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Luftabwehrsystem Patriot

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Wird die Schweiz eines Tages die amerikanischen Patriot-Raketenabwehrsysteme besitzen, die sie von den USA bestellt hat?

Nicht nur häufen sich die Verzögerungen, das Raketenabwehrsystem wird auch doppelt so viel kosten, wie ursprünglich angekündigt. Damit verlängert sich die ohnehin schon lange Liste der in Schwierigkeiten geratenen Projekte des Verteidigungsdepartements.

Gute Lektüre!

Ein Bild eines Radars des Luftabwehrsystems
Die Aussicht auf ein US-amerikanisches Patriot-Abwehrsystem auf Schweizer Boden rückt immer weiter in die Ferne. Keystone / Urs Flueeler

Ein neues Kapitel bei den Schwierigkeiten des Verteidigungsdepartements (VBS): Der Kaufpreis des von der Schweiz in den USA bestellten Patriot-Raketenabwehrsystems könnte sich aufgrund des Krieges im Iran verdoppeln, wie die Tamedia-Zeitungen am Mittwoch enthüllen.

Während ein Kostenanstieg von höchstens 50% erwartet wurde, erweist sich die Situation als deutlich schlimmer. Das VBS rechnet laut den Deutschschweizer Tageszeitungen nun mit Kosten von bis zu 4,6 Milliarden Franken, was einer Verdoppelung des ursprünglichen Preises von 2,3 Milliarden entspricht.

Grund dafür: Der Krieg gegen den Iran, der die amerikanischen Bestände rasch leert. Die Vereinigten Staaten haben bereits mehr als 1200 Patriot-Raketen abgefeuert, von denen jede rund 4 Millionen Dollar kostet. Washington räumt nun seinem eigenen Bedarf und jenem seiner wichtigsten Verbündeten Vorrang ein.

Verteidigungsminister Martin Pfister zieht mehrere Szenarien in Betracht. Darunter: der vollständige Verzicht auf den Kauf. Die Schweiz hat den Vereinigten Staaten jedoch bereits rund 750 Millionen Franken an Anzahlungen geleistet und weiss nicht, ob dieser Betrag zurückerstattet werden könnte. Auch europäische, asiatische und israelische Alternativen werden geprüft.

Der Bundesrat seinerseits teilte heute mit, dass er nun mit einer Lieferverzögerung von fünf bis sieben Jahren rechnet, gegenüber den von Washington angekündigten vier bis fünf Jahren. Er fügt hinzu, dass die amerikanische Regierung der Schweiz mehrere Optionen für das weitere Beschaffungsverfahren vorgelegt habe, die jedoch allesamt zu Verzögerungen und Zusatzkosten führen würden.

Etwa 150 Menschen bildeten vor dem Gerichtsgebäude eine Menschenkette, um gegen Femizide zu protestieren.
Etwa 150 Menschen bildeten vor dem Gerichtsgebäude eine Menschenkette, um gegen Femizide zu protestieren. Keystone / Silva Schnurrenberger

Der Täter, der «einen der grausamsten Femizide in der Schweiz» begangen hatte, wurde heute Morgen zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

Der 44-jährige Mann war angeklagt, seine Ehefrau – eine ehemalige Miss-Schweiz Kandidatin – getötet und ihre Leiche im Februar 2024 in Binningen (Kanton Basel-Landschaft) zerstückelt zu haben.

Das Strafgericht Baselland verurteilte den Familienvater wegen Mordes und Störung des Totenfriedens. Es folgte weitgehend dem Plädoyer der Staatsanwältin, die während des Prozesses in der vergangenen Woche einen der «grausamsten und erschütterndsten Femizidfälle» in der Schweiz angeprangert hatte.

«Die Opfer dürfen nicht vergessen werden», sagte der Gerichtspräsident vor der Urteilsbegründung. Der Täter muss unter anderem jeder seiner beiden kleinen Töchter 100’000 Franken Genugtuung für erlittenes seelisches Leid zahlen. Das psychische Trauma der Kinder wurde als erschwerender Faktor im Urteil des Gerichts gewertet.

