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EPO-Kontrollen bei der Tour de France

J.-M. Leblanc (l.), Direktor der TdF begrüsst UCI-Präsident Hein Verbruggen (r.). In der Mitte M. Saiz, Leiter der Radsportgruppe "Once". Keystone

Bei der TdF 2000 soll erstmals ein neuer Urintest zum Nachweis von EPO zur Anwendung kommen. Der internationalen Radsportverband (UCI) stimmte bei einem Treffen in Genf (25.05.) diesen Kontrollen zu, sofern bis am 20. Juni Bedingungen erfüllt werden.

Mit den herkömmlichen Testmethoden konnte lediglich die Wahrscheinlichkeit des Dopings mit dem künstlich hergestellten Hormon Erythropoietin (EPO) ermittelt werden. Ein Anteil roter Blutkörperchen von über 50 Prozent deutet auf Doping hin, kann aber auch andere Gründe haben.

Da bislang ein anerkannter Nachweis fehlt, werden Fahrer mit Werten über dem 50-Prozent-Limit nur zwei Wochen gesperrt.

Inzwischen hat das französische Dopinginstitut von Châtenay-Malabry einen neuen Test entwickelt, der den Nachweis von EPO garantieren und an der Tour de France zur Anwendung kommen soll.

Vor der Einführung müssen aber gemäss UCI-Präsident Hein Verbruggen bis zum 20. Juni drei Bedingungen erfüllt werden: Der Test muss wissenschaftlich anerkannt sein, die Ergebnisse von bisher an 220 Freiwilligen vorgenommenen Proben veröffentlicht sowie eine vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorgeschlagene dreiköpfige Kommission bestellt werden.

Jean-Marie Leblanc, der Direktor der Tour de France, zeigte sich über das Ergebnis der fast vierstündigen Konferenz erfreut: «Ich beglückwünsche Hein Verbruggen, dass er lediglich einen Monat vor der Tour de France sein Einverständnis gegeben hat.»

Am Treffen in Genf hatten neben Verbruggen und Leblanc unter anderem auch der französische Verbandspräsident Daniel Baal und der Once-Manager Manolo Saiz (Sp) als Sprecher der Vereinigung der Profiteams teilgenommen.

EPO-Tests in Sidney fraglich

Im Gegensatz zum Internationalen Radsportverband hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Hoffnung auf Doping-Tests zum Nachweis der unerlaubten Substanz EPO bei den Spielen 2000 in Sydney deutlich gedämpft. «Die Chancen dazu stehen nur 50:50», sagte IOC-Vizepräsident Jacques Rogge in Rio de Janeiro.

Der 58-jährige Belgier dementierte Zeitungsberichte, wonach er sich «ziemlich sicher» über die Einführung von EPO-Tests in Sydney geäussert haben soll.

«Wir sind sicher, dass es in naher Zukunft eine wissenschaftlich gedeckte Methode zum Nachweis von EPO geben wird», meinte Rogge. Voraussetzung für die Anwendung einer solchen Methode in Sydney sei aber die Veröffentlichung in einer angesehenen wissenschaftlichen Publikation, «und die kontrollieren wir leider nicht», sagte er.

swissinfo und Agenturen

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