Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Am sichersten fühlt man sich im eigenen Daheim. Doch diese Sicherheit ist trügerisch, zumindest für jene Frauen, die in ihren eigenen Wänden von ihrem Partner getötet werden. Die neusten Zahlen zeigen die erschreckende Realität der Femizide in der Schweiz.
Herzliche Grüsse aus Bern
Femizide: Jeden Monat sterben in der Schweiz eine oder sogar zwei Frauen, weil sie von ihrem gewalttätigen Partner oder einem Familienmitglied getötet werden.
Vor kurzem ist eine offizielle Delegation aus der Schweiz nach Spanien gereist. Der Grund ist ein trauriger: Die Vertreter:innen hofften, von Spanien mehr über die Vermeidung von Femiziden zu lernen.
Was früher als Familiendrama bezeichnet wurde, heisst heute Femizid. Femizide kommen in allen Gesellschaftsschichten vor. Vielleicht können Sie sich an die Schweizer Skirennfahrerin Corinne Rey-Bellet erinnern? Sie wurde 2006 von ihrem Ehemann, einem Privatbanker getötet.
In der Schweiz starben letztes Jahr 20 Frauen durch die Hand ihres Partners oder eines Familienmitglieds, wie der Tages-Anzeiger heute schreibt. Jüngstes Beispiel: Eine ehemalige Miss-Schweiz-Kandidatin, die tot in ihrem Haus aufgefunden wurde. Mutmasslicher Täter ist der Ehemann.
Während es in der Schweiz keinen Straftatbestand für Femizide gibt und die Berichterstattung über Fälle oft sehr klein ausfällt, gilt in Spanien die Vermeidung von Femiziden seit rund 20 Jahren als politische Priorität. Polizeieinheiten, Staatsanwaltschaften und Gerichte haben sich auf geschlechtsbezogene Gewalt spezialisiert.
- Frauenmorde werden in der Öffentlichkeit unterschätzt – Artikel des Tages-AnzeigersExterner Link. (Paywall)
- Für ältere Frauen ist die Gefahr besonders gross, von ihrem Partner getötet zu werden – Bericht von SRFExterner Link.
- Recherchestück von Watson und der Rundschau: Berührendes Porträt einer FrauExterner Link, die in Zürich Altstetten von ihrem Mann getötet wurde.
Unsere Frage der Woche
Wir stellen Ihnen im Briefing jede Woche eine Frage. Diese Woche möchten wir von Ihnen wissen: Welche Möglichkeiten sehen Sie, um Femizide zu verhindern?
Schicken Sie Ihre Antwort an community-feedback@swissinfo.ch. Aus den eingesandten Antworten wählen wir eine bis zwei aus, die wir in der nächsten Woche veröffentlichen.
Die Schweiz gewinnt den diesjährigen Eurovision Song Contest. Falls die Wettquoten recht haben.
Bald ist wieder Eurovision Song Contest. Dieser Gesangswettbewerb, den wir Schweizer:innen nur zähneknirschend schauen können, weil wir praktisch immer verlieren. Ausser vielleicht dieses Jahr?
Für die Schweiz tritt heuer Nemo in Malmö an und sorgt jetzt schon für eine Überraschung: Gemäss den Wettquoten für den ESC gewinnt die Schweiz! An einer Eurovision-Pre-Party in Madrid überzeugte Nemo mit dem Song «The Code» und wurde zum Hype auf den sozialen Medien, wie SRF berichtet.
Was passiert, wenn Nemo den diesjährigen ESC tatsächlich gewinnt? Dann müsste die Schweiz den Concours nächstes Jahr austragen, organisiert von der SRG, welche sich schon einmal bei anderen Ländern informiert, wie das denn so geht. Vermutlich würde der ESC in einer grossen Halle in einer Stadt wie Zürich, Bern, Genf oder Basel stattfinden. Das würde die SRG einiges kosten. Vielleicht ist jetzt gerade nicht der richtige Zeitpunkt für einen Sieg.
