Venezuela fordert Freigabe von Auslandsvermögen als Erdbebenhilfe
Zwei Wochen nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela setzt sich Interimspräsidentin Delcy Rodríguez dafür ein, blockierte Auslandsvermögen des Landes als Katastrophenhilfe zugänglich zu machen. Sie habe den Internationalen Währungsfonds gebeten, von der Institution festgesetzte Finanzressourcen freizugeben, sagte Rodríguez auf einer Pressekonferenz. Das Geld solle gebeutelten Familien und besonders von der Katastrophe betroffenen Zonen des Landes zugutekommen.
(Keystone-SDA) Zudem habe sie einen Brief an den britischen König Charles III. geschickt und darin Gold eingefordert, welches bei der Bank of England liege und Venezuela zustehe, sagte Rodríguez. «Dieses Gold gehört unserem Volk und dieses Gold soll dafür da sein, um ihm zu dienen.»
Mittlerweile liegt die offizielle Zahl der Todesopfer bei 3.811. Zudem gebe es 16.740 Verletzte, erklärte der Präsident der Nationalversammlung und Bruder der geschäftsführenden Regierungschefin, Jorge Rodríguez, auf der Plattform X am Mittwochabend (Ortszeit).
Verschüttete zwei Wochen nach dem Doppelbeben noch lebendig zu finden, ist inzwischen sehr unwahrscheinlich. Umgeben von Leichengeruch hoffen verzweifelte Angehörige im besonders schwer betroffenen Gebiet im Bundesstaat La Guaira dennoch weiter auf Lebenszeichen unter den Trümmern. Für die internationalen Hilfskräfte geht es laut UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher nunmehr darum, Wasser, Essen und Medizin im Katastrophengebiet im Norden des südamerikanischen Landes zu verteilen.
Zwei heftige Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten Venezuela am 24. Juni erschüttert. Mehr als Tausend deutlich schwächere Nachbeben folgten.