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zwei Kampfjets auf der leeren Autobahn

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Die Armeeübung "Alpha Uno" ist geglückt: Die Piloten haben gezeigt, dass sie ihre Kampfjets auf der Schweizer Autobahn starten und landen können.

Herzliche Grüsse aus Bern

mann fotografiert die jets auf der autobahn
Keystone / Peter Schneider

Vom Bundesrat bewilligt: Die Armee sperrt die A1 zwischen Avenches und Payerne für eine Übung der Luftwaffe.

Heute ist in der Schweiz etwas passiert, das nur sehr selten vorkommt. «Ein extrem historischer Moment», wie es Oberstleutnant Mario Schwarz ausdrückt. Für eine Übung der Armee sind auf der Autobahn A1 Kampfjets gestartet und gelandet.

Die Übung fand nicht im Verborgenen statt, auf Livestreams konnten die Jets beobachtet werden, wie sie auf einem schnurgeraden Autobahnabschnitt zwischen Avenches und Payerne landeten. «Es ist super gelaufen. Die Piste ist super vorbereitet», sagt der erste Pilot, der gelandet ist. Für die Landung wurden die Leitplanken der Autobahn entfernt.

Seit über 30 Jahren hat die Armee dieses Manöver nicht mehr trainiert, das letzte Mal landeten Kampfjets 1991 auf einer Autobahn im Tessin. Heute war das erste Mal, das der F/A-18 auf einer Autobahn aufgesetzt hat. Wofür die Armee von Sicherheitspolitikerin Priska Seiler Graf (SP) kritisiert wurde, da bald die F-35-Flugzeuge geliefert werden. Auch die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) kritisierte die Übung.

lisa jasko
zVg

«Wir sehen nicht, dass Russland bereit ist, den Krieg zu beenden»: Ukrainische Aussenpolitikerin über den Friedensgipfel.

Bald findet die Ukraine-Friedenskonferenz in der Schweiz statt, am 15. und 16. Juni treffen Delegationen mit Staatschefs und Regierungschefinnen auf dem Bürgenstock in der Innerschweiz ein.

Meine Kollegin Claire Micallef und mein Kollege Benjamin von Wyl haben mit der ukrainischen Aussenpolitikerin Lisa Jasko über die bevorstehende Konferenz gesprochen. Jasko gibt sich realistisch, was den Erfolg der Konferenz angeht: «Wir sehen nicht, dass Russland bereit ist, den Krieg zu beenden», sagt sie. Doch sie hofft, dass möglichst viele Länder den Friedensplan der Ukraine unterschreiben.

Zur Schweizer Neutralität sagt die Politikerin: «Für uns gibt es keine Neutralität, denn wir wissen, wer der Aggressor ist.» Als Ukrainerin wünsche sie sich von der Schweiz viel mehr. Sie soll den Ukrainer:innen in der Schweiz helfen, sich für den Wiederaufbau zu vernetzen. Und das internationale Genf soll proaktiver werden.

person zündet kerze an
Keystone

Die Sterbehilfe wird in mehreren europäischen Ländern legalisiert. Ein Trend, der viel über die Bevölkerungsentwicklung aussagt.

Neapel sehen und sterben, heisst es. Doch in vielen Ländern wird ein Ausflug in die Schweiz mit dem Sterben in Verbindung gebracht, da hier ein assistierter Suizid legal ist. Wie meine Kollegin Kaoru Uda schreibt, haben nun mehrere Länder in Europa nachgezogen und die Sterbehilfe legalisiert oder sind dabei.

Das Parlament in Schottland will die Sterbehilfe für unheilbar Kranke Menschen legalisieren, wie auch Irland, eines der katholischsten Länder Europas. Auch in Frankreich liegt ein entsprechender Gesetzesentwurf vor.

Die Tendenz zu legalisierter Sterbehilfe steht für die Entwicklung der Bevölkerung. Aktivist:innen für das Recht auf Sterbehilfe sagen, dass die steigende Lebenserwartung und die alternde Bevölkerung den Trend zur Legalisierung des assistierten Suizids verstärkt haben. Die Lebenserwartung sei zwar gestiegen, doch die letzten Jahre werden nicht unbedingt glücklich und bei guter Gesundheit verbracht.

  • Was ist der Unterschied zwischen aktiver Sterbehilfe und assistiertem Suizid? In unserem Artikel erhalten Sie die Antwort.
  • Was denken Sie über die Beihilfe zum Suizid für Menschen, die ihr Leben beenden wollen? Uns interessiert Ihre Meinung.
  • So können die letzten Tage im Leben eines Menschen auch aussehen: Berührende Reportage von Kaoru Uda aus einem Palliativhospiz.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Kaoru Uda

Inwieweit sollte die Beihilfe zum Suizid für Menschen, die ihr Leben beenden wollen, legal möglich sein?

Die Schweiz hat die Sterbehilfe in den 1940er-Jahren legalisiert. Über 1000 Schwerstkranke oder Behinderte beenden hier jedes Jahr ihr Leben.

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bahnhof bern
Keystone / Christian Beutler

Zum Schluss: Klassische Musik und kleine Elche.

Armeeübung, Krieg und Tod; nach diesen schweren Themen habe ich noch eine Auswahl von leichteren Themen für Sie. Zum Beispiel klassische Musik. Bei diesem Genre gehen die Meinungen so stark auseinander, dass man Mozart und Co. auch zum Vertreiben von herumlungernden Menschen verwenden kann.

Das haben auf jeden Fall die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) beim Bahnhof in Bern versucht. Weil sich vor dem Haupteingang Leute aufhalten, die gar nicht reisen wollen, aber den Eingang verstopfen, ertönt dort klassische Musik, wie SRF berichtet. Das Experiment habe bereits Wirkung gezeigt, wie die Geschäftsführerin eines Restaurants beim Eingang des Bahnhofs berichtet. Es würden sich jetzt weniger Jugendliche vor dem Bahnhofeingang aufhalten und vor allem spielen sie keine eigene Musik aus ihren Lautsprechern. Andere Passant:inenn dagegen sagten gegenüber SRF, dass sie die Musik eher zum Bleiben als zum Gehen anrege.

Falls Sie mit klassischer Musik nichts anfangen können, habe ich Ihnen einen Link mit den neusten Jungtieren im Berner Tierpark Dählhölzli. Der Anblick von Wisentkalb und Mini-Elch sorgt garantiert für Entspannung.

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