- Nemo führt die Wettquoten an, was das für die Schweiz heisst, lesen Sie hier im Bericht von SRFExterner Link.
- Auch Watson hat darüber berichtetExterner Link, hier finden Sie auch ein Video des Songs.
- Die erste Gewinnerin des ESC war eine Schweizerin: Die Sängerin Lys Assia sang uns 1956 auf den ersten Rang – im Artikel von SRF erfahren Sie allesExterner Link über den Schweizer Weltstar.
- Alles über die Schweizer Erfolge und Misserfolge am ESC finden Sie in unserer Übersicht.
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Recyclen ist eine Schweizer Leidenschaft. Doch wir sind gar nicht so gut darin.
Jedes Mal, wenn ich mit meinen überquellenden Recyclingtaschen zur Entsorgungsstation spaziere, fühle ich mich sehr gut. Recyclen ist schliesslich eine gute Sache und sind wir Schweizer:innen nicht die besten im Recyclen?
Mein Kollege Luigi Jorio hat diese Vorstellung für mich zerstört. Die Schweiz ist nicht Weltmeisterin im Abfallrecycling, hat er in seinem Artikel geschrieben. Zwar wird etwa die Hälfte unserer Siedlungsabfälle getrennt und rezykliert, das ist eine der höchsten Raten in Europa. 97 von 100 Glasflaschen werden wiederverwendet.
Doch beim Plastikrecycling ist die Schweiz das Schlusslicht in Europa. In der Schweiz landen mehr als 85% der Plastikabfälle aus Haushalten, Landwirtschaft und Industrie im Abfall und werden verbrannt. Warum ist das nicht gut? Wenn die Kunststoffe zerstört statt wiederverwendet werden, müssen sie stets neu produziert werden. Das bedeutet, dass weiterhin fossile Brennstoffe gefördert werden, mit allen negativen Nebenwirkungen wie Emissionen, usw.
- Lesen Sie hier im Artikel von Luigi, warum das Kunststoffrecycling in der Schweiz noch nicht richtig Fahrt aufgenommen hat.
- In diesem Artikel von uns können Sie mehr zum Plastikrecycling lesen – und wieso es auch nicht das Allerheilmittel ist.
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Initiative eingereicht – SVP will Bevölkerung der Schweiz auf maximal 10 Millionen Menschen begrenzen.
Heute hat die rechtskonservative Partei SVP ihre Initiative zur Beschränkung der Bevölkerungszahl eingereicht. 114’600 Unterschriften sind in neun Monaten gesammelt worden, das ist die Hälfte der vorgeschriebenen Sammelfrist.
Gemäss Initiativtext soll die Bundesverfassung um einen Artikel ergänzt werden, der vorsieht, dass die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz vor 2050 zehn Millionen Menschen nicht überschreiten darf. Wenn vor 2050 9,5 Millionen Menschen in der Schweiz leben, muss die Politik handeln. Etwa vorläufig Aufgenommenen keine Niederlassungsbewilligung ausstellen und keine Leute mehr einbürgern. Auch der Familiennachzug soll eingeschränkt werden.
Und noch mehr will die Initiative: Internationale Abkommen, die Auswirkungen auf das Bevölkerungswachstum haben, müssen neu ausgehandelt werden. Als Notbremse könnte das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU gekündigt werden.
- Im Artikel vom Blick erfahren SieExterner Link, weshalb die SVP die Initiative eingereicht hat.
- Bei der Jungen SVP läuft es im Moment nicht so rund. Sechs Regionalsektionen haben sich von der Strategiechefin Sarah Regez distanziert, weil sie an einem Treffen mit einem österreichischen Rechtsextremen teilgenommen hat und auch mit der rechtsextremen Jungen Tat sympathisiert – Artikel von WatsonExterner Link.
- Das ist die Vorgeschichte zum Streit in der JSVP – Artikel von WatsonExterner Link.
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