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Weniger Konsum in der Bierhochburg Schweiz

Keystone/Angelika Warmuth

Die Schweizerinnen und Schweizer trinken weniger, aber besser: Während der Bier- und Weinkonsum zurückgeht, nimmt die Zahl der kleinen Bierbrauereien stark zu. Das widerspiegelt einen generellen gesellschaftlichen Trend, der Qualität über Quantität stellt.

Dieser Inhalt wurde am 30. November 2017 - 12:15 publiziert
(RTS und Agenturen)

Im Braujahr 2016/2017 ist der gesamte Schweizer Bierkonsum gegenüber dem Vorjahr um 0,2% gesunken, wie die jüngst veröffentlichten Zahlen des Schweizerischen Brauereiverbandes (SBV) zeigen. Insgesamt tranken die Schweizer 54 Liter Bier pro Einwohner, verglichen mit 54,5 Litern im Vorjahr, insgesamt also 4,61 Millionen Hektoliter. Der Schweizer Biermarkt begann in den 1990er-Jahren zu schrumpfen, wie die folgende Grafik zeigt.

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Der besonders niedrige Konsum 2005 fällt in jenes Jahr, in dem die Blutalkoholgrenze für das Autofahren von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt wurde. SBV-Direktor Marcel Kreber weist darauf hin, dass das neue Gesetz einen bedeutenden, aber kurzen Einfluss hatte, wobei er feststellt, dass der Konsum bereits im folgenden Jahr wieder zunahm.

Der Rückgang des Bierkonsums, aber auch des Alkoholkonsums im Allgemeinen, bestätigt sich, wie Kreber betont. Er erklärt diesen Trend mit einem gesellschaftlichen Wandel: "Unsere Gesellschaft ist in grösserer Eile, hat weniger Zeit, um mit Freunden zu Abend zu essen und achtet mehr auf ihre Gesundheit. Zudem gehören Alkohol und Arbeit heute überhaupt nicht mehr zusammen. Früher war es nicht ungewöhnlich, dass Menschen am Arbeitsplatz Alkohol tranken, Brauereien lieferten beispielsweise Bier auf Baustellen."

Der Weinkonsum folgt dem gleichen Trend wie das Bier. 2013 lag der Anteil an Konsumenten bei 81%, heute noch bei 77%, wie die Umfrage "Swiss Wine 2017" ergab. 2016 tranken die Schweizer 40 Flaschen pro Einwohner oder insgesamt 253 Millionen Liter, so das Bundesamt für Landwirtschaft. Der Konsum ging im Vergleich zum Vorjahr somit um zwei Liter pro Einwohner oder insgesamt 10 Millionen Liter (-3,8 %) zurück.

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Eine zunehmende Zahl an Konsumenten scheint heute die Diversität vorzuziehen. Deshalb nimmt auch die Zahl der Kleinbrauereien in der Schweiz weiter stetig zu. Ende September 2017 zählte die Eidgenössische Zollverwaltung 833 Hersteller, gegenüber 734 im Vorjahr.

Damit ist die Schweiz das Land mit der weltweit höchsten Dichte an Bierbrauereien, auch wenn etwa 50 von ihnen den Grossteil der Produktion bestreiten. "In einer immer globalisierteren Welt bevorzugt ein Teil der Leute lokale Produkte mit einer Identität und mit Emotionen", sagt Kreber.

Die immer grössere Auswahl an Bieren hat auch einen Einfluss auf den Konsum: Die Liebhaber lernen, Bier zu degustieren, wie das bisher bei guten Weinen der Fall war. seit 2010 gibt es in der Schweiz eine Ausbildung zum Bier-Sommelier. Cyril Hubert aus Montreux hat diesen besucht:

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