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Ein Gitter, dahinter die US-Flagge

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Sind Sie es langsam leid, ständig diesen Namen zu hören? Und doch vergeht kaum ein Tag, an dem Donald Trump nicht Schlagzeilen macht.

Diesen Mittwoch geht es um die Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und den USA und um eine Clique an der Basler Fasnacht, die mit einer Anti-Trump-Demonstration verwechselt wurde.

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ein Mann
Der ehemalige US-Botschafter in der Schweiz, Edward McMullen. Keystone / Lukas Lehmann

Eine Schweizer Delegation ist am Dienstag nach Washington gereist, um die Einführung von Exportzöllen zu verhindern. Ein ehemaliger US-Botschafter in der Schweiz und enger Vertrauter von Donald Trump äusserte sich «optimistisch» über die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern.

Die Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), Helene Budliger Artieda, hat am Dienstag in Washington den Stabschef des US-Handelsbeauftragten, Jamieson Greer, getroffen. Ziel des Treffens war ausdrücklich, Kontakte mit Vertretern der neuen US-Regierung zu knüpfen, sich über verschiedene Dossiers des Handelsportfolios auszutauschen und Möglichkeiten zur Stärkung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen auszuloten, wie das Seco mitteilte.

Im Interview mit dem Westschweizer Fernsehen RTS sagte der ehemalige US-Botschafter in der Schweiz, Edward McMullen, am Dienstag, dass «die Dinge gut laufen werden», denn «die Schweiz ist eine der besten Handelspartnerinnen der USA. Das bedeutet etwas für unsere Regierung, unseren Präsidenten und sein Team». Er ruft dazu auf, Ruhe zu bewahren. «Wenn Donald Trump die Schweizer Positionen kennt – und wichtig ist die Gegenseitigkeit –, wird er es wie 2017 machen», fügte McMullen hinzu.

Im Rahmen des Seco-Besuchs in Washington wurden am Mittwoch sechs US-Parlamentarier in Bern zu Gesprächen mit Aussenminister Ignazio Cassis und seinem Amtskollegen für Wirtschaft, Guy Parmelin, erwartet. Die US-Delegation sollte sich auch mit vier Staatssekretären treffen, darunter die Direktorin des Seco. Ziel der Treffen ist es laut EDA, «die Stärken der Schweiz hervorzuheben und Möglichkeiten der Zusammenarbeit aufzuzeigen».

Ein Teenager scrollt auf seinem Handy durch soziale Netzwerke
Ein Teenager scrollt auf seinem Handy durch soziale Netzwerke. Keystone / Laurent Gillieron

Der Ständerat hat am Dienstag den Bundesrat beauftragt, Möglichkeiten zu prüfen, den Zugang zu bestimmten sozialen Netzwerken für bestimmte Altersgruppen oder in bestimmten Kontexten wie der Schule einzuschränken oder gar zu verbieten.

«Wenn es heute eine Gewissheit gibt, dann ist es die, dass uns die Folgen der zunehmenden Exposition von Kindern gegenüber sozialen Netzwerken beunruhigen müssen», sagte die grüne Ständerätin Céline Vara am Dienstag vor ihren Ratskolleginnen und -kollegen.

Der Ständerat hat zwei Postulate angenommen, die den Bundesrat auffordern, einen Bericht über den Schutz der körperlichen und geistigen Gesundheit der Jüngsten vor der Nutzung von sozialen Netzwerken und elektronischen Messengern vorzulegen.

«Es handelt sich um eine gesellschaftliche Frage, die nun die Aufmerksamkeit der Politik erfordert», sagte Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider. Sie stellte jedoch klar, dass die Regierung keine Stellung zu einem Handyverbot an Schulen beziehen könne, da dies in die Zuständigkeit der Kantone falle.

Vara zeigte sich «erleichtert» über den Entscheid. «Es ist gut, dass sich der Gesetzgeber endlich um die psychische Gesundheit der Jugendlichen kümmert. Ich hoffe, dass aus dem verlangten Bericht konkrete Vorschläge für Massnahmen hervorgehen.» Ein Verbot des Zugangs zu sozialen Netzwerken sei vielleicht nicht realistisch, aber die Politikerin ist der Meinung, dass man bei der Prävention ansetzen müsse. Und «in diesem Fall muss sie wirksam sein».

Viele Goldbarren
Goldbarren in einer Schweizer Bank (Symbolbild). Keystone / Martin Rütschi

Die politische Instabilität der letzten Monate kommt dem Schweizer Goldsektor zugute. Die USA haben in letzter Zeit massiv in das Edelmetall investiert.

Laut Dominique Casaï, Gründer des auf den Bergbausektor spezialisierten Unternehmens Uram, fällt der Run der amerikanischen Händlerinnen und Händler auf Gold mit der Wahl von Donald Trump zusammen. «Um den möglichen Auswirkungen von Zöllen auf Goldimporte zu entgehen, wurden im Vorfeld Vorräte angelegt», so der Experte.

Gold, nach wie vor der sichere Hafen schlechthin, profitiert von der weltweiten politischen Instabilität. Davon profitiert auch die Schweiz, denn als weltweit führender Raffinerie-Standort für das Edelmetall werden bis zu zwei Drittel des weltweit gehandelten Goldes physisch durch die Schweiz transportiert. Die Raffinerien laufen derzeit auf Hochtouren.

Für Casaï findet der eigentliche wirtschaftliche Kampf jedoch um strategische Metalle und seltene Erden statt, die für die Energiewende und technologische Innovationen unerlässlich sind. Und in diesem Bereich dominiert China.

Einige Menschen in Stinkefingermasken, die trommeln
Der Umzug einer Basler Fasnachtsclique wird fälschlicherweise als Anti-Trump-Demo beschrieben. Keystone / Georgios Kefalas

Eine Basler Fasnachtsclique ist dank Donald Trump viral gegangen. Ein Video, in dem sie fälschlicherweise für eine Anti-Trump-Demonstration gehalten wird, wurde 23 Millionen Mal angeklickt.

Unter dem Motto «Mit dir red ich nid» wollte die Clique darauf aufmerksam machen, dass Menschen zunehmend nur noch mit Gleichgesinnten reden. Sie marschierte unter anderem mit Stinkefingermasken und einer Laterne, auf der Donald Trump abgebildet war.

Ein erstes Video, das die Clique während des Umzugs zeigte, wurde unkommentiert auf Tiktok veröffentlicht. Dann wurde es aber geschnitten und von einem Instagram-Account veröffentlicht, der die Truppe mit ihren Trillerpfeifen und Trommeln als Demonstration gegen den US-Präsidenten beschreibt. Die Fasnacht wird an keiner Stelle erwähnt.

Laut Liz Voss, einer in Basel lebenden Amerikanerin, ist der politische Diskurs in den USA «direkt und schonungslos». Deshalb sei es für Amerikanerinnen und Amerikaner schwierig, den satirischen Aspekt der Fasnacht zu verstehen. Sie habe viele Nachrichten wegen des Videos erhalten und den Kontext erklären müssen.

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