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Zürcher Angestellte fehlen weniger häufig bei der Arbeit

Keystone-SDA

Die Zürcherinnen und Zürcher sind im vergangenen Jahr weniger häufig aus gesundheitlichen Gründen bei der Arbeit ausgefallen. Vor allem junge Angestellte fehlten weniger häufig. Ob es am vermehrten Fokus auf psychische Gesundheit liegt, ist noch unklar.

(Keystone-SDA) «Chefin, ich falle heute aus» hiess es im vergangenen Jahr bei den Zürcher Angestellten an durchschnittlich 7,1 Tagen. Sie fehlten also weniger häufig als 2024, als sie noch 8 Tage zuhause geblieben waren.

Dies zeigt eine Auswertung des Bundesamts für Statistik, die auf Anfrage von Keystone-SDA erstellt wurde. Frauen blieben dabei mit 9 Fehltagen häufiger zuhause als Männer mit 6,3 Tagen.

Rückgang vor allem bei den Jungen

Besonders deutlich ist der Rückgang bei den jungen Angestellten bis 24 Jahre: Dort sanken die Fehltage vom Rekordwert 11,2 Tage im Jahr 2024 auf noch 7,8 Tage. Aber auch ältere Arbeitnehmende fielen seltener aus.

Die Gründe dafür sind nicht abschliessend klar. Das kantonale Amt für Wirtschaft betonte auf Anfrage, dass kurzfristige Trends mit Vorsicht zu geniessen seien. Die Absenzen-Daten seien von Jahr zu Jahr recht unbeständig.

So reicht etwa ein starkes Grippe-Jahr, um die Fehltage deutlich steigen zu lassen. Dies könnte hier durchaus der Fall sein: Die Grippewelle 2024 liess relativ viele Angestellte mit Fieber im Bett landen. Im Folgejahr 2025 fiel die Epidemie milder aus.

Auffällig ist aber, dass vor allem junge Angestellte weniger fehlen. Ihre Absenzen stiegen in den vergangenen Jahren vor allem aus psychischen Gründen. Fehlen sie seltener, weil es ihnen besser geht?

Unternehmen achten vermehrt auf Absenzen

Es könnten noch keine belastbaren Aussagen gemacht werden, so Milena Wütschert, Leiterin Fachstelle Betrieblicher Gesundheitsschutz im Amt für Wirtschaft. «Dafür braucht es weitere Beobachtungen und Evidenz.» Klar ist aber, dass die Öffentlichkeit die mentale Gesundheit der Jungen vermehrt in den Fokus stellt.

Auch Unternehmen reagierten, weil die vielen Absenzen nicht zuletzt ein grosser Kostenfaktor sind. Wer aus psychischen Gründen krankgeschrieben wird, fehlt oft vergleichsweise lange. In jedem zweiten Fall kann dies sogar den Verlust des Arbeitsplatzes mit sich bringen. Im Kanton Zürich wird aktuell mehr als jede zweite IV-Neurente wegen psychischer Krankheiten zugesprochen.

«Unternehmen und auch Schulen achten vermehrt auf die Fehltage», so Wütschert. «Sie ergreifen präventive Massnahmen, um diese zu reduzieren, etwa durch den Ausbau des betrieblichen Gesundheitsschutzes und Präventionsmassnahmen.»

Angst vor Jobverlust?

Für die gesunkene Zahl der Fehltage könnte gemäss Amt für Wirtschaft aber auch die Konjunktur verantwortlich sein: Studien zeigen, dass in wirtschaftlich unsicheren Zeiten der sogenannte Präsentismus zunimmt. Die Angestellten erscheinen also bei der Arbeit, obwohl sie gesundheitlich angeschlagen sind.

Der Absentismus, also das Fehlen wegen leichter Beeinträchtigungen oder gar ohne triftigen Grund, nimmt hingegen ab, wenn das Gefühl der Arbeitsplatzssicherheit zurückgeht. Auch bei dieser möglichen Erklärung lasse sich aber keine belastbare Aussage machen, betont der Kanton.

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