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Zürich/Renens (awp) - Der Telekomanbieter Orange prüft eine Klage gegen den Marktführer Swisscom. Stein des Anstosses sind die Terminierungsgebühren, die sich die Firmen gegenseitig für die Durchleitung von Anrufen berechnen. Swisscom weigere sich, die Gebühren angemessen zu senken und könne damit die Marktdominanz weiter zementieren, teilte Orange am Dienstag mit. Eine Klage gegen die Swisscom bei der Eidg. Kommunikationskommission (ComCom) werde deshalb geprüft.
Aufgrund der hohen Marktanteile von Swisscom sowohl im Festnetzbereich als auch im Mobilfunkbereich kassiere der Blaue Riese mobile Terminierungsgebühren für über 1,8 Mrd terminierter Gesprächminuten, rechnet Orange in der Mitteilung vor.
Orange habe eine markante Senkung der eigenen Terminierungsgebühren im zweistelligen Prozentbereich per 1. Januar 2011 vorgeschlagen und verlangt, dass die Swisscom ihre Terminierungsgebühren ebenfalls auf ein angemessenes Niveau senkt. Da die Terminierung bei Orange zudem höhere Kosten verursache als bei der Swisscom, habe Orange ebenfalls vorgeschlagen, die bestehende Differenz von heute drei Rappen pro terminierter Gesprächsminute beizubehalten.
Dieser Vorschlag wird den Angaben zufolge durch ein Expertengutachten im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) aus dem Jahr 2009 gestützt. Darin habe das BAKOM gar eine noch erheblich höhere Asymetrie als gerechtfertigt berechnet. Die Behörde habe die Annahme zugrunde gelegt, dass die eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) die Mobilterminierungspreise basierend auf einem bei der ComCom eingereichten Gesuch festlegen würde.
Die bisherigen Verhandlungen mit Swisscom hätten jedoch nicht gefruchtet, so Orange.
Anders als beim Festnetz sind die Terminierungsgebühren beim Mobilfunk bisher nicht reguliert. ComCom-Chef Marc Furrer hatte im Mai erklärt, dass bei einer Halbierung der Mobilterminierungsgebühren bis zu 20% tiefere Preise für Endkunden möglich wären. Bisher ist nur eine Klage der Anbieterin VTX vor der ComCom hängig, die die Senkung von Durchleitungsgebühren verlangt.
Handygespräche sind in der Schweiz immer noch massiv teurer als im europäischen Ausland. Durchschnittlich zahlte ein Kunde mit mittlerem Nutzungsbedarf 2009 hierzulande monatlich 30,62 EUR und damit deutlich mehr als in der EU mit 17,09 EUR, so das BAKOM im Juli. Mobilterminierungsgebühren gelten als ein Grund für diese Preisdifferenz.
cc/ch

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