Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Wissen Sie, wie die Löcher in den Emmentaler Käse kommen? Ich verrate es Ihnen im heutigen Briefing. Dazu werfen wir einen Blick auf das Wetter, den Pendelverkehr und einen möglichen olympischen Waffenstillstand.
Herzliche Grüsse aus Bern
Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?
Ich habe es bis jetzt vermieden, über das Wetter in der Schweiz zu schreiben. Doch heute widmen sich gleich mehrere Medienportale dem Thema. Das Wetter in der Schweiz ist seit Wochen wechselhaft, nach einem regnerischen Frühling warten wir immer noch auf sommerliche Wärme.
Der starke Regen hat an vielen Orten zu Überschwemmungen geführt, der Bund hat für das westliche Ufer des Bodensees die höchste Gefahrenstufe ausgerufen. In den Bergen liegt vom Niederschlag der letzten Monate noch sehr viel Schnee. Der Nufenenpass sollte bis zum 14. Juni geräumt sein. Vor wenigen Tagen sah es dort aber noch aus wie im tiefsten Winter, die Schneewände sind bis zu 10 Meter hoch.
Auch für die Landwirt:innen ist das feuchte Wetter nicht nur von Vorteil. Der Mai ist bekanntlich der Heumonat, zum Heuen gab es aber nur sehr wenige Gelegenheiten. Im Flachland wurde hauptsächlich vom 26. April bis 1. Mai geheut, hält das Klimabulletin von Meteoschweiz fest. Für die nächsten Tage ist jedoch keine Besserung in Sicht.
- Einige Berghütten haben wegen des Wetters den Saisonstart verschoben, berichtet Nau.chExterner Link.
- Warum ist das Wetter momentan so unbeständig? Die Antwort gibt es bei Watson.Externer Link
- Nordlichter, «periodisch sehr sonnenarm» und nass: Klimabulletin Mai 2024 von Meteoschweiz.Externer Link
- Riesige Schneewände auf dem Nufenen – Bericht von SRFExterner Link.
- Es reicht langsam: Die Grundwasserspeicher sind gefüllt, der Sommer kann kommen – Bericht von SRFExterner Link.
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Wie gross sollen die Löcher im Emmentaler Käse sein? Nun muss diese Frage das Bundesverwaltungsgericht entscheiden.
Können Sie im Land, in dem Sie wohnen, Emmentaler Käse kaufen? Falls Sie in Frankreich oder in Deutschland wohnen, hat Ihr Emmentaler vermutlich grössere Löcher als unser Käse in der Schweiz.
In der Schweiz sind die charakteristischen Löcher im Emmentaler nicht nur kleiner, sie drohen sogar zu verschwinden. Grund dafür ist eine bessere Hygiene: Früher landete beim Melken von Hand Heustaub in der Milch, wodurch sich Bakterien bilden konnten, die mit ihren Gasen die Löcher im Käse verursachten. In Frankreich und in Deutschland wird der Milch Heublumenpulver hinzugefügt, damit die Löcher entstehen.
Das möchte die Sortenorganisation Emmentaler Suisse auch. Doch das Bundesamt für Landwirtschaft ist gegen das Heublumenpulver, es sei nicht Teil der traditionellen Herstellung. Der Fall ist jetzt vor dem Bundesverwaltungsgericht, der Entscheid steht noch aus.
- Die Sortenorganisation Emmentaler Suisse will das Pflichtenheft des Emmentalers ändern – Bericht von SRF via SWI swissinfo.ch.
- Gleicher Name, andere Herkunft: Ein Berufungsgericht in den USA hat entschieden, dass ein Käse auch Gruyère heissen darf, wenn er nicht aus der gleichnamigen Region in der Schweiz kommt – Artikel von SWI swissinfo.ch.
- Können Sie sich noch an die Anzüge der Skinati im Käselook erinnern? Dahinter steckte die Schweizerische Käseunion. Hier bei uns erfahren Sie, wie diese funktionierte.
Auto, Tram oder Velo: So pendelt die Schweiz zur Arbeit.
Vor unserem Büro hier in Bern sehe ich jeden Tag Velofahrer:innen, welche die Monbijoustrasse hinuntersausen oder sich hinaufkämpfen. Dank eines Artikels des Tages-Anzeigers weiss ich jetzt, wie viele es pro Tag sind: 5000.
Eine neue Studie hat das Pendelverhalten von Menschen auf der ganzen Welt angeschaut. In der Schweiz pendeln 2,5 Millionen Menschen zur Arbeit. Im Schnitt reisen sie 13,7 Kilometer pro Weg. Die Hälfte der Pendler:innen nimmt dafür das Auto. In den Agglomerationen sind es doppelt so viele als in der Stadt.
In den Schweizer Städten gehen die meisten Menschen zu Fuss oder mit den ÖV zur Arbeit. In Bern sind es 15%, die aufs Velo steigen, in Basel 18% und in Zürich 12%. Damit sind die Schweizer Städte weit weg ihren europäischen Pendants wie zum Beispiel dem Veloparadies Utrecht in den Niederlanden, wo 49% der Pendler:innen das Velo nutzen. Im Vergleich zur Schweiz gibt es dort auch genug Velowege: Utrecht hat über 40 Millionen in den Umbau zur Velostadt investiert.
- Zusammengefasst sagt die Studie: Je kleiner eine Stadt, desto eher nehmen die Einwohner:innen das Auto. In grösseren Städten werden Angebote wie Bus und Bahn mehr genützt – Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)
- Lesen Sie hier unseren Artikel über Auslandschweizer:innen, die zwischen zwei Ländern hin- und herpendeln.
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Ist ein Waffenstillstand in der Ukraine während der Olympischen Spiele in Paris realistisch?
Während der Olympischen Spiele soll Friede herrschen. Die UNO und das Internationale Olympische Komitee hoffen, während der Sommerspiele in Paris einen Unterbruch der Kämpfe zwischen Russland und der Ukraine zu erreichen.
Sie berufen sich dabei auf das antike Griechenland, wo während der Spiele sicher gereist werden konnte. «Es handelte sich eher um freies Geleit als um einen Waffenstillstand im heutigen Sinn», sagt der Historiker Patrick Clastres. Seit 1896 finden die Spiele wieder regelmässig statt, jedoch wurden sie in dieser Zeit regelmässig von der weltpolitischen Lage getrübt. Zum Beispiel währen der Weltkriege oder als Athlet:innen aus den USA und der Sowjetunion die Spiele blockierten.
Bisher hat Moskau einen Waffenstillstand während der Spiele nicht abgelehnt, wie mein Kollege Mathieu van Berchem schreibt. Jedoch ist Russland gekränkt, weil seine Athlet:innen nicht unter ihrer Flagge antreten dürfen.
- Ist ein olympischer Waffenstillstand eine Möglichkeit? Artikel von SWI swissinfo.ch.
- Im Nahen Osten hat die Hamas die UNO-Resolution für eine Waffenruhe akzeptiert – Bericht von SRFExterner Link.
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