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Ein Holcim-Schild auf einem Turm

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Einwohner:innen von Pulau Pari, einer Insel in Indonesien, beschuldigen den Schweizer Zementriesen Holcim, zur Klimakrise beigetragen zu haben, die ihre Existenz bedroht. Zum ersten Mal in der Schweiz wird ein Gericht die Zulässigkeit der Klage beurteilen – eine Verhandlung, die einen Präzedenzfall schaffen könnte.

Ausserdem berichte ich über Alt-Bundesrat Ueli Maurer, der wie auch Wladimir Putin und Kim Jong-un Peking besuchte, und über das Ende der Spekulationen um Céline Dions Teilnahme am Eurovision Song Contest. 

Viel Spass beim Lesen.

Eine Gruppe Menschen auf der Strasse
Ibu Asmania (Mitte) und Arif Pujianto (rechts) sind extra aus Indonesien angereist, um der Anhörung in Zug beizuwohnen. Keystone / Urs Flueeler

Am Mittwoch hält das Kantonsgericht Zug eine Vorverhandlung ab, um die Zulässigkeit einer besonderen Klage zu beurteilen: Bewohnerinnen und Bewohner einer Insel in Indonesien fordern vom Schweizer Zementriesen Holcim Entschädigungen, weil der durch die globale Erwärmung verursachte Anstieg des Wassers ihre Existenz bedroht. 

Vier Bewohnerinnen und Bewohner der Insel Pulau Pari in der Javasee fordern, dass der Schweizer Konzern sie für die durch den Anstieg des Wassers verursachten Schäden entschädigt. Die Insel hat in den letzten elf Jahren bereits 11% ihres Territoriums verloren und droht bis 2050 unterzugehen.

Es handelt sich um die erste Klimaklage gegen ein grosses Unternehmen aus der Zementbranche. Die ist für etwa 8% der CO2-Emissionen verantwortlich, die jedes Jahr in die Atmosphäre gelangen, was weit mehr ist als die Luftfahrt produziert. Holcim ficht die Zulässigkeit der Klage durch ein Zuger Gericht an.

Der Fall Holcim könnte einen Präzedenzfall für ähnliche Rechtsstreitigkeiten in der Schweiz und auf der ganzen Welt schaffen. «Wir sind Opfer des Klimas. Wir wollen für unsere Rechte kämpfen», sagt Ibu Asmania, eine der Klägerinnen, die zu dieser historischen ersten Gerichtsverhandlung in Zug angereist ist.

Eine Gruppe Männer auf dem roten Teppich
Der chinesische Präsident Xi Jinping und seine Gäste auf dem Weg zur Parade. Keystone

Wladimir Putin und Kim Jong-un trafen Xi Jinping am Mittwoch in Peking zu einer grossen Militärparade, um den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs zu feiern. Auch Alt-Bundesrat Ueli Maurer war anwesend.

Bei der Eröffnung der Parade erklärte der chinesische Präsident Xi Jinping, dass China «unaufhaltsam» sei. «Heute steht die Menschheit erneut vor der Wahl zwischen Frieden oder Krieg, Dialog oder Konfrontation», fügte er vor einer Gruppe von rund 20 ausländischen Staatsoberhäuptern hinzu.

Unter den Anwesenden befand sich kein führender westlicher Politiker. Nur der slowakische Premierminister Robert Fico, ein Verbündeter von Wladimir Putin in der EU, war angereist.

Die Tatsache, dass China an der Seite von zwei Führern auftrat, die im Westen als Aggressoren im Krieg in der Ukraine angesehen werden, liess die Veranstaltung laut Blick zu einem geopolitischen Schaufenster werden. Für Le Temps schreibt Peking die Geschichte des Zweiten Weltkriegs neu, indem es die Rolle des Westens und der USA herunterspielt und davon ausgeht, dass Chinas Sieg auch ohne die Hilfe Washingtons möglich gewesen wäre.

Nahaufnahme eines On-Schuhs
On hat seinen Hauptsitz in der Schweiz, produziert aber hauptsächlich im Ausland. Keystone / Gaetan Bally

Die Schuhmarke On ist wegen des Schweizer Kreuzes, das sie auf ihren Modellen anbringt, von einer Voruntersuchung der chinesischen Behörden betroffen. Die Kontaktaufnahme erfolgte nach einer Einmischung der Schweizer Aufsichtsbehörden, berichtet Blick.

Seit Jahren ist der Verein Swiss Enforcement, der Vertreter des Bundes und der Wirtschaft vereint und über die Einhaltung der «Swissness» wacht, der Meinung, dass die Marke On unrechtmässig vom «Swiss Made»-Bonus profitiert, obwohl mehr als 60% ihrer Produktion ausserhalb der Schweiz, wo sie ihren Sitz hat, stattfindet. Bisher wurde keine Einigung erzielt.

Der Konflikt könnte jedoch eskalieren, da die Schweizer Aufsichtsbehörden On ihren chinesischen Kollegen gemeldet haben. Diese werden untersuchen, «unter welchen Bedingungen das chinesische Recht die Verwendung des Schweizer Kreuzes auf Produkten, die nicht in der Schweiz hergestellt wurden, erlaubt». Einige befürchten, dass dies den Wunsch wecken könnte, die Überwachung auf andere Schweizer Marken auszuweiten.

«Die Aktion von Swiss Enforcement und dem Institut für Geistiges Eigentum in China ist ein Einzelfall. Ein Schweizer Unternehmen wurde im Ausland von einem privaten Verband mit Unterstützung einer Bundesbehörde angezeigt», reagierte On. Für Mittwoch ist ein Treffen zwischen den Protagonisten geplant. 

Céline Dion auf einem Bildschirm
Céline Dion wurde bei einer Probe für den Eurovision Song Contest in Basel im Mai 2025 auf dem Bildschirm gezeigt. Keystone / Georgios Kefalas

Die Spekulationen haben ein Ende: In einem Interview mit der französischen Zeitung Le Parisien enthüllte Céline Dion, warum sie beim Finale des Eurovision Song Contests in Basel nicht auf der Bühne stand.

Am Tag des Finals war der kanadische Star tatsächlich in Basel. Dort hätte sie «Ne partez pas sans moi» vortragen sollen, das Lied, mit dem sie 1988 den Grand Prix für die Schweiz gewonnen hatte.

Kurz vor dem Auftritt, als sie sich bereits im Saal befand, soll die Sängerin jedoch einen Anfall erlitten haben und musste ihren Auftritt absagen. Ohne auftreten zu können, flog sie noch am selben Abend mit ihrem Jet zurück nach Las Vegas.

Seitdem bei ihr 2022 das Stiff-Person-Syndrom diagnostiziert wurde, eine seltene neurologische Erkrankung, die ihre Fähigkeit zu singen und sich zu bewegen stark einschränkt, sind die öffentlichen Auftritte der Sängerin seltener geworden.

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