Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Guten Dienste – gibt es sie noch? Die Schweiz stellte sich oft als Land dar, das den Kanal zwischen Iran und den USA offenhält, für den Fall der Fälle. Jetzt ist der Fall da. Doch die Verhandlungen laufen über Pakistan, davor hatte Oman die Fäden in der Hand.
Nachrichten liefen über Ägypten und die Türkei, Unterstützung kommt von China. Die Schweiz agiert stets diskret. Vielleicht zu diskret – unsichtbar?
Wie auch immer: Der Frieden fragt nicht, wer ihn holt.
Herzlicher Gruss aus Bern
Die Brandkatastrophe von Crans-Montana ist längst noch nicht aufgearbeitet. Muss sich auch der Kanton Wallis verantworten? Und: Ein Opfer fällt durch alle Maschen.
Das Opfer heisst Sélim und kommt aus Frankreich. Der Mann blieb in der Brandnacht zunächst unverletzt und begab sich laut Le Parisien wiederholt in die brennende Bar, um anderen Leuten aus dem Inferno zu helfen. Dabei atmete Sélim giftige Gase ein, die seiner Lunge noch heute zu schaffen machen.
«Meine Bronchien sind betroffen», erzählt er. Noch Wochen nach dem Brand hätten Ärzte «Spuren des Feuers» in seiner Lunge festgestellt. Er ist arbeitsunfähig und deshalb in eine finanzielle Notlage geraten. Geld aus der Schweiz steht ihm aber nicht zu. Für Nothilfezahlungen berechtigt sind nur Opfer, die in Spitalbehandlung waren.
Derweil hat ein Opferangehöriger der Brandkatastrophe laut der Neuen Zürcher Zeitung Strafanzeige gegen drei hochrangige Beamte des Kantons Wallis gestellt. Die drei sind für den Kanton im Bereich Sicherheit und Brandschutz tätig. Ihnen werde fahrlässige Tötung, fahrlässige Brandstiftung sowie Mord und Brandstiftung mit Eventualvorsatz vorgeworfen, schreibt die Zeitung gestützt auf Ermittlungsakten. Mit der Strafanzeige werfe der Opferangehörige die Frage auf, ob der Kanton bei der Bar «Le Constellation» die Aufsichtsfunktion erfüllt hatte.
Jetzt wäre der Augenblick, auf den die Schweiz jahrzehntelang hingearbeitet hat: Die USA und der Iran an einen Tisch zu bringen. Dass die Vermittlungen in Pakistan laufen, wirft Fragen auf.
Micheline Calmy-Rey war einst die Aussenministerin der Schweiz. Jetzt kritisiert sie das Schweizer Aussenministerium EDA scharf. Dieses habe die Schweizer Botschaft in Teheran zu früh geschlossen, den Botschafter zu früh nach Hause geholt. «Wenn eine Botschaft hätte offen bleiben müssen, dann wäre es die der Schweiz», sagt Calmy-Rey.
Jahrzehnte fungierte die Schweizer Vertretung als Verbindungsbüro der USA zum Regime in Teheran. Um es sich mit den Mullahs in Teheran nicht zu verderben, hatte die Schweiz in der Vergangenheit konsequent darauf verzichtet, Vertreter des iranischen Regimes zu sanktionieren. Vergeblich.
Auch im aktuellen Konflikt hat der Schweizer Botschafter die Guten Dienste der Schweiz wiederholt angeboten. Vergeblich. Dann reiste er ab. Nun finden am Samstag Verhandlungen in Pakistan statt. Mit guten Beziehungen zu Teheran wie Washington hat Islamabad mit Unterstützung Chinas die Vermittlerrolle übernommen.
Das EDA selbst begrüsste gestern die Waffenruhe. Die Folgen dieses Waffenstillstands würden analysiert – insbesondere mit Blick auf die mögliche Wiedereröffnung der Schweizer Botschaft in Teheran, teilte das Aussendepartement der Zeitung Le Temps mit.
Gruppen von russischen Expats haben sich nach Informationen von CH Media in den letzten Monaten auffällig oft für kritische Infrastrukturen wie Kernkraftwerke in der Schweiz interessiert.
Es gibt Gruppen, die seit Anfang 2024 bis zu drei Mal zu Gast in Schweizer Kernkraftwerken waren. Die Gruppen interessierten sich auch für den Gotthard-Basistunnel und immer wieder für den Flughafen Zürich.
Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) habe Kenntnis von den Gruppenbesuchen. «Er beurteilt solche Vorgänge im geopolitischen Gesamtkontext permanent», sagte ein NDB-Sprecher gegenüber CH Media. Die Betreiber der Anlagen betonten, dass Sicherheit oberste Priorität habe. Sensible Bereiche seien für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
In einem Schweizer Sauriermuseum entpuppt sich ein kaum beachteter Gesteinsbrocken plötzlich als Sensationsfund. Darin enthalten ist der Kopf eines Langhalsdinosauriers.
Paläontologen sind begeistert. Schädel von sogenannten Sauropoden findet man praktisch nie – aus gutem Grund: Die kleinen Köpfe sassen weit oben auf langen Hälsen und mussten leicht gebaut sein, mit dünnen Knochen. Darum wird bei Sauropoden oft das robuste Skelett gefunden, aber kaum je der Schädel.
Der Kopf, der nun in Zürich zum Vorschein kam, ist erst der zweite Fund weltweit. Der Sauropode starb jung, im Alter von acht bis zehn Jahren, und sein Schädel wurde offenbar von extrem feinem Sand umschlossen und deshalb nicht zermalmt. Das Sauriermuseum Aathal taufte seinen Fund «Lucy».
Die Steinplatte, die den Fund enthielt, landete als Nebenfund schon vor Jahren im Sauriermuseum Aathal. Sie wurde aber erst Anfang 2026 genauer untersucht. «Mit Lucy beweist das Team in Aathal einmal mehr, dass es als Sauriermuseum in der obersten Liga spielt», schreibt die NZZ über das Ereignis.
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