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Ein Stück Appenzeller Käse

Die Woche in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Essen Sie gerne Appenzeller Käse? Das Naturprodukt mit Geheimrezept geriet diese Woche in die Schlagzeilen. Über 200 Bäuerinnen und Bauern lassen gegenwärtig die Milch ihrer Kühe testen. Es besteht der Verdacht auf Ewigkeitschemikalien.

Willkommen zu unserer Auswahl der wichtigsten – und interessantesten – Geschichten aus der Schweiz der letzten sieben Tage.

Herzliche Grüsse aus Bern

Ein Flugzeug mit abgedeckten Triebwerken, fotografiert durch eine Scheibe mit Aufschrift "AEROPORT GENEVE"
Ein Airbus der Fluggesellschaft Swiss macht Pause am Genfer Flughafen. Keystone / Salvatore Di Nolfi

Die Swiss streicht ab Sommerflugplan 2026 auf der Kurzstrecke ab Genf fünf Geschäfts- und sechs Feriendestinationen. Als Grund dafür gibt die Fluggesellschaft Ressourcenengpässe an.

Tschüss Berlin, Kopenhagen, Hamburg, Oslo und München. Tschüss Alicante, Brindisi, Hurghada, Kalamata, Kos und Maó (Menorca). Ab Sommerflugplan, der am 29. März 2026 beginnt, bedient die Swiss diese Destinationen nicht mehr ab Genf. Einzig der Flug nach München wird von der Muttergesellschaft Lufthansa übernommen.

Begründet wird die Reduktion des Angebots auf der Kurstrecke ab Genf um gut ein Viertel mit Ressourcenengpässen, weswegen der Einsatz der Flotte «standortübergreifend zwischen Zürich und Genf» optimiert werden müsse, wie ein Swiss-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AWP sagte.

Ab Zürich hingegen will die Airline im Sommer zwei neue Destinationen in den Flugplan aufnehmen: Poznań (Polen) und Rijeka (Kroatien). Zudem sollen beliebte Ferien- und Geschäftsreiseziele öfter angeflogen werden, darunter Valencia, Manchester, Budapest und Venedig.

Kühe und ein Bauer in Tracht auf einer Weide
Kühe auf einer Weide im Kanton Appenzell Innerrhoden. Keystone / Gian Ehrenzeller

Im Appenzellerland sorgen erhöhte PFAS-Werte in der Milch für Besorgnis. Nun lassen mehr als 200 Bäuerinnen und Bauern ihre Milch freiwillig auf diese Ewigkeitschemikalien testen.

Die Kantone Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden führen gemeinsam eine gross angelegte Untersuchung durch, weil vermutet wird, dass der Klärschlamm, mit dem die Kuhweiden gedüngt wurden,  die Milch mit PFAS belastet hat. Das war bis 2006 erlaubt, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

PFAS, auch Ewigkeitschemikalien genannt, sind aktuell in der Appenzeller Milch noch nicht gesetzlich reguliert. Sie können langfristig gesundheitsschädlich sein und etwa Krebs verursachen oder das Immunsystem schwächen.

Die Ergebnisse der Tests, die erst 2026 vorliegen, werden entscheidend sein für den regionalen Käse, ein wichtiges Exportprodukt. Betroffene Bäuerinnen und Bauern sollen bei Bedarf durch den Kanton unterstützt werden.

Eine gefüllte Urne in einem Krematorium
Eine gefüllte Urne in einem Schweizer Krematorium. Keystone / Christian Beutler

Im Kanton Tessin sorgt ein ungewöhnlicher Preiskampf der Krematorien für Aufsehen: Kundschaft aus Italien profitiert von Tiefpreisen, während die ansässige Bevölkerung die höchsten Einäscherungstarife der Schweiz bezahlt.

Die Tessiner Krematorien werben in Norditalien mit Rabatten bis zu 30% und besonders günstigen Pauschalangeboten, die Transport und Urne einschliessen. So kostet eine Einäscherung für Italienerinnen und Italiener etwa 450 Franken, während Tessinerinnen und Tessiner durchschnittlich rund 800 Franken zahlen – der höchste Tarif in der Schweiz.

Die Rabatte werden unter anderem wegen der geringen Auslastung der fünf Anlagen im Tessin gewährt. Sie verzeichnen im Vergleich zu italienischen Krematorien deutlich weniger Einäscherungen pro Jahr.

Worüber die Krematorien ungern sprechen, ist das Recycling metallischer Rückstände wie Nägel oder Implantate nach der Einäscherung. Die daraus gewonnenen Edelmetalle werden verkauft, was den Tessiner Krematorien Einnahmen von bis zu 70’000 Franken jährlich bringen kann, wie das Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz (RSI) schätzt.

Zwei rosa Liegestühle vor dem Ticketshop der Comédie de Genève
Der Ticketshop der Comédie de Genève. Keystone / Martial Trezzini

Die Comédie de Genève gerät derzeit wegen der umstrittenen Leitung von Séverine Chavrier in eine turbulente Krise, die das renommierte Theater auf den Prüfstand stellt – mit heftigen Vorwürfen gegen die Direktorin und einem angeordneten Audit durch die Stadt.

Seit ihrem Amtsantritt im Juli 2023 steht Séverine Chavrier in der Kritik wegen angeblich autoritärem und aggressivem Führungsstil. Mitarbeitende berichten von einem «toxischen Arbeitsklima» und mehreren Rücktritten, laut Blick insgesamt 15 seit 2024.

Der Französin mit Schweizer Wurzeln wird vorgeworfen, eigene Produktionen zu bevorzugen und die lokale Theaterszene abzuwerten. Die Stadt Genf reagierte mit einem formellen Audit, behält aber die Unterstützung der Direktorin bei, wie das Westschweizer Fernsehen RTS berichtet.

Chavrier verteidigt ihre internationale Ausrichtung des Theaters als kulturelle Bereicherung und betont, dass fast die Hälfte der Produktionen lokale oder regionale Kunstschaffende einbeziehe.

Junge Menschen in orangen T-Shirts sitzen in einem Parlamentssaal und halten die Hände hoch
Ein Eindruck der letztjährigen Jugendsession in Bern. Keystone / Marcel Bieri

Die kommende Woche

Am Montag beginnt am Bundesstrafgericht in Bellinzona der Prozess gegen zwei Männer, denen die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und deren Unterstützung, die Bestechung ausländischer Amtsträger und Geldwäsche vorgeworfen wird.

Am Mittwoch präsentiert die Postauto AG in Altstätten, Kanton St. Gallen, ein Projekt für selbstfahrende Taxis unter dem Namen «AmiGo». Damit sollen ab 2027 Lücken im Ostschweizer Linienverkehr geschlossen werden.

Am Mittwoch findet in Aarau der Rüeblimärt statt, einer der grössten Märkte dieser Art in der Schweiz.

Und am Donnerstag beginnt im Bundeshaus in Bern die jährliche Jugendsession. 200 junge Menschen aus der ganzen Schweiz treffen sich für vier Tage, um ihre Anliegen zu diskutieren und politische Forderungen zu formulieren.

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