalen – Mitteln zu suchen, um in der Rangliste aufzusteigen».
Was also tun, wenn die passende Universität gefunden werden soll? Sich nicht nur auf Rankings verlassen, sondern auch die Hausaufgaben machen, rät die Universität Zürich. Will heissen, Inhalte und Aufbau der Studiengänge vergleichen und sich selbst über Forschungsprogramme, akademische Kultur und Arbeitsbedingungen informieren. Mehr Zeit und Nerven also bei der Auswahl der Universität, aber hoffentlich mit passendem Ergebnis.
- Lesen Sie den ganzen Artikel «Universitäten sagen: Hochschulrankings taugen nichts» meines Kollegen Matthew Allen.
- Anfang März schrieben meine Kolleg:innen Simon Bradley und Pauline Turuban, die renommierte Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) erwägt, die Zahl der internationalen Studienplätze zu begrenzen, um die Qualität der Ausbildung zu sichern. Dies wirft ein Schlaglicht auf den Boom der Schweizer Universitäten und der internationalen Zulassungen. Sie finden den Artikel auf SWI swissinfo.ch.
- Die European University Association widmet der Problematik der Rankings einen ganzen Abschnitt auf ihrer WebsiteExterner Link.
Gleich noch dies: Wir von SWI swissinfo.ch interessieren uns für Ihre Meinung zu unserem Angebot. Gerne möchten wir wissen, wie gut Sie SWI swissinfo.ch und unsere Produkte kennen, und wie Sie diese nutzen und bewerten. Machen Sie deshalb mit bei unserer UmfrageExterner Link, die nur ca. 10 Minuten dauert. Vielen Dank!
Sie sind an der Reihe: Woher schöpfen Sie Optimismus für die Demokratie?
Das wollten wir von Ihnen wissen – und wollen wir immer noch. Bis dato sind bereits eine Reihe von Antworten eingetroffen. Antworten, die bewegen, die zum Nachdenken anregen.
So schreibt zum Beispiel User Fjodor Tschernikow, der anscheinend Ukrainer ist: «Natürlich sind wir Optimisten; wir wollen eine Gesellschaft verbessern, die nach Demokratie strebt.» In seinem Land bedrohe der Krieg jene Rechte, «die wir kürzlich entdeckt haben». Aber er glaubt, dass “selbst der Schein von Demokratie auf die eine oder andere Weise zu ihrer Umsetzung” führe. Die Durchsetzung der Demokratie sei in solchen Scheindemokratien «wahrscheinlich eine intellektuelle Arbeit für mehrere Generationen».
Andere Antworten nahmen konkret auf demokratische Prozesse in der Schweiz Bezug. User Giacomo Notrevo schreibt, die lokalen Abstimmungen in Genf seien «äusserst unklar» formuliert und es sei für ihn als Auslandschweizer in Italien «extrem zeitaufwändig», sich vertieft zu informieren. Er stellt folglich die Frage in den Raum: «Ist es überraschend, dass die Teilnahmequote an solchen Abstimmungen so niedrig ist?»
User Gagatang1 äussert sich auf Chinesisch: “Demokratische Entscheidungen können auch falsch sein”, doch das System der Demokratie ermögliche es, diese wieder zu korrigieren.
- Dies drei Auszüge aus unserer aktuellen Debatte zum Optimismus bezüglich Demokratie, einen Einblick in weitere Beiträge gibt Ihnen mein Kollege Benjamin von Wyl.
- Die Debatte ist übrigens noch offen. Gerne können Sie Ihre Meinung auf SWI swissinfo.ch teilen.
- Die Demokratie sei ein «Ideal, das man nie vollständig erreicht», sagte mir Sabine Jenni, Geschäftsleiterin von Demokrative zum Internationalen Tag der Demokratie.
Ein Schweizer zeigt als Wanderleiter Tourist:innen die Natur von Gran Canaria.
