Welche Kosten Littering in der gesamten Schweiz verursacht
Littering entlang der St. Galler Kantonsstrassen nimmt zu und verursacht hohe Kosten. Wie die Situation schweizweit aussieht, erklärt Nora Steimer, Geschäftsführerin der IG saubere Umwelt, im Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
(Keystone-SDA) Im Kanton St. Gallen nimmt Littering entlang der Kantonsstrassen zu. Können Sie uns einen Einblick geben, wie der gesamtschweizerische Trend beim Littering aussieht?
Nora Steimer: Wir als IGSU führen jedes Jahr Umfragen in der Bevölkerung durch, in denen wir nach der subjektiven Wahrnehmung von Littering fragen. Und dort zeigt es sich ganz klar, dass die Wahrnehmung von Litterring in den letzten Jahren stabil ist oder leicht abnimmt. Das bestätigen auch die Aussagen verschiedener Städte, die wir auch immer einbeziehen. Wichtig ist aber schon zu sehen, dass es Littering-Hotspots gibt, wie zum Beispiel die Take-Away-Zonen in Städten, aber auch Parks und eben auch gerade die Strassen. Und dort ist das Littering weiterhin ein Thema und kann auch punktuell zunehmen.
Welche Art von Littering oder welches Abfallprodukt findet man in welcher Häufigkeit?Eine Studie des Bundesamts für Umwelt von 2011 zeigt, dass in der Stückzahl am meisten Zigaretten gefunden werden. Dann die Take-Away-Verpackungen mit 16 Prozent. Weiter auch verschiedene Getränkeverpackungen, Flyer, Schokoladenpapier und Kaugummis. Auch da muss man beachten, dass es beim Littering auf die Situation ankommt. An einem Bahnhof verhält es sich anders als im Park. Und es handelt sich um einen schweizweiten Wert. Wie es punktuell aussieht, müsste man sich genauer anschauen.
Im Kanton St. Gallen liegen die Kosten für das Beseitigen von Littering entlang der Kantonsstrassen bei rund 1,2 Millionen Franken pro Jahr. Gibt es Zahlen darüber, wie viel Geld in der gesamten Schweiz aufgewendet wird, um Litteringabfälle zu beseitigen?
Die schweizweiten Kosten liegen bei rund 200 Millionen Franken pro Jahr. Da gehört der öffentliche Verkehr dazu, der rund 25 Prozent ausmacht. Die Städte und Gemeinden verursachen 75 Prozent der Kosten. In diesen Kosten ist einerseits der Aufwand fürs Reinigen eingerechnet, aber auch für das Entsorgen der Abfälle am Schluss. Beides kostet ja Geld.
Können Sie uns schildern, was Littering grundsätzlich für Probleme verursacht? Manche Stoffe in Abfällen bauen sich ja nur sehr schwer oder gar nicht ab. Wie lange würde es zum Beispiel dauern, bis ein Zigarettenstummel, eine Aludose oder eine Plastikverpackung von alleine verschwände?
In der Schweiz sind vor allem die sozialen Folgen zu nennen. Am grössten ist sicher der Einfluss auf die Lebensqualität und das Sicherheitsgefühl und auch die Kosten. Hierzulande werden schlussendlich die meisten Abfälle eingesammelt. Die wenigsten bleiben wirklich 200 Jahre liegen, bis sie sich zersetzen. Dazu Beispiele zu machen, ist schwierig. Gerade Plastik gibt es noch gar nicht so lange, als dass man das sagen könnte.