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«insieme» feiert 40. Geburtstag

Szenenbild aus "All the world is a stage" des Theaters "Hora". Keystone

Bundesrätin Ruth Dreifuss hat am Samstag (20.05.) der Vereinigung der Eltern geistig behinderter Kinder "insieme" zum 40. Geburtstag ihre Anerkennung ausgesprochen und sich gegen einen Abbau der Leistungen der Invaliden-Versicherung (IV) ausgesprochen.

Die Sozialmininsterin erinnerte in Thun an die Bedeutung der Invaliden-Versicherung mit ihrem Integrationsgedanken. Eine Gesellschaft, die immer anspruchsvoller und schneller werde, laufe Gefahr, andere auszugrenzen, die nicht mithalten könnten, sagte Dreifuss.

Die Gesellschaft müsse deshalb immer wieder von neuem daran erinnert werden, dass das Zusammenleben auf Akzeptanz und Toleranz beruhe und Solidarität nicht gleichbedeutend mit Mitleid sei.

Oft seien es jedoch die Behinderten selbst, die ungewollt die wirksamste Öffentlichkeitsarbeit leisteten. Dreifuss nannte die geistigbehinderten Kinder, welche die ersten Schuljahre in einer Regelklasse verbringen, aber auch gemeinsame Wohnprojekte von Nichtbehinderten und Behinderten.

Sie erinnerte an die Konzerte der Band “Die Regierung” sowie die Aufführungen des Theaters “HORA”, die ein breites Publikum begeisterten und wertvolle Verbindungen schafften.

Dreifuss sprach das vor der Vernehmlassung stehende Behindertengesetz und die von den Behindertenorganisationen lancierte Volksinitiative “Gleiche Rechte für Behinderte” an, die beide auf bessere Rahmenbedingungen abzielten.

Sie erinnerte zugleich an das seit 1960 geltende Invalidengesetz. Dessen Pionierleistung habe darin bestanden, nicht die Renten, sondern die Eingliederung in den Vordergrund zu stellen. Zugleich sei darauf vertraut worden, dass private Organisationen und Gemeinden die Initiative ergriffen, um die notwendigen Strukturen zu errichten.

Die damalige Schweizerische Vereinigung der Elternvereine für geistig Behinderte (SVEGB) habe früh erkannt, dass die Forderungen nach Aussen getragen werden müssten, damit die Interessen ihrer Kinder respektiert würden. Für die Behörden wiederum sei die enge Zusammenarbeit mit den Eltern ein Glück, habe doch die IV laufend weiterentwickelt werden müssen.

In der 4. IV-Revision müssten nun die Leistungen erneut angepasst und insbesondere die Autonomie fördernden Leistungen noch verstärkt werden, sagte Dreifuss. Die finanzielle Absicherung der Sozialwerke sei Voraussetzung, um die Integrationsbemühungen verstärken zu können.

“Ich wehre mich gegen die sozialpolitische Nötigung, finanzielle Mittel nur bereitstellen zu wollen, wo gespart worden ist – gespart, wo vernünftigterweise gar nicht gespart werden kann”, sagte Dreifuss.

An der Jubiläumsveranstaltung der Vereinigung der Elternvereine für Menschen mit einer geistigen Behinderung «insieme» in Thun nahmen rund 400 Personen teil.

«insieme» fordert allem voran die Beibehaltung der IV-Leistungen. Die neue Sensibilisierungskampagne konfrontiert auf Plakaten und in Kinospots mit der Frage: “Was ist für Sie normal, wie gehen Sie mit dem Anderssein Ihrer Mitmenschen um?”

swissinfo und Agenturen

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