Verkehrsprobleme wegen des Wintereinbruchs in den Bergen halten an
Nach wie vor sind viele Strassen in den Schweizer Alpenregionen wegen der anhaltenden Lawinengefahr gesperrt. Besonders betroffen ist das Wallis, wo am Dienstagmorgen denn auch die höchste Lawinengefahrenstufe ausgerufen wurde.
(Keystone-SDA) Auf gewissen Strecken sorgte auch die eingeführte Schneekettenpflicht für Staus und Störungen des Verkehrsflusses. Das betreffe aktuell etwa die Brünigpass-Strecke der A8 zwischen Sarnen OW und Brienz BE, teilte der Verkehrsinformationsdienst Viasuisse am Dienstagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.
Ansonsten habe sich die Verkehrssituation auf den Strassen seit dem Montag nicht gross geändert. Die Situation ist wegen der grossen Lawinengefahr laut Viasuisse nach wie vor prekär.
Wallis besonders betroffen
Besonders betroffen ist das Wallis. So bleibt der Autoverlad am Furka und Lötschberg eingestellt, zumal auch die Zufahrt zu den Verladestationen derzeit nicht möglich ist. Namentlich gesperrt wurde unter anderem die Strasse zwischen Goppenstein und Gampel-Steg.
Gesperrt sind derzeit auch die Hauptstrassen zu den Ferienorten Saas Fee und Saas Grund, Zermatt, Zinal und Arolla (VS). Aufgrund der Lawinengefahr gab das Skigebiet Les Marécottes bekannt, dass es für den Rest des Tages geschlossen bleibt. Verbier und Les 4 Vallées sind ebenfalls betroffen. Die Skigebiete Savoleyres und Bruson bleiben geöffnet.
In Orsières gelten für mehrere Gebiete, die am Montagmorgen evakuiert werden mussten, bis auf Weiteres und mindestens bis Mittwoch dieselben Anweisungen. Weiter gab auch das Skigebiet Grächen bekannt, dass es aufgrund starker Winde am Dienstag geschlossen bleibe.
Aktuell ist auch die Seestrecke der Klöntalerstrasse zwischen Rhodannenberg und Vorauen im Kanton Glarus aufgrund der Lawinengefahr gesperrt, wie aus einer Meldung auf der nationalen Alarm-App Alertswiss hervorgeht. Die Sperrung werde «bis auf weiteres» aufrecht bleiben, hiess es.
Höchste Lawinengefahrenstufe ausgerufen
Am Dienstagmorgen wurde in Teilen des Wallis zudem die höchste Lawinenwarnstufe 5 ausgerufen, wie das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung mitteilte. Betroffen sind Gebiete im westlichsten Unterwallis sowie verbreitet im nördlichen Wallis. Sonst bleibt es im gesamten Alpenraum verbreitet bei der Stufe 4 für grosse Lawinengefahr.
Auf der Südseite des Lötschbergtunnels hatte am Montag eine Lawine einen Regioexpress der BLS zum Entgleisen gebracht. Der betroffene Zug war um 6.12 Uhr in Spiez BE losgefahren und befand sich auf dem Weg nach Brig. Zum Zeitpunkt der Entgleisung befanden sich nach Polizeiangaben 29 Personen an Bord. Fünf von ihnen wurden verletzt. Eine Person wurde ins Spital nach Sitten gebracht.
«Der Zug ist immer noch dort», sagte ein Sprecher des Bahnunternehmens am Dienstag zu Keystone-SDA. Die Bergung werde «aufwendig» sein. Hinzu komme, dass am Montag eine sehr hohe Lawinengefahr bestanden habe, die einen sicheren Einsatz verhindert habe.
Die Bahnstrecke zwischen Goppenstein und Brig bleibt wegen des Unfalls voraussichtlich denn auch bis Samstagmorgen weiterhin unterbrochen. Auch die Regioexpress-Züge von Spiez Richtung Lötschberg waren betroffen, sie fuhren nur noch bis Kandersteg BE und wendeten dort, wie die BLS mitteilte. Somit bleibt der Bahnverkehr zwischen Kandersteg und Brig bis voraussichtlich Dienstagabend um 17.30 Uhr eingestellt, wie die BLS auf der Plattform X bekannt gab.