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Vaterschaftsurlaub macht einen Schritt vorwärts

Ein wenig mehr Zeit für die Familie, dank Vaterschaftsurlaub.

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Die Angestellten der Bundesverwaltung haben künftig Anrecht auf fünf Tage Vaterschaftsurlaub statt den aktuellen zwei Tagen.

Die Schweizer Landesregierung bewegt sich damit in Richtung der Privatwirtschaft. Die Schweiz ist jedoch noch weit entfernt von den Standards in anderen europäischen Ländern.

Mit den am Mittwoch beschlossenen fünf statt zwei Tagen Vaterschaftsurlaub, der in den ersten sechs Monaten nach der Geburt bezogen werden muss, will der Bundesrat die Bundesverwaltung auf dem Arbeitsmarkt attraktiv erhalten.

Wenn es die betriebliche und individuelle Situation zulässt, kann der Vaterschaftsurlaub mit bereits bestehenden Arbeitszeitmodellen ergänzt und ausgedehnt werden, beispielsweise mit unbezahltem Urlaub, Telearbeit, Teilzeitarbeit oder einem Sabbatical.

Leuthards Vorschläge

Im Januar war Bundesrätin Doris Leuthard mit der Absicht vorgeprellt, in ihrem Volkswirtschaftsdepartement (EVD) einen fünftägigen Vaterschaftsurlaub einzuführen.

Der Bundesrat pfiff sie indessen zurück, da unterschiedliche Ferienansprüche zu einer unerwünschten Konkurrenz unter den Departementen führen könnten. So beauftragte die Landesregierung Finanzminister Hans-Rudolf Merz, eine Regelung für die gesamte Bundesverwaltung vorzulegen.

Weitergehende Absichten

Doris Leuthard machte bei ihrer Ankündigung im Januar noch weitere geplante Verbesserungen publik: Angestellte sollten zwischen diversen Modellen flexibler Arbeitszeit wählen können, Eltern würden in der externen Kinderbetreuung unterstützt und beraten.

Die Bundesrätin strebte auch einen Ausbau des Betreuungsangebots für Kinder im Vorschul- und Schulalter an sowie die Beseitigung von "negativen Anreizen für Eltern".

Der sozialdemokratische Nationalrat Roger Nordmann will aber noch weiter gehen. Er hat eine Motion eingereicht, die für alle Väter in der Schweiz einen Vaterschaftsurlaub von mehreren Wochen vorsieht. Diese Motion ist vom Nationalrat auch akzeptiert worden.

Denn ein Vaterschaftsurlaub lege die Basis dafür, dass ein Kind ein Leben lang von einer intensiveren Beziehung zum Vater profitieren könne, begründete er seinen Vorstoss.

Nordmanns Vorschlag zum mehrwöchigen Vaterschaftsurlaub soll wie die Mutterschaftsversicherung über die Erwerbsersatzordnung (EO) finanziert werden.

swissinfo und Agenturen

Die Schweiz liegt zurück

Das Schweizer Recht den Vaterschaftsurlaub nicht, im Gegensatz zum seit 2005 geltenden Mutterschaftsurlaub.

Die Möglichkeit für Väter, nach der Geburt eines Kindes länger zu Hause bleiben zu können, hängt vom guten Willen des Arbeitsgebers ab.

In verschiedenen europäischen Ländern ist die Situation für Neu-Väter vorteilhafter.

Schweden bietet 15 Monate Urlaub für die Eltern, davon einen für den Vater.

In Norwegen haben die Eltern Anrecht auf 39 Wochen, von denen sechs für den Vater bestimmt sind.

Die Franzosen und Briten haben 2 , die Italiener 13 Wochen.

Seit dem 1. Januar dieses Jahres können Eltern in Deutschland 14 Monate Urlaub beziehen (mit zwei Dritteln des Salärs).

Die finnischen und spanischen Väter können von einem dreiwöchigen Urlaub profitieren, der innerhalb der ersten 4 Lebensmonate des Sprösslings bezogen werden muss.

Infobox Ende


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