Wieder mehr Arbeitslose
Die Arbeitslosigkeit ist im November auf den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren gestiegen. Die Arbeitslosenquote nahm von 1,9% auf 2,1% zu.
Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) am Freitag bekannt gab, waren Ende November 77’633 Arbeitslose registriert. Dies waren 9335 Personen mehr als im Vormonat. Damit hat die Arbeitslosigkeit den höchsten Stand seit April 2000 erreicht. Damals hatte die Quote letztmals bei 2,1 Prozent gelegen.
Einen derartigen Anstieg der Arbeitslosenzahl gab es seit Ende 1996 nicht mehr. Damals stieg die Zahl von 192’000 Erwerbslosen im Dezember 1996 auf 205’000 im Januar 1997. Anfang 1997 erreichte die Quote 5,7 Prozent.
Deutlich mehr Stellensuchende
Auch die Zahl der Stellensuchenden ist im November 2001 stark gestiegen: Insgesamt suchten 120’808 Personen eine neue Stelle, das sind 11’898 mehr als im Oktober. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich um 742 auf 11’578 Stellen.
Markante Zunahme im Kanton Zürich
Deutliche Spuren hinterliess die Swissair-Krise im Kanton Zürich, wo die Zahl der Arbeitslosen um 2479 Personen zunahm. Die Quote stieg von 2,0 auf 2,4 Prozent. Allein als Folge des Swissair- Debakels stieg die Arbeitslosenzahl in Zürich um 1238 Personen.
Wie viele zusätzliche Arbeitslose aus Swissair-Zulieferbetrieben kommen, sei nicht zu quantifizieren, sagte der Leiter der Direktion Arbeit beim seco, Jean-Luc Nordmann.
Ähnlich stark schnellte die Quote für die Kantone Tessin und Wallis nach oben. Dies sei aber eine saisonale Zunahme, die durch den Tourismus bedingt gewesen sei, sagte Nordmann weiter. Auch im Aargau stieg die Quote von 1,4 auf 1,6 Prozent.
Weiterer Anstieg im Winter erwartet
Nordmann erwartet, dass die Arbeitslosigkeit aus saisonalen und konjunkturellen Gründen weiter zunimmt. Erst im Frühjahr dürften sich die Arbeitslosenzahlen stabilisieren. Für Mitte 2002 oder Anfang 2003 rechnet Nordmann mit einer wirtschaftlichen Erholung, die sich dann mit leichter Verzögerung auch auf den Arbeitsmarkt auswirken wird.
Für das Jahr 2001 erwartet das seco eine durchschnittliche Jahresarbeitslosenquote zwischen 1,8 und 1,9 Prozent. Für das kommende Jahr wird mit einem Anstieg der durchschnittlichen Arbeitslosenquote auf 2,2 Prozent gerechnet.
Seit dem 11. September hätten sich die Prognosen deutlich verschlechtert, hiess es weiter. So sei die Arbeitslosigkeit zwar deutlich gestiegen.
«Im internationalen Vergleich stehen wir aber nach wie vor gut da», sagte Nordmann weiter. Eurostat-Statistiken weisen für die Euro-Zone für September und Oktober eine 8,4-Prozent-Quote aus, für die 15 EU-Länder 7,7 Prozent (seit Februar 2001).
Im Jahr 2000 betrug vergleichsweise die Arbeitslosenquote in der Schweiz 2,7 Prozent, in Frankreich 10,2%, in Italien 10,8%, in Österreich 4,7% und in Deutschland 7,9%. Im Vergleich der Differenz zwischen Männer- und Frauenarbeitslosigkeit schneidet die Schweiz durchschnittlich ab. Höhere Frauenarbeitslosenquoten sind in Kontinentaleuropa üblich, nur in Grossbritannien und Schweden ist es umgekehrt.
swissinfo und Agenturen
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