Energierat präsentiert Programm «acting now»
Der der Stromwirtschaft nahestehende Schweizerische Energierat fordert, die Rolle der Kernenergie zu stabilisieren. Nur wenn alle Energieträger gefördert und genützt würden, könnten die weltweiten Probleme der Energieversorgung gelöst werden.
An einer Medienkonferenz in Bern präsentierte der Schweizer Energierat am Freitag (12.05.) ein Zehn-Punkte-Programm unter dem Titel «Acting now!» Dessen Umsetzung soll eine nachhaltige energiepolitische Entwicklung auf der Welt bis zum Jahr 2020 ermöglichen.
Obwohl die Einwohner der Industrieländer nur 20 Prozent der Weltbevölkerung stellten, verbrauchten sie 60 Prozent der Weltenergie. Es sei zu befürchten, dass schon bald 2 Milliarden Menschen in Slums und abgelegenen ländlichen Gebieten ohne Zugang zu kommerzieller Energie lebten.
Um die Weltenergieprobleme zu lösen, müssten alle zur Verfügung stehenden Energieträger genutzt werden. Eine der Hauptthesen ist denn auch ein Plädoyer für dieKernenergie. Deren Rolle müsse stabilisiert, eventuell sogar ausgebaut werden, heisst es. Erneuerbare Energieformen seien wichtig, deren Bedeutung dürfe aber nicht überschätzt werden.
Der Präsident des Schweizerischen Energierates, Kurt Streiff, verheimlichte nicht, dass die Präsentation des Thesenpapiers in Zusammenhang mit den Abstimmungen vom 24. September zu den Energieabgaben steht. In der Diskussion um die Vorlagen muss seiner Ansicht nach die Debatte um die weltweite Verteilung der Energie eine Rolle spielen.
Der Schweizerische Energierat ist eine nicht-gouvernementale Organisation und Mitglied des 1924 gegründeten Weltenergierats. Die Mitglieder des Schweizerischen Energierates stammen vor allem aus dem Bereich der Stromwirtschaft.
swissinfo und Agenturen
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