Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Ich bin im ESC-Fieber. Fasziniert sass ich diese Woche zwei Abende lang vor dem TV und verfolgte das Spektakel der Halbfinals des Eurovision Song Contest in Basel. Morgen findet das grosse Finale statt.
Aber: Lassen Sie uns zuerst noch eine «Voyage» machen durch die heutigen Schlagzeilen der Schweizer Medienlandschaft.
Gute Lektüre!
Der Eurovision Song Contest in der Schweiz geht morgen ins grosse Finale. Mittlerweile sind alle Finalteilnehmende bekannt. Abseits der Bühne sorgen auch Demonstrationen und Störaktionen für Schlagzeilen.
Seit gestern um 23.30 Uhr steht fest, wer im morgigen Finale des Eurovision Song Contest auftreten wird. Es war wieder ein grossartiges Spektakel mit souveränen Moderatorinnen, die mich mit viel Wortwitz und Gesangseinlagen ein weiteres Mal in ihren Bann zogen.
Neben den «Big Five» (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Grossbritannien) treten morgen Künstler:innen aus Norwegen, Luxemburg, Estland, Israel, Litauen, der Ukraine, Österreich, Island, Lettland, den Niederlanden, Finnland, Polen, Griechenland, Armenien, Malta, Portugal, Dänemark, Schweden, San Marino und Albanien auf. Als Gastgeberland tritt die Schweiz ebenfalls im Finale an. Zoë Më wird «Voyage» als «Startnummer» 19 performen.
Abseits des Bühnenprogramms sorgten auch politische Demonstrationen und Störaktionen für Aufsehen. Während der ESC-Proben gab es gestern Nachmittag eine Störaktion von Aktivist:innen. Sechs Personen, die palästinensische Fahnen und Trillerpfeifen dabeihatten, wurden aus dem Saal begleitet. Am Abend demonstrierten gestern rund 100 Personen auf dem Basler Münsterplatz gegen Antisemitismus und solidarisierten sich mit der israelischen ESC-Teilnehmerin.
Jährlich verschwinden in der Schweiz fast 800 Bauernhöfe. Im Kanton Waadt beispielsweise schliesst jede Woche ein Bauernhof seine Tore. Hinter diesen Zahlen steht die schwierige Weitergabe eines landwirtschaftlichen Betriebs.
Im Jahr 2000 gab es in der Schweiz noch etwa 70’000 landwirtschaftliche Betriebe. Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) sank diese Zahl bis 2019 auf 50’000. Tendenziell verschwinden kleinere Höfe und die verbleibenden Betriebe expandieren. Dies erklärt, warum die landwirtschaftliche Nutzfläche auf einem relativ stabilen Niveau bleibt. Besonders hart trifft es die Milchbäuerinnen und -bauern: Ihre Zahl hat sich in 20 Jahren fast halbiert.
Früher war es ganz normal: Ein Bauernhof wurde von Generation zu Generation weitergeführt. Doch die Tradition des an die Kinder weitergegebenen Familienbauernhofs gilt immer weniger. Die RTS-Sendung «Temps Présent» hat mit Landwirten gesprochen, die sich auf ihre Pension vorbereiten und deren Söhne aus verschiedenen Gründen das Erbe nicht antreten konnten oder wollten.
Einen Käufer oder eine Käuferin ausserhalb des Familienkreises zu finden, ist aber eine Herausforderung. Und es zeigt sich auch, dass der Verkauf an Dritte marginal bleibt, was hauptsächlich auf die hohen Kosten für potenzielle Käuferinnen und Käufer zurückzuführen ist. Angesichts dieser Herausforderungen greifen einige Landwirte auf Neuerungen wie etwa Aktiengesellschaften zurück. Dies ermöglicht einen Zugang für junge Landwirtinnen und Landwirte ohne Vermögen.
Die Alterung der Babyboomer-Generation stellt die Gemeinden in der Schweiz vor wachsende finanzielle Herausforderungen. Besonders in Agglomerationen wie etwa im Baselbiet geraten die Gemeindefinanzen durch steigende Pflegekosten unter Druck.
In Basler Gemeinden wie Muttenz und Reinach führen steigende Ausgaben für Alters- und Pflegeheime sowie für die Spitex zu Millionenverlusten. Dabei spielt die Alterung der Babyboomer-Generation eine zentrale Rolle: Viele Menschen, die in den 1960er- und 70er-Jahren als Steuerzahlende das Gemeindewachstum mitprägten, benötigen nun im Alter vermehrt Unterstützung. Die Kostenentwicklung bringt erste Gemeinden an ihre finanziellen Grenzen.
Ein weiteres Problem zeigt sich beim Wohnen: Nicht alle älteren Menschen können so lange wie gewünscht in den eigenen vier Wänden bleiben, wenn etwa kein Aufzug vorhanden ist oder der barrierefreie Wohnraum fehlt. Einige Gemeinden reagieren darauf mit Investitionen in altersgerechte Wohnungen und Präventionsarbeit. Doch vielerorts fehlen die finanziellen Mittel. Oft bleibt nur noch der frühzeitige Heimeintritt als Ausweg – mit entsprechenden Kostenfolgen.
Deshalb wird auf kantonaler Ebene über neue Finanzierungsmodelle diskutiert. Im Baselbiet sollen beispielsweise Personen mit Vermögen künftig stärker an den Heimkosten beteiligt werden. Langfristig stellt sich auch die Frage nach effizienteren Strukturen, denn der Druck auf kleinere Gemeinden wächst. Zudem halten Altersforscher Gemeindefusionen in manchen Regionen für kaum vermeidbar.
Das «Aareböötle» ist mehr als ein Freizeitvergnügen – es ist Teil der Berner Identität. Am Sonntag stimmen die Bernerinnen und Berner über einen Baukredit für das Marzilibad und einen neuen Hafen für Gummiboote ab. Die Zustimmung gilt als sicher, denn kaum etwas lieben die Berner so sehr wie ihre Aare.
An heissen Tagen pilgern Hunderte von Menschen mit Gummibooten zur Aare. Die beliebteste Strecke liegt zwischen Bern und Thun und ist etwa 27 Kilometer lang. Das Marzilibad in der Stadtmitte ist dabei die beliebteste Ausstiegsstelle. Doch das traditionsreiche Berner Freibad ist in die Jahre gekommen und soll nun für 67 Millionen Franken umfassend saniert werden, unter anderem mit einem eigens geplanten «Aarehafen», der das sichere Auswassern der Schlauchboote erleichtern soll.
Die Idee eines Gummiboothafens ist in der Stadtpolitik kaum umstritten. Nur die SVP opponiert gegen das Vorhaben und spricht von einer überflüssigen Luxuslösung. Sie befürchtet, der neue Hafen könnte zusätzliche Menschenmassen anziehen und die Infrastruktur überlasten. Die Stadt hingegen verweist auf das Sicherheitsrisiko am bisherigen Ausstiegspunkt, wo es regelmässig zu Rückstaus und chaotischen Zuständen kommt.
Das Aareböötle ist längst ein touristisches Highlight: Reiseblogs, internationale Medien und Influencer:innen preisen das Erlebnis in der sauberen Aare an. Baustart für den Hafen ist für Herbst geplant, die Eröffnung soll im Winter 2028/29 erfolgen.
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