Zürcher Gemeinderat will Sonnenblumen-Halsbändel in der Verwaltung
Die Stadt Zürich soll das so genannte "Sunflower-Lanyard-System" einführen, mit dem Menschen auf unsichtbare Beeinträchtigungen aufmerksam machen können. Der Gemeinderat hat ein Postulat von AL und FDP mit 100 zu 15 Stimmen an den Stadtrat überwiesen.
(Keystone-SDA) «Es ist eine kleine Massnahme. Sie kostet wenig, macht für Betroffene aber einen riesigen Unterschied», fasste Karin Stepinski (Mitte) am Mittwoch das Thema zusammen.
Mit den Sonnenblumen-Halsbändeln können Menschen auf unsichtbare Beeinträchtigungen wie Autismus, ADHS oder Demenz aufmerksam machen. So weiss das Personal, dass die Person mehr Zeit oder Unterstützung benötigt, etwa bei Billettkontrollen oder an Schaltern.
«Irritierendes Konzept»
Mögliche Einsatzgebiete bei der Stadt Zürich sind die Schalter im Stadthaus, Schulen, Sportanlagen, Trams und Busse oder Spielplätze. Bereits abgegeben wird der Sonnenblumen-Halsbändel bei den SBB, am Flughafen Zürich und bei der Fluggesellschaft Swiss.
Zürich dürfte nun die erste Stadt der Schweiz werden, welche diese Bändel offiziell abgibt und ihre Mitarbeitenden entsprechend schult. Gegen das Postulat stimmten einzig die SVP-Ratsmitglieder. «Das Konzept irritiert uns etwas», sagte Stefan Urech. Sonst heisse es immer, man dürfe niemanden stigmatisieren. Und nun solle man Leute mit Halsbändeln kennzeichnen.
Jehuda Spielman (FDP) betonte, dass der Halsbändel natürlich freiwillig sei. Niemand müsse ihn tragen, der das nicht wolle. Es sei eine Kennzeichnung, aber eine, die nicht ausschliesse, sondern ermögliche, am Leben teilzuhaben.