Ich muss gestehen, als ich den Artikel im Tages-Anzeiger las, haben mich Fernweh, Reiselust und die Vorfreude auf den Sommer gleichzeitig gepackt. (Wobei, bei Letzterem kann auch das heute frühlingshafte Wetter in der Schweiz mitgewirkt haben.) Der Rheintaler René Forrer machte sein Hobby zum Beruf: Er wanderte nach Gran Canaria aus und nimmt als Wanderleiter auf der drittgrössten Kanareninsel Gäste mit in die Natur.
«Nach dem frühen Tod meiner Frau wollte ich nicht bis 65 in einem Büro sitzen», sagt Forrer gegenüber dem Tages-Anzeiger. Neun Jahre lebt er nun auf Gran Canaria und kennt mindestens 100 Wanderungen quer durch die Insel. Dabei geht es Forrer weniger um die Kilometer, sondern vielmehr, seine Gäste auf die Schönheiten und die Flora der Insel aufmerksam zu machen.
Auf diesem «Minikontinent», wie Forrer Gran Canaria nennt, sei das Terrain ungefährlich. Doch – ganz Schweizer – ermahne er seine Gäste, beim Staunen und Fotografieren stehen zu bleiben. «So wie man das in den Schweizer Bergen macht.»
- Ausgewandert nach Gran Canaria: Lesen Sie den Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link.
- Meine Kollegin Melanie Eichenberger hat letzten November eine Schweizer Familie getroffen, die nach Thailand auswanderte. Zu lesen auf SWI swissinfo.ch.
- Was gibt es beim Auswandern mit Kindern zu beachten? Hier finden Sie das Wichtigste zusammengefasst.
Schweizer feiern Grosserfolg in Saalbach.
Zugegeben, Sportberichterstattung ist nicht meine Stärke, aber wenn SRF von einem «Tag für die Geschichtsbücher» und die CH-Media-Zeitungen von «Schweizer Festspielen» schreiben, ist auch mir klar, dass der heutige Super-G-Tag aus Schweizer Sicht ein Grosserfolg war.
Zum einen, weil Marco Odermatt munter weiter Kristallkugeln sammelt – heute kam seine achte Trophäe zu seiner Sammlung hinzu. Seine Bilanz dieser Super-G-Saison: Zwei Siege in sieben Rennen, insgesamt stand der 26-Jährige fünfmal auf dem Podest.
Für Schlagzeilen sorgten heute aber auch drei andere Schweizer: Stefan Rogentin, Loïc Meillard und Arnaud Boisset gaben uns den ersten Schweizer Dreifachsieg bei den Männern im Super-G seit 1992.
Für Rogentin war es der erste Weltcupsieg seiner Karriere, für Boisset die erste Podest-Klassierung im Weltcup. «Es ist schwierig für mich, Worte zu finden. Meinen ersten Podestplatz mit zwei Teamkollegen zu teilen, macht es noch unglaublicher. Ich muss es geniessen, vielleicht gibt es das nur einmal in der Karriere», sagt er gegenüber SRF.
Übrigens, auch beim Super-G der Frauen konnten die Schweizer:innen heute jubeln: Lara Gut-Behrami holte zum fünften Mal die Super-G-Kristallkugel und belegt im Super-G beim Weltcup Finale Platz 7.
- Den heutigen Super-G-Tag zusammengefasst haben unter anderem SRFExterner Link, WatsonExterner Link, und die NZZExterner Link.
- Passend zum Thema, letzte Woche erschien ein grosses Interview mit Marco Odermatt im Tages-Anzeiger: «Ich brauche meine Freundin nicht den Medien zum Frass vorzuwerfen»Externer Link.
- Die Schweiz sieht sich als grosse Skination. Woher kommt dieses Selbstverständnis? Lesen Sie dazu den Artikel «Das ganze Volk fährt Ski! Das ganze Volk…?» auf SWI swissinfo.ch.
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