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Freiheitspreis für Romano Prodi und Jorma Ollila

J. Ollila (l.) und R. Prodi (r.) sind die Träger des Freiheitspreises 2000 der Max-Schmidheiny-Stiftung. In der Bildmitte S. Schmidheiny, der den Preis überreichte. Keystone

EU- Kommissionspräsident Romano Prodi und Jorma Ollila, Chef des Nokia-Konzerns, sind am Samstag (27.05.) mit dem Freiheitspreis der Max-Schmidheiny- Stiftung ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit insgesamt 200'000 Franken dotiert.

Prodi und Ollila hätten durch ihre aktive Mitgestaltung des Wandels Grundlagen für eine Zukunft geschaffen, in der sich die Freiheit entfalten könne, sagte Stephan Schmidheiny, Präsident des Stiftungsrates, bei der Preisverleihung an der Universität St.Gallen vor 800 Gästen aus aller Welt.

Romano Prodi

Der 61-jährige Prodi erhielt laut Mitteilung seine Auszeichnung als Wirtschaftswissenschafter, der sich zum Dienst an der Gemeinschaft entschlossen habe. Dies habe er aus der Überzeugung getan, dass der Wohlstand eines Landes am effektivsten ausgebaut werden könne, wenn sich die Rolle des Staates in der Wirtschaft auf eine Aufsichts- und Regulationsinstanz beschränke.

Prodi habe sein Wissen bei der Restrukturierung der italienischen Staatsindustrie erfolgreich angewandt. Anschliessend habe er als Ministerpräsident in Italien Wesentliches dazu beigetragen, um das Land aus dem Teufelskreis von Korruption, Kollusion und Misswirtschaft zu befreien. Mit Entschlusskraft und Diplomatie habe er tiefsitzende Widerstände überwunden und Sonderinteressen in Schranken gewiesen.

Damit habe er seinem Land einen Platz in der europäischen Familie gesichert. Diese habe Prodi – beeindruckt von dessen Erfolgen – an ihre eigene Spitze berufen.

Jorma Ollila

Der 50-jährige Jorma Ollila wurde als Unternehmer geehrt, der dem Nokia-Konzern einen Platz unter den Top-Unternehmen gesichert habe. Er habe Nokia zur klaren Nummer eins im Mobiltelefonmarkt geführt und damit wesentlich zur Renaissance des europäischen Unternehmertums beigetragen. Zu einem Zeitpunkt, als sich Finnland in der wirtschaftlichen Talsohle befunden habe, habe Ollila mit Entschlusskraft das schnell wachsende Portefeuille von Nokia fokussiert. Damit seien langfristig wichtige Arbeitsstellen im Hightech-Bereich gesichert worden.

Ollila wurde als Visionär in der Kommunikation bezeichnet. Er habe erkannt, dass «connecting people» nicht nur ein menschliches Bedürfnis sei, sondern zum Aufbau einer neuen Schnittstelle beitrage, die allen Menschen überall Zugang zu Daten und Informationen gewähre.

Die Preisverleihung fand im Rahmen des 29. Internationalen Management-Symposiums in St. Gallen statt.

Die Max-Schmidheiny-Stiftung

Die Max-Schmidheiny-Stiftung zeichnet alljährlich Personen oder Institutionen aus, die sich Verdienste um die Erhaltung und Weiterentwicklung einer freiheitlichen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung erworben haben.

Sie fördert dabei hervorragende wissenschaftliche, politische und unternehmerische Initiativen und Leistungen zur Wahrung der individuellen Freiheit und Selbstverantwortung. Der Preis ist in diesem Jahr mit insgesamt 200’000 Franken dotiert und wurde bereits zum 22. Mal verliehen.

swissinfo und Agenturen

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