Dieses Verbrechen hat in den lokalen und internationalen Medien für grosses Aufsehen gesorgt. Am Montag hatte sich die Verteidigung vergeblich gegen eine Live-Berichterstattung durch die Medien gewehrt. Bevor das Urteil gesprochen wurde, bildeten 150 Personen vor dem Gerichtsgebäude eine Menschenkette, um gegen Femizide zu protestieren.

Uhr der Kollektion Royal Pop
Die Kollektion umfasst acht exklusive Modelle, die nicht (unbedingt) am Handgelenk getragen werden. Swatch

Zwei Ikonen der Schweizer Uhrenindustrie, Swatch und Audemars Piguet, präsentieren ihre gemeinsame Kollektion, die Royal Pop. Diese Zusammenarbeit zwischen einem unabhängigen Luxushaus und einer Marke des Einstiegssegments stösst international auf grosses Interesse.

Noch bevor die Öffentlichkeit sie an diesem Mittwoch sehen konnte, war die Royal Pop bereits ein Phänomen. Nach einigen Tagen voller Gerüchte und einem weltweiten Online-Buzz wurde das Ergebnis der Zusammenarbeit der beiden Uhrenmarken heute enthüllt. Es handelt sich um acht farbenfrohe Modelle aus Biokeramik, die mit den Konventionen brechen: Sie können am Handgelenk, um den Hals, in der Tasche oder an einer Tasche befestigt getragen werden.

Über die kommerzielle Aktion hinaus fasziniert die Verbindung zweier Uhrmacher, die an den entgegengesetzten Enden desselben Marktes stehen. Die Initiative ging von der Generaldirektorin von Audemars Piguet, Ilaria Resta, aus. «Ein Megafon wie Swatch zu haben, ermöglicht es uns, die jüngeren Generationen anzusprechen, darunter die Generation Alpha, die wir in die Welt der mechanischen Uhrmacherei einführen möchten», sagte sie gegenüber der französischen Zeitung Le Figaro.

In den Berichterstattungen loben einige Stimmen «einen Geniestreich im Marketing», doch es sind auch kritische Stimmen zu hören. Laut der NZZ sei der Zeitpunkt der Lancierung ideal, um von der Blockierung von Reformforderungen innerhalb der Swatch Group durch die Familie Hayek abzulenken – Forderungen, die vom New Yorker Investmentunternehmen Greenwood Investors, gegründet von Steven Wood, gestellt wurden.

Das letzte Eidgenössische Musikfest fand 2016 in Montreux statt.
Die letzte Ausgabe des Eidgenössischen Musikfests fand 2016 in Montreux statt. Keystone / Manuel Lopez

Das grösste Musikereignis der Schweiz wird heute Abend im Herzen der Stadt Biel eröffnet. 532 Musikvereine mit rund 25’000 Musiker:innen werden bis Sonntag am 35. Eidgenössischen Musikfest auftreten.

Diese alle fünf Jahre stattfindende Grossveranstaltung ist zugleich ein Wettbewerb: Die in mehrere Kategorien eingeteilten Formationen kämpfen um den Titel des Schweizer Meisters. Laut den Organisator:innen handelt es sich sogar um das grösste Fest der Welt, das den Blasinstrumenten gewidmet ist.

Oft als veraltet wahrgenommen, bleibt diese Musik dennoch tief im Schweizer Alltag verwurzelt. Der Musikwissenschaftler Yannick Wey erinnert daran, dass sie im täglichen Leben der Schweiz eine wichtige Rolle spielt – sei es bei Dorffesten oder bei offiziellen Besuchen. Eine diskrete, aber allgegenwärtige Rolle.

Paradoxerweise sind die Ursprünge dieser Tradition noch immer wenig bekannt. Die ersten Musikgesellschaften entstanden vor rund 200 Jahren – kleiner, männerdominiert und sie klangen damals anders als heute. Ein Forschungsprojekt versucht nun, diese Lücken zu schliessen.

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