Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Tag 6 nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana: Was hat der Gemeinderat zur Tragödie gesagt? Welche Sofortmassnahmen wurden beschlossen? Wie reagieren andere Wintersportorte?
Und welche weiteren Themen bewegen die Schweiz? Von einem Stopp bei der Überarbeitung des Brandschutzes über Venezuelas Goldlieferungen bis hin zu Al Jazeera Arabic.
Freundliche Grüsse
Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana hat der Gemeinderat heute an einer Medienkonferenz und in einer Mitteilung über den Stand der Abklärungen informiert. Im Zentrum stehen Lücken bei den Brandschutzkontrollen und erste Sofortmassnahmen.
Die betroffene Bar sei zuletzt 2019 auf den Brandschutz kontrolliert worden, teilte der Gemeinderat mit. Kontrollen fanden demnach 2016, 2018 und 2019 statt, wobei «konkrete Änderungen» verlangt worden seien. Seit 2020 habe es keine weiteren Kontrollen mehr gegeben, obwohl das Walliser Gesetz jährliche Überprüfungen vorschreibt. «Wir haben heute keine Erklärung dafür», sagte Gemeindepräsident Nicolas Féraud. Die Justiz müsse klären, wer verantwortlich sei.
Laut den Ermittlungsbehörden sei der Brand in der Silvesternacht mit 40 Toten und 116 Verletzten mutmasslich durch die Verwendung von «Wunderkerzen» ausgelöst worden, die die Decke in Brand setzten. Mängel an der verbauten Lärmschutzdecke seien bei früheren Kontrollen nicht festgestellt worden. An jenem Abend habe es «Notausgänge» gegeben, die vom Sicherheitspersonal hätten überprüft werden sollen. Ob diese tatsächlich frei und benutzbar waren, sei Teil der laufenden Ermittlungen. Zu den Barbetreibenden sagte Féraud, sie seien «extrem fahrlässig» gewesen und hätten nicht verantwortbare Risiken in Kauf genommen.
Auf Rücktrittsforderungen angesprochen sagte der Gemeindepräsident: «Es geht nicht um Rücktritt, man verlässt das sinkende Schiff nicht.» Er sprach von einer grossen Belastung und davon, die Trauer der betroffenen Familien «ein Leben lang» mitzutragen. Die Gemeinde beschloss ein Verbot von pyrotechnischen Gegenständen in geschlossenen Räumen auf dem gesamten Gemeindegebiet. Zudem wurde ein externes Fachbüro mit der Kontrolle öffentlicher Gebäude beauftragt.
Neben den Abklärungen in Crans-Montana selbst berichten Schweizer und internationale Medien über weitere Konsequenzen der Brandkatastrophe mit rund 40 Toten und über 100 Verletzten. Im Fokus stehen Sicherheitsfragen, Reaktionen anderer Orte, alte Videos und die Folgen für nationale Vorschriften.
Medien greifen derzeit ein älteres Video von 2019 auf, in dem ein Bar-Mitarbeiter offenbar vor den schallisolierenden Schaumstoffmatten in der Bar Le Constellation warnte. Die Frage nach dem Einsatz von Pyrotechnik in Innenräumen wird auch ausserhalb des Wallis diskutiert.
In Adelboden und Lauterbrunnen kündigten die Behörden zusätzliche Brandschutzkontrollen in Bars und Clubs an, insbesondere vor den anstehenden Ski-Weltcuprennen. Nach der Katastrophe wurde zudem die laufende Revision der Brandschutzverordnung auf nationaler Ebene vorerst gestoppt. Geplant war ursprünglich eine stärkere Betonung auf Selbstkontrollen der Betriebe; nun prüfen Expert:innen, ob kantonale und kommunale Kontrollen gestärkt werden müssen.
Für die nationale Trauerfeier in Martigny am hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Einladungen an zahlreiche Staaten verschickt. Dem Trauertag vom Freitag werde «bewusst eine internationale Dimension verliehen», teilte das EDA auf Anfrage von Keystone-SDA mit. In der ganzen Schweiz werden die Kirchenglocken um 14 Uhr läuten.
Zwischen 2012 und 2016 gelangten grosse Mengen Gold aus Venezuela in die Schweiz, wie SRF nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA berichtet. Die Lieferungen lassen sich anhand von Schweizer Zolldaten nachzeichnen.
Venezuela brachte innerhalb von fünf Jahren 127 Tonnen Gold in die Schweiz, mit einem damaligen Wert von knapp 4,7 Milliarden Franken. «Es ist eine der bemerkenswertesten Goldlieferungen der letzten Jahrzehnte: Still und heimlich wollte Venezuela einen Teil seiner Goldreserven in die Schweiz schaffen», so SRF. Seit 2017 sei kein Gold mehr aus Venezuela in die Schweiz importiert worden.
«Die Schweiz ist eine internationale Drehscheibe für Gold», hält SRF fest. In Schweizer Raffinerien wurde das Gold umgeschmolzen und danach in andere Länder exportiert, unter anderem nach Grossbritannien oder in die Türkei. Zum damaligen Zeitpunkt verstiessen die Importe gegen keine Sanktionen.
Mit den Lieferungen der Goldreserven ins Ausland wollte die Regierung von Nicolás Maduro den Staatsbankrott verhindern. Das Gold wurde teilweise verkauft oder als Sicherheit für Kredite eingesetzt. Ab 2017 konnte Venezuela seine Schulden nicht mehr bedienen, das Land ist bankrott.
Gestern beschloss der Bundesrat die vorsorgliche Sperrung allfälliger Vermögenswerte des von den USA gefangen genommenen venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro in der Schweiz.
Swisscom und Sunrise haben den arabischsprachigen Sender Al Jazeera Arabic aus ihrem TV-Angebot entfernt. Begründet wird der Schritt mit möglichen Verstössen gegen Schweizer Recht und dem seit Mai 2025 geltenden Hamas-Verbot.
Swisscom erklärt: «Wir haben Hinweise erhalten, dass Al Jazeera Arabic gegen Schweizer Recht verstösst.» Der Sender sei vorläufig aus dem Programm genommen worden, bis die Vorwürfe geprüft seien. Der englischsprachige Kanal von Al Jazeera werde weiterhin ausgestrahlt. Auch Sunrise bestätigt gegenüber Blick, Al Jazeera Arabic sei seit dem 10. Dezember 2025 nicht mehr Teil des Angebots.
Kritik kam gemäss Blick von der Gruppierung Fokus Israel, die sich auf eine Untersuchung des israelischen Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Centers beruft. Darin wird dem Sender vorgeworfen, Hamas-Vertretern während des Gazakriegs eine Plattform geboten zu haben. In der Schweiz verbietet das Hamas-Verbot «jede Art der Propaganda für die Terrormiliz».
Das Thema erreichte im Dezember auch den Nationalrat. EDU-Nationalrat Erich Vontobel wollte in der Fragestunde von Medienminister Albert Rösti wissen, ob die Landesregierung «Hamas-Propaganda bei der Swisscom dulde». Der Bundesrat sagte, die Swisscom sei «zur Einhaltung der Schweizer Rechtsordnung verpflichtet». Zugleich verzichte der Bundesrat auf Vorgaben zur Senderauswahl; eine strafrechtliche Beurteilung obliege den Gerichten. Wenige Tage später reagierten Swisscom und Sunrise